Test:
Mit dem Autozug ab zur Piste

Keine Lust auf anstrengende 10-stündige Autofahrten? Staus? Oder vereiste Straßen? Wir haben für euch die Alternative Autozug der Deutschen Bahn getestet. Einfach die Kumpels eingeladen, mit dem Auto ab zum Bahnhof und über Nacht geht's nach Innsbruck. Lohnt das?

 Kleine Autos sind eine tolle Sache! In Zeiten von Klimawandel, hohen Benzinkosten und fehlenden Parkplätzen in Deutschlands Innenstädten macht ein Kleinwagen wirklich Sinn. Schwierig wird´s nur, wenn man damit von Hamburg aus bis in die Alpen fahren will und dabei auch noch drei Freunde und Ski-Equipment mitnehmen möchte. Aber warum selber fahren, wenn man auch fahren lassen kann? Der Autozug der Deutschen Bahn transportiert Euer Auto inkl. Equipment und Euch in den Schnee. FUNSPORTING hat den Autozug getestet.

Noch ein paar Zentimeter, dann steht der Wagen am richtigen Platz. Der Mann von der Bahn hat mich mit meinem Suzuki auf den Millimeter genau eingewiesen. Der Bahn-Mitarbeiter sichert mein Auto jetzt mit einer Art Ketten. Ich hoffe nur, er macht das richtig. Ansonsten kommen wir morgen früh in Innsbruck an und das Auto samt Ski, Boards und Klamotten ist nicht mehr da. Aber, der wird schon wissen, was er tut.

 Zu viert wollen wir von Hamburg nach Sölden. Auf dem Rettenbach-Gletscher hat´s die letzten Tage geschneit und jetzt wollen wir ausprobieren, was noch geht. Eine gute Gelegenheit, den Autozug der Deutschen Bahn zu testen. Der fährt von Hamburg, Hildesheim, Berlin und Düsseldorf im Winter regelmäßig Richtung Alpen. Für Wintersportler interessante Ziele sind München, Innsbruck, Lörrach an der Schweizer Grenze, Bozen und Schwarzach-St.Veit im Salzburger Land. Der Zug startet immer am Abend, fährt die Nacht durch und erreicht am nächsten Morgen sein Ziel. Die Nacht sollen die Fahrgäste – also wir – möglichst schlafend verbringen. Soweit die Theorie. Ob die Praxis hält, was der Autozug im Katalog verspricht, werden wir sehen.

Wir haben uns in einem Liegewagenabteil eingebucht, in dem bis zu fünf Personen schlafen können. Toilette und Bad teilt man sich wie im „normalen“ Zug mit den anderen Reisenden. Wer´s komfortabler haben will, kann sich auch ein Schlafwagenabteil mit Waschgelegenheit oder sogar mit eigener Toilette und Dusche buchen. Uns reicht das Liegewagenabteil. Das kostet hin und zurück etwas mehr als 800 Euro, also 200 Euro für jeden. Das ist mehr, als jeder von uns an Benzingeld für die knapp 2.000 km hin und zurück hätte zahlen müssen. Wir werden sehen, ob es sich lohnt, soviel mehr auszugeben.

 Das Schöne am Liegewagenabteil ist, dass man mit seinen Kumpels zusammen den Abend verbringen kann und keiner fahren muss. Das heißt, alle können trinken. Ein klarer Pluspunkt für den Autozug. Zum Abendbrot gibt´s mitgebrachten Kartoffelsalat und Omas gute Bouletten. Es gibt auch ein Zugrestaurant, in dem vor allem die Gulaschsuppe ein Hit sein soll. Aber uns ist heute nicht nach „ausgehen“. Den Abend verbringen wir mit Bier und einem Video auf dem Laptop in unserem Abteil. Wir hängen auf den unteren Sitzen rum, die später zu Betten umgebaut werden. Irgendwann haut sich der Erste in eine der oberen Kojen. Und irgendwann ist Ruhe im Karton und wir schlafen beim rhythmischen Rattern des Zugs ein.

Am nächsten Morgen beim Aufwachen sind wir schon fast in Innsbruck. Alle vier haben die Nacht gut überstanden. „Schlafen wie ein Baby“ ist sicher etwas anderes. Aber es ist immer noch besser, als im Auto übernachten zu müssen. Wir sind jedenfalls fit für den Tag und gönnen uns ein Frühstück im Zugrestaurant. Wenig später sind wir in Innsbruck. Der Suzuki ist auch noch da, wo wir ihn abgestellt haben. Eine gute Stunde Autofahrt trennen uns jetzt noch von Sölden, dem Rettenbach-Gletscher und unserer ersten Abfahrt.

Fazit: Wer eigenes Equipment mit in die Berge nimmt und keine Lust auf lange Autofahrten hat, für den lohnt es sich, mit dem Autozug zu fahren. Der ist zwar etwas teurer, als die Fahrt mit dem Auto. Dafür steht man mit ihm nicht im Stau, rutscht nicht über vereiste Straßen und umweltschonender als die Autofahrt ist er auch.

 

veröffentlicht am 30.11.2010

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