freestyle.berlin: Elias Elhardt ist crossover.champ 2009

Im Flughafen Berlin-Tempelhof fand vom 9. bis 11. Oktober das erste freestyle.berlin statt. Highlight am 10. Oktober war die Crossover-Session der Disziplinen Snowboard, Freeski, Skateboard und FMX, bei der Snowboarder Elias Elhardt gewann.

freestyle.berlin 2009 Foto: Luca BüttnerDer geschichtsträchtige Flughafen Berlin-Tempelhof war die perfekte Kulisse für die Premiere des freestyle.berlin. Was die Zürcher seit nunmehr vierzehn Jahren praktizieren, bestand in Berlin vom 9. bis 11. Oktober seine Feuertaufe. 20.000 Besucher wurden erwartet, um die 13.000 Besucher erschienen. Die nicht erreichte Besucherzahl tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch und ist aufgrund des Dauerregens und der Tatsache, dass das Event noch nnie zuvor in Deutschland durchgeführt wurde, ein Super-Ergebnis.

Rund 20 Aussteller bildeten die sogenannte "Label World". Die Besucher kamen nicht nur in den Genuss der spektakulären Jumps der FMXer, Skateboarder, Freeskier und Snowboarder, sondern konnten auch selbst die Initiative ergreifen und die Skate-Rampe rocken, seine Balance beim Slacklining erproben, das Tony Hawk Ride-Game ausprobieren oder einfach nur auf Sofas relaxen - soweit das bei den Temperaturen möglich war.

Für Action und Abwechslung sorgten die Contests in den vier Disziplinen. Das Highlight bot ganz klar die 32 Meter hohe Big Air-Rampe, auf welcher die Snowboarder und Freeskier ihre Skills zeigten. Am Nachmittag des 10. Oktober füllte sich der Flughafen Tempelhof allmählich und alle warteten gebannt auf die Snowboard-Qualifikation der zehn Rider um 17 Uhr.

Der ehemalige Snowboard-Profi Nikolaus "Mini" Karpf führte durch den Event und es hätte keinen besseren Moderator geben können, schließlich stand Mini selbst viele Jahre aktiv im Wettkampfgeschehen. Der Blick der Zuschauer schweifte andächtig nach oben und etliche Male war zu hören: "Muss das geil sein, so durch die Lüfte zu springen!"

Insgesamt mussten die Snowboarder in ihrer Qualifikation drei Runden meistern. Der erste Sprung war die Style Round, der zweite die Technical Round und für den dritten Sprung konnten sich die Boarder eine der beiden Kategorien aussuchen. Maximal waren 100 Punkte pro Runde von der Jury zu holen. Große Hoffnungen lagen auf dem Österreicher Stefan Gimpl, welcher das freestyle.ch 2009 vor zwei Wochen dominiert hatte. Sein Landsmann Werner Stock fuhr einen spektakulären Double Grup und bei Mini unten gelandet, berichtete Werner enthusiastisch: "Ich wollte etwas Besonderes machen! Ich hoffe, ihr fandet es auch cool!"

Und ob das Publikum es cool fand! Auch wenn wenig später der Regen einsetzte, der bis spät in die Nacht andauerte, fieberte das Publikum gut geschützt unter dem Vordach des Flughafens weiter. Die größte Hoffnung lag wohl auf Elias Elhardt, dem einzigen Deutschen in dieser Runde. Umso ärgerlicher war es, als er in der zweiten Runde unerwartet stürzte. Auf Minis Frage, was denn schief gelaufen sei, antwortete Elias: "Keine Ahnung. Manchmal läufts halt schief. Heute ist einer dieser Tage."

Also hieß es Daumen drücken für Elias in der dritten Runde. Für einige Rider lief es auch nicht so toll, unter anderem für den Amerikaner Tim Humphreys, der zweimal an der Technical Round scheiterte. Der Slowenier Marko Grilc hatte gute Chancen und war dementsprechend gut gelaunt. Er lockerte die Stimmung mit ironischen Sprüchen auf: "Just landed on my head three times!"

Das schönste Liebes-Bekenntnis kam von dem Schweizer Markus Keller nach seinem gelungenen Backflip Shifty: "Berlin ich liebe euch!", rief er der Menge zu. Es folgten atemberaubende Sprünge, sowie Stürze, die einige Rider wie der Schwede Hampus Mosesson glücklicherweise mit der nötigen Portion Humor nahmen. "Ich weiß, er kann es besser. Wir haben ihn ja schon oft gewinnen sehen!", munterte Mini Karpf ihn auf.

