Das war das freestyle.berlin!

Snowboarder, Freeskier, FMXer und Skateboarder, die zu den international besten Athleten zählen, fanden sich zur Premiere des "freestyle.berlin" auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhofs ein. Das breite Vordach schützte Besucher und Athleten vor dem nicht enden wollenden Regen.

FMXer Mat Rebeaud beim freestyle.berlin auf dem Flughafen Tempelhof.  Foto: Dominic Zimmermann13.000 Zuschauer wurden Zeuge der Premiere des freestyle.berlins auf dem Flughafen Tempelhof. Das waren zwar weniger Zuschauer als erwartet, aber doch eine stolze Zahl für eine in Deutschland neue Freestyle-Sportveranstaltung. Ein gut gelauntes Berliner Publikum sah am Sonntag, wie der kanadische Snowboarder Seb Toutant, der schwedische Freeskier Henrik Harlaut und der französische Skateboarder Jean Postec sich den Titel «freestyle.champ» in ihren Disziplinen holten.

Am Sonntag traten die Finalisten auf Snowboards, Freeskis und Skateboards zuerst in den Finals gegeneinander an. Jeder Athlet griff nochmals tief in die Trickkiste und wollte zuoberst aufs Treppchen steigen. In jeder Disziplin kämpften die erfolgreichsten vier Athleten im Superfinal um den Titel «freestyle.champ Berlin». Die Superfinals der drei Kategorien sowie die Swatch FMX Show fanden alle innerhalb einer Stunde statt und sorgten so für einen hochkarätigen Abschluss.

freestyle.berlin Skateboard Ergebnisse
Bei den Skateboardern hieß es einmal mehr «alt gegen jung». Der Sieger der Skateboard-Qualifikation, Jean Postec aus Frankreich, gab das Zepter nicht mehr aus der Hand. Der 24-Jährige rockte die Vertramp und zeigte unter anderem einen Tailgrab 540 und einen Sugarcane. Der Amerikaner Adam Taylor, erst 20 Jahre jung, fuhr mit modernen, sehr technischen Runs gespickt mit Rodeos auf den zweiten Rang. Publikumsliebling Sandro Dias aus Brasilien zeigte zwar spektakuläre Sprünge, stürzte jedoch in beiden Runs und fuhr auf Rang drei. Der Australier Renton Millar konnte seine bisherigen Leistungen nicht bestätigen und wurde Vierter. «Ich bin froh, dass es so knapp zum Sieg gereicht hat und freue mich auf jeden Fall riesig darüber», sagte ein glücklicher Jean Postec.

freestyle.berlin Freeski Ergebnisse
Auf dem künstlich beschneiten Big Air, der dem dauerhaften Regen standhielt,  kam es zu einer sehr knappen Entscheidung: Der Amerikaner Sammy Carlson, aktueller «freestyle.champ Zürich», und der 18-jährige Henrik Harlaut aus Schweden machten das Rennen unter sich aus. Mit einem wahrhaftigen Double Cork 1260 Festival wurde den Zuschauern Freeskiing der Extraklasse geboten. Der Einzige aber, der diesen anspruchsvollen Sprung stehen konnte, war der Schwede Harlaut. Carlson musste sich nach minimalem Rückstand mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Auf den weiteren Plätzen folgten US-Publikumsliebling TJ Schiller und der schwedische Sunnyboy Jacob Wester.

freestyle.berlin FMX Ergebnisse
Zwischendurch konnten die FMXer n in der Swatch FMX Show zeigen, was Airtime ist. Mit den Deutschen Kai Haase, Stefan Bengs und Busty Wolter, dem Schweden Daniel Bodin und Superstar Mat Rebeaud aus der Schweiz war sichergestellt, dass die Zuschauer beste FMX-Action zu sehen bekommen. Rebeaud ließ den Zuschauern mit seinen Backflip-Kombinationen das eh schon wetterbedingt gekühlte Blut in den Adern gefrieren, während Oldschooler Wolter immer wieder mit dem Berliner Publikum spielte und die Blicke mit seinem unverkennbaren Style auf sich zog.

freestyle.berlin Snowboard Ergebnisse
Der Sonntag war der Tag des Sebastien Toutant. Mit einem an Perfektion grenzenden Sprung errang der erst 16-jährige Kanadier den Titel des ersten «freestyle.champ Berlin» der Diszplin Snowboard. Den Judges blieb gar nichts anderes übrig, als seinen einwandfreien Backside 1080 Double Cork mit dem höchsten Score zu werten. Das Publikum dankte ihm den smoothen Sprung mit tosendem Applaus. Dem Finnen Eero Ettala, der Toutant vor zwei Wochen in Zürich noch auf den zweiten Platz verwies, reichte es dieses Mal nur für Rang zwei. Dritter wurde Peetu Piiroinen, ebenfalls aus Finnland, der den Contest zuvor dominiert hat. Der Schweizer Showman Iouri Podladtchikov qualifizierte sich mit einem One Foot als Dritter für das Superfinale. Dort konnte er nicht mehr an seine Leistung anknüpfen und wurde Vierter.

freestyle.berlin Crossover Ergebnisse
Die Menge tobte während dem einzigartigen, disziplinenübergreifenden Showwettkampf und peitschte die Athleten zu spektakulären Tricks an. Am Ende waren es noch vier Vertreter aus drei Disziplinen: Skateboard-König Sandro Dias aus Brasilien, der Schweizer FMX-Star Mat Rebeaud sowie die Snowboarder Seb Toutant aus Kanada und Elias Elhardt aus Deutschland. Doch auch wenn es zu einem Zusatz-Voting zwischen Rebeaud und Elhardt kam, war gegen den soliden Double Cork Backside 1080 des 22-jährigen Deutschen kein Kraut gewachsen. Das Publikum hatte sich entschieden und gab ihm seine Stimme. Der erste «crossover.champ Berlin» heisst verdient Elias Elhardt!

Das Berliner Publikum war begeistert und weiß nun, was es beim freestyle.berlin zu erleben gibt. Jedoch muss sich der Event erst noch etablieren. «freestyle.berlin hat bewiesen, dass unser Konzept auch außerhalb der Schweiz funktioniert», meinte der zufriedene OK-Präsident Erwin Flury.

Unser Fotograf Luca Büttner hat jede Menge spektakuläre Momente des freestyle.berlin festgehalten:

Bilder vom freestyle.berlin...

Weitere Informationen gibt es auf www.freestyleberlin.de

veröffentlicht am 11.10.2009

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