Ivanoff siegt bei Red Bull Air Race in San Diego

Die Kollision mit einem 20 Kilogramm schweren Pelikan mitten im Kurs kostet Hannes Arch beim Red Bull Air Race in San Diego den Sieg. Hinter Nicolas Ivanoff und Paul Bonhomme belegte der Weltmeister dennoch Rang drei und verteidigte seine WM-Führung.

Hannes Arch.  Foto: Sebastian Marko"Das ist super gelaufen", sagte Ivanoff, die Hände zu Fäusten geballt, als Ausdruck der Freude und Erleichterung, als er aus seiner neuen Edge 540 kletterte. "Ich bin wirklich glücklich. Das neue Flugzeug läuft super. Ich dachte mir, dass ich einen super Flug im Finale hatte, trotzdem kann es dir immer passieren, dass jemand anderer noch schneller fliegt." Es war erst der zweite Sieg in der Kariere von Ivanoff, nach dem Abschlussrennen in Perth, Australien 2007.

Arch, der im ersten Rennen von Abu Dhabi die volle Punkteanzahl von 13 für sich gewinnen konnte, errang einen weiteren Punkt für die schnellste Zeit im Qualifying am Samstag. Er wäre schnell genug gewesen um zu gewinnen und lag nach der ersten Zwischenzeit noch vor Ivanoff. Doch dann riss plötzlich ein Vogel auf halben Weg ein
riesiges Loch in seinen horizontalen Stabilisator, bei einer Geschwindigkeit von mehr als 370 km/h. Arch sagte, er sei durch den Aufprall des Vogels erschrocken und in weiterer Folge war es ihm nicht mehr möglich, seine Flügel gleichmäßig horizontal durch das nächste Air Gate zu manövrieren. Die dadurch entstandene 2 Sekunden Strafe
verwies ihn hinter Ivanoff und Bonhomme auf Platz drei. Dieser Zwischenfall hätte allerdings auch böser enden können, sagte Arch weiters.

"Ich hatte einen wirklich guten Lauf und dann passierte der Vogelschlag, der brachte mich aus dem Konzept," sprach Arch und begutachtete dabei das blutverschmierte Loch auf der rechten Heckseite seines Flugzeuges. "Ich war nachher nicht mehr ich selbst. Ich bin froh noch am Leben zu sein, das hätte wirklich böse ausgehen können. Der Vogel hat beinahe meinen horizontalen Stabilisator abgetrennt. Ich war froh als ich die Ziellinie überflog. So etwas bleibt im Gedächtnis. Es war eine große Belastung, weil du weißt dass etwas passiert ist, aber du weißt nicht
genau was."

Bonhomme, der in San Diego sowohl letztes, als auch vorletztes Jahr gewonnen hatte, war nicht sehr glücklich über den neuerlichen zweiten Platz, denn auch schon in Abu Dhabi musste er sich von Hannes Arch im Finale geschlagen geben. Der einzige Trost für ihn ist, dass Dank des Sieges von Ivanoff die Weltmeisterschaft 2009 mit den
verbleibenden vier Rennen wieder offener geworden ist. Hätte nämlich Arch gewonnen, könnte Bonhomme schon sechs oder mehr Punkte hinter ihm liegen. " Ich würde lügen, wenn ich sage dass der Rennausgang nicht gut ist, obwohl ich mit meinem zweiten Platz nicht glücklich bin," sagte Bonhomme, der von schlimmen Rückenschmerzen
geplagt war. " Ich bin kein Verlierertyp und ich habe es langsam satt ständig Zweiter zu sein."

Die 15 Piloten fliegen die 540 kg schweren Ein-Propeller Maschinen mit hoher Präzision. Während sie durch den kurvenreichen Kurs fliegen, erreichen sie eine Geschwindigkeit von mehr als 370 km/h, bei einwirkenden Kräften von bis zu 12g. Im letzten Jahr verfolgten mehr als 3.5 Millionen Fans live die Rennen rund um den Globus und insgesamt wurden die Rennen von mehr als 300 Millionen Zuschauern in 115 Ländern, auf sechs Kontinenten gesehen.

veröffentlicht am 12.05.2009
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