Der 22-jährige Nachwuchs aus Deutschland, Elias Elhardt war wieder an der Reihe und ´überlebte´ dieses Mal seinen Backflip sehr zur Freude des Publikums, das in richtige Begeisterungs-Stürme ausbrach.

Weiter gings nach der Snowboard-Qualifikation um 18 Uhr mit dem Konzert der Alternative-Band Twin Atlantic, die vom Red Bull-Tourbus aus der Meute einheizte.

Für noch mehr Stimmung sorgte im Anschluss um 19.15 Uhr der zweite Live-Act, ricoloop aus Deutschland. Er bewies regelrechte Ausdauer und sang im Stehen, Sitzen und Knien.  

Vor der Crossover-Session ließen es sich die FMXer nicht nehmen und boten den begeisterten Zuschauern eine Show voller waghalsiger Sprünge, als sie sich für die bevorstehende Session eintrainierten.

Um 20.30 Uhr war es dann endlich soweit: Das Highlight des Samstagabends, auf das alle gebannt gewartet hatten, folgte: The Ultimate Crossover Session. Was diesen Contest so besonders macht, ist die disziplin-übergreifende Session, bei der alle Kategorien gegeneinander antreten.

Vor zwei Wochen gewann der Schweizer Snowboarder Iouri Podlatchikov den Titel des crossover.champs 2009 beim freestyle.ch in Zürich. Nun war die Spannung riesig, wer dieses Mal den Titel mit nach Hause nehmen würde.

Im Präsentationslauf der vier Disziplinen, qualifizierten sich jeweils die besten vier. Mini war gespannt, wie dieser Teil in Berlin werden würde, da in Zürich die Freeskier mit ziemlich misslungenen Sprüngen zu kämpfen hatten.  Doch die Freeskier gaben Entwarnung und lieferten nacheinander grandiose Jumps ab.

Weiter ging es mit der Drei-Minuten-Session der Skateboarder. Alle waren natürlich äußerst gespannt auf den Berliner Lokalmatadoren Jürgen Horrwarth, der mit reichlich Applaus belohnt wurde. Auch hier folgte ein bissiger Moderatoren-Spruch nach dem anderen. Beim Sturz des jungen amerikanischen Newcomers Alex Perelson hieß es: "Alex hat sich so erschrocken, dass er sein Brett prompt aufgefangen hat!"

Als die Top-4 der Snowboarder an der Reihe war, verkündete Mini dem Publikum lautstark das Motto des Abends: "Ey, was geht ab? Wir feiern die ganze Nacht, die ganze Nacht!" und wurde von seinem Kollegen mit einem erstaunten "Mini, du kannst ja singen!?", bedacht.

Das Publikum feuerte die Rider nicht nur lautstark an, sondern fühlte bei den Stürzen auch mit "Ooh-Rufen" mit. Der jüngste Starter des Abends, der kanadische Snowboarder Sebastian Toutant stürzte trotz der Anfeuerungen des Publikums heftig. Nun hatte das Publikum mit jeweils einer Stimme für seinen Favoriten zu entscheiden. Sebastian Toutant bekam beim Stechen gegen den norwegischen Freeskier Andreas Hatveit noch eine Chance und wurde trotz seines spektakulären Sturzes gewählt.

Am Ende traten im Finale um den crossover.champ-Titel zwei Snowboarder (der Kanadier Sebastian Toutant und der Deutsche Elias Elhardt), ein Skateboarder (der Brasilianer Sandro Dias) und ein FMXer (der Schweizer Mat Rebeaud) gegeneinander an.

Der zweimalige crossover.champ aus Zürich Sandro Dias musste sich letzten Endes gegen Elias Elhardt geschlagen geben, welcher angefeuert vom heimvorteil von nun an den Titel crossover.champ Berlin 2009 trägt. Wie es einem Champ gehört, wurde Elias in einem Pappmachée-Flugzeug abgeholt und durch die Zuschauermenge getragen.

Die Party war aber noch lange nicht vorüber, denn nun heizte Busty Wolters maskierte Band Dan Dryers mit lautem Rock ein. Weiter ging es um 23 Uhr mit der Premiere des Pirate-Snowboard-Filmes "Jolly Rogers", präsentiert von Zimtstern. Nach Mitternacht füllte sich dann auch die After-Party auf dem freestyle.berlin-Floor und der Abschluss eines gelungenen Tages wurde gebührend bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

Text: Andra Möckli

Bilder vom freestyle.berlin...

veröffentlicht am 12.10.2009
Freestyle Berlin 2009 Foto: Adam Sello
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freestyle.berlin in Tempelhof.  Foto: Luca Büttner
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Premiere des freestyle.berlin.  Foto: Luca Büttner
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