Windsurfen doch bei Olympia 2016:
Stimmen zur Kehrtwende des ISAF

Laut der Entscheidung des ISAF im Mai 2012 sollte Windsurfen keine olympische Disziplin mehr sein, und stattdessen durch das Kitesurfen ersetzt werden. Jetzt kam es zu einer überraschenden Wende: Was sagen die Windsurfer dazu?

Windsurfen bleibt olympisch! Foto: STG/WehrmannWie FUNSPORTING bereits berichtete, bleibt Windsurfen olympisch: Am 10. November entschied der Internationale Segelverband ISAF auf seiner Mitgliederjahresversammlung in Dublin mit einer Mehrheit von 51 zu 40 Stimmen, dass Windsurfen olympische Disziplin bleibt. 

Windsurfen bei den Olympischen Spielen 2016 - Interviews

World of Windsurfing sprach mit zwei Größen der Windsurfszene über die Entscheidung und darüber, wie wettbewerbsfähig der Sport Windsurfen heute ist: Moana Delle ist mit dem fünften Platz bei den diesjährigen Spielen Deutschlands größtes olympisches Windsurftalent. Christoph Pressler ist seit Jahren im Profizirkus der PWA unterwegs.

Moana Delle nimmt die Entscheidung zugunsten des Windsurfens erleichtert auf. „Ich freue mich sehr über die Entscheidung. Ich kann "meinen" Leistungssport weiterhin ausüben. Im nächsten Jahr muss ich mein Regatta- und Trainingsprogramm zugunsten meines Studiums etwas zurückschrauben, möchte aber dann voll in den Leistungssport
zurückkehren“.

Windsurfen bleibt olympisch! Foto: Susi Timm Wie es soweit kommen konnte, dass die Windsurfer um ihren Sport bangen mussten, ist ihr nicht ganz klar: „Hier kann ich nur vermuten. Ich glaube, es hatte weniger damit zu tun, Windsurfen aus dem olympischen Programm herauszunehmen, sondern vielmehr Kitesurfen als neue, attraktive, medienwirksame Sportart aufzunehmen und damit einem aktuellen Trend der Wasser-Board-Sportarten zu folgen. Die Anzahl der Segeldisziplinen bei den Olympischen Spielen ist begrenzