Freerunnerin Luci Romberg:
Vom Gartenzaun zum Rückwärtssalto

Jeder fängt mal klein an. Auch Luci Romberger, die es 2010 als erste Frau unter die Top acht des Art of Motion geschafft hatte. Schon als Kind war kein Gartenzaun vor der heutigen Stuntfrau und Profi-Freerunnerin sicher.

Freerunnerin Luci Romberg in Action.  Foto: Red Bull PhotofilesSie selbst kann sich an ihren ersten Stunt nicht mehr erinnern. Die Mutter von Luci Romberg erzählt die Geschichte so: Die Kleine beschließt, Omas Gartenzaun hochzuklettern.

Ein Nachbar bemerkt die Dreijährige auf dem viel zu hohen Gatter und eilt nach draußen: „Mädchen, soll ich dir helfen?“ Klein Luci krallt sich an den Holzlatten fest, dreht den Kopf zur Seite und antwortet: „Nein, ich bin taff!“

Heute, 26 Jahre später, geht es im Leben von Lucia Royce Romberg noch immer um das Überwinden von Hindernissen, längst auf professionellem Niveau. Freerunning heißt der Sport, bei dem die Alltagsumgebung zum Hindernisparcours wird. Und Luci Romberg aus L. A. ist das weibliche Aushängeschild dieser urbanen Bewegungs-Ästheten.

Freerunnerin Luci Romberg in Action.  Foto: Red Bull PhotofilesEin Freerunner sieht die Stadt als großen Spielplatz, den es mit Akrobatik und Kreativität zu durchqueren gilt (bei der verwandten Disziplin Parkour stehen Effizienz und Schnelligkeit im Vordergrund).

Dem Freerunner dienen Häuserwände als Absprungfläche für Rückwärtssalti, Treppengeländer verwandeln sich in Handstand-Testgebiete. „Jeder Athlet entwickelt seinen eigenen Stil. Regeln gibt es dabei nicht. An diese Mentalität musste ich mich erst gewöhnen“, sagt Romberg, die den Sport erst seit zwei Jahren betreibt.

Ihr athletischer Körper und die souveränen Bewegungen lassen allerdings die Biografie erahnen, die sich hinter dem Shootingstar mit der dunkelblonden Mähne verbirgt. Luci wächst als Kind semiprofessioneller Tennisspieler auf einer Farm in Colorado auf. Als Kind flitzt sie mit ihren Ziegen über die Äcker, liebt Feueralarmübungen („Weil wir aufs Dach klettern durften“) und entwickelt einen Hang zur sportlichen Vielfalt.

Das führt dazu, dass die Eltern ihre zwölfjährige Tochter zwingen, sich auf drei Disziplinen zu beschränken. Luci wählt Turnen, Fußball und Tauchen. An der Texas Woman’s University holt sich das Bewegungstalent den sportlichen Feinschliff: Romberg führt das Damen-Fußballteam als Captain aufs Feld und wird in ihrem Senior Year US-Champion im Kunstturnen.

Freerunnerin Luci Romberg in Action.  Foto: Red Bull PhotofilesNach dem Abschluss (Bachelor „cum laude“ in Kinesiologie) steigt Luci ins Auto und fährt nach Los Angeles, um sich den nächsten Traum zu erfüllen: Das Mädchen aus Aurora will Stuntfrau werden, in Hollywood. „Ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukommt. Aber der Beruf passte irgendwie zu meinen Vorstellungen.“

Die Hindernisse der Traumfabrik entpuppen sich als frustrierend: „Wenn du keine Reputation hast, heuert dich niemand an. Es ist ein ständiger Wettbewerb, und noch dazu bin ich ziemlich scheu, wenn ich auf neue Leute treffe.“

Mittlerweile ist die Neunundzwanzigjährige Mitglied der renommierten Stuntwomen’s Association und steht regelmäßig als Double vor der Kamera, etwa in der TV-Serie „Monk“ oder als Testimonial für Werbespots.

Freerunnerin Luci Romberg in Action.  Foto: Red Bull PhotofilesDen vorerst letzten Schritt seiner Karriere vollzieht das Energiebündel 2008, als eine befreundete Stuntfrau Luci mit Mitgliedern von Team Tempest bekannt macht.

Die Begegnung mit den Spitzenathleten aus der Freerunning-Welt gibt der Ex-Turnerin Romberg einen neuen kreativen Boost: „Es geht darum, sich mit einzigartigen Bewegungen selbst auszudrücken. Freerunning hat mich selbstbewusster gemacht.“

Wohin dieser Lernprozess mittlerweile geführt hat, zeigt Romberg Anfang Mai bei Red Bull Art of Motion in Wien. In der Vorrunde des Einladungsbewerbs lässt die 153-Zentimeter-Athletin vierzehn männliche Top-Freerunner hinter sich und steigt in die Endrunde der besten acht auf – als erste Frau in der Art of Motion-Geschichte.

In ihrem Finallauf klettert Luci wieder Geländer hoch, die eigentlich viel zu hoch für sie aussehen. Sie krallt sich am Balken fest und dreht den Kopf zur Seite. Dann springt sie einen Rückwärtssalto. Statt des besorgten Nachbarn sehen ihr dreitausend Menschen zu und jubeln. Das Highlight-Video vom Red Bull Art of Motion-Finale 2010 gibt es auf: http://de.redbulletin.com/aom2010

Text: Andreas Rottenschlager/ Red Bulletin

 

veröffentlicht am 20.07.2010

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