Walk the line: Trendsport Slacklinen
Was in den USA bereits seit Jahrzehnten beliebt ist, findet auch in Europa immer mehr Anhänger: Der Trendsport Slacklinen. Eine Slackline ist ein gespanntes Schlauchband, auf der man balancieren und laufen kann.
Der Sport mag auf den ersten Blick wie Seilakrobatik anmuten, ist in Wirklichkeit aber viel mehr: Anders als das Trapezseil im Zirkus ist die gespannte Slackline weich und elastisch, wodurch ein ständiges Ausgleichen der Seilbewegungen nötig ist. So ist Slacklinen in Wirklichkeit ein Sport, der den Trainierenden Gleichgewicht, Reaktionsvermögen, Körperbeherrschung, Geduld und hervorragende Arm-Bein-Koordination abverlangt.
Entstehungsgeschichte: Als den Kletterern mal langweilig war oder es geregnet hat…
Das Slacklinen wurde von den Kletterern des Yosemite Valley erfunden. Bereits in den frühen achtziger Jahren vertrieben sie sich die Zeit an Ruhe- und Regentagen damit, auf den Absperrketten von Parkplätzen zu balancieren. Schließlich gingen sie dazu über, Schlingenmaterial zu verwenden, das sie mit Hilfe von Karabinern zwischen zwei Bäume spannten. Die Slackline war geboren.
Heute unterscheidet man in erster Linie zwischen zwei Arten von Slacklines: Der Low- und der Highline. Die Lowline, die gebräuchlichste Art der Slackline, wird etwa in Hüft- bzw. Kniehöhe gespannt und ermöglicht so ein einfaches auf- und absteigen. Bei der Highline handelt es sich um ein in mehreren Metern – oder mehreren hundert Metern – gespanntes Band. Neben dem Balancieren geht es den Highlinern darum, einen Abgrund zu überwinden. Nicht nur wegen der außerordentlichen psychischen Herausforderung ist diese Komponente den Profis vorbehalten – sie erfordert auch ein eingehendes technisches Know-how zum Spannen und Befestigen der Line sowie zur Selbstsicherung.
Wer slackt? Und warum?
Körperbeherrschung und ein guter Gleichgewichtssinn sind Grundvoraussetzung für eine große Bandbreite der unterschiedlichsten Sportarten wie z.B. das Skifahren, Snowboarden, Inline Skaten, Mountainbiken, Klettern oder Reiten. Die Fähigkeit, den Körper aktiv im Gleichgewicht zu halten, hilft, Stürzen vorzubeugen – und trainiert in idealer Weise den gesamten Muskelapparat.
Doch Slacklinen ist nicht nur Trainingseinheit für andere Sportarten. Zurecht hat es sich als Freizeitsport etabliert: Dadurch, dass man auf einem Untergund geht, der instabil ist und in alle Richtungen „ausschlägt“, müssen gleichermaßen Kraft und Stabilität wie Konzentration und Reaktionsfähigkeit eingesetzt werden. Das Trainieren auf der Slackline fördert also nicht nur das Gleichgewicht, sondern auch Beweglichkeit, Körpergefühl, Durchhaltevermögen und Konzentration – Fähigkeiten, die einem im alltäglichen Leben ebenso zugute kommen. Darüber hinaus trainieren Slackliner ihren Instinkt – und bewegen sich meist intuitiv entlang der Line.
Klingt toll. Was nun?
Zum Slacklinen benötigt man nicht unbedingt viel Material. Das wichtigste Utensil ist natürlich die Slackline selbst, zwei Schlauchbänder von ca. zweieinhalb Zentimetern Breite, die mittels einer Ratsche miteinander verbunden werden. Beide Schlauchbandteile sind an den Enden mit einem Bandschutz versehen – dieser soll Band und Befestigungspunkte (z.B. ein Baum) vor Reibung schützen. Hat man die Schlauchbänder um die Fixpunkte gelegt, wird das eine Ende mit dem anderen verbunden, indem es in die Ratsche gelegt wird. Durch Betätigung der Ratsche kann das Band individuell gespannt werden.
Die Bruchlast aller verwendeten Materialien spielt beim Slacklinen eine außerordentlich wichtige Rolle. Hier sollte man entweder auf CE- bzw. UIAA-zertifizierte, im Klettersport übliche Produkte oder entsprechenden Materialien aus dem industriellen Bereich zurück greifen. Diese garantieren eine Bruchlast von mindestens zwanzig Kilonewton (kN). Die Slackline steht unter enormer Spannung; wenn sie reißt, kann sie zum lebensgefährlichen Geschoß werden! Aus diesem Grund sollten alle Metallteile stets rückgesichert werden.
Steht dem ersten Selbstversuch nun nichts mehr im Wege, so sei nur noch eins vorweg geschickt: Am Anfang braucht man ein wenig Geduld – und am besten die Schulter eines guten Freundes. An dieser kann man das Stehen auf dem wackeligen Band trainieren. Ein weicher Untergrund – z.B. aus Turnmatten oder Gras – ist auch empfehlenswert; zumindest so lange, bis das kontrollierte Absteigen beherrscht wird. Egal, wie schnell man Fortschritte macht, praktizierende Slackliner schwören, dass es kaum ein so erhebendes Gefühl gibt, wie die ersten paar Schritte geschafft zu haben – also durchhalten und „happy slacking!“
Wo kann man die Slackline kaufen?
Das Komplett-Slackline-Set "baseline", gewichts- und platzsparend sowie schnell zu montieren, gibt es bei AustriAlpin. Es besteht aus zehn Metern Schlauchband mit Baumband-Schutz, Schlauchbandschlinge und Spannelement mit Rückstoßsicherung. Das Set kommt inklusive Netztasche mit Gebrauchsanleitung. Gewicht ca. 1.475 Gramm.
Zu beziehen über: www.austrialpin.at
Informationen und Adressen
Auf den folgenden Websiten kann man sich rund ums Slacklinen informieren, Material kaufen oder sich zum gemeinsamen üben verabreden:
www.slackline.at bzw. www.slackline.tk (nur Forum) – Österreichische Site mit Informationen und Diskussionsforum, in dem Informationen ausgetauscht und Events angekündigt werden.
www.slackliner.de – Der deutsche Internetauftritt für Slackline-Interessierte
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