Gleichgewicht und innere Kraft durch ein Armband? :

Beweglichkeit, Gleichgewicht, Kraft und Koordination sind in vielen Sportarten Schlüsselfaktoren für den Erfolg. Oft muss man sie sich hart antrainieren. Doch seit das Power Balance-Armband auf den Markt gekommen ist, sollen sich diese Erfolgsfaktoren allein durch das Tragen verbessern. Viele Spitzensportler setzen darauf, viele Träger sind überzeugt. Was ist also dran?

Seit dem Jahr 2007 produzieren und vertreiben die US-amerikanischen Brüder Josh und Troy Rodarmel das mittlerweile berühmte Armband. Sie versprechen auf ihrer Homepage Sportlern aus sämtlichen Disziplinen, durch das Tragen „das Optimum aus ihrem Potenzial“ herauszuholen.

Hologramme sollen Energiefluss verbessern

Bei Power Balance handelt es sich um ein Plastikarmband mit Hologramm-Bild. Nach Angaben des Herstellers werden die so genannten „Mylar-Hologramme“ nach einem geheimen Verfahren hergestellt. Sie seien so programmiert, dass sie schädliche Schwingungen vom Träger fernhalten und auf diese Weise seinen „natürlichen Energiefluss harmonisieren“. Die prominentesten Träger des Armbands sind bzw. waren die Basketball-Stars Shaquille O'Neal und Kobe Bryant, die Fußballer David Beckham und Cristiano Ronaldo sowie der frühere Formel-1-Pilot Rubens Barrichello.

Angriffsfläche für Kritiker

Ein Armband kostet regulär 39,90 Euro, die Herstellungskosten dürften nach Meinung von Fachleuten jedoch kaum über einem Euro liegen. Doch nicht allein aus diesem Grund ist die Zahl der Power-Balance-Skeptiker groß. So stellt sich bei genauer Betrachtung heraus, dass das Hologramm aus „Mylar“ letztlich – wie auch der Rest des Armbandes - aus Polyethylenterephthalat (PET) gefertigt ist. Mylar ist lediglich eine alternative Bezeichnung.

Tests und Gegentests

Dennoch gibt es Gründe, warum das Power Balance-Armband allein in Deutschland millionenfach verkauft wurde: Viele Träger fühlen sich tatsächlich stärker, beweglicher oder konzentrierter, wenn sie es tragen. Das dürfte auch mit dem Test zu tun haben, mit dem die Verkäufer des Unternehmens potenzielle Kunden von ihrem Produkt überzeugen möchten.

Hierbei stellt sich der Proband auf ein Bein und streckt beide Arme aus. Der Verkäufer drückt nun von oben auf einen Arm, sodass der Proband das Gleichgewicht verliert. Dann wiederholt der Verkäufer das Experiment, nur hält der Proband nun ein Power Balance-Armband in der Hand. Im zweiten Anlauf widersteht er dem Druck von außen.

Dass viele Menschen von diesem Testergebnis fasziniert sind, zeigen die vielen Erfahrungsberichte zum Power Balance-Armband aus Internetforen. Allerdings wurde dieser Test mittlerweile von Wissenschaftlern analysiert und „entzaubert“: So findet man beispielsweise auf YouTube zahlreiche Videos, die den Test als Trick entlarven. Demnach halten die Testpersonen bei der Wiederholung allein schon deshalb länger das Gleichgewicht, weil sie wissen, was auf sie zukommt. Außerdem drücken die Verkäufer beim zweiten Versuch den ausgestreckten Arm nicht mehr senkrecht nach unten, sondern diagonal in Richtung Körper. Auch das beeinträchtigt den stabilen Stand des Probanden nicht so stark.

Power Balance hat somit vor allem einen Placebo-Effekt. Aber: Wenn es dem Träger Sicherheit gibt, warum sollte er es dann nicht tragen?

veröffentlicht am 08.03.2013

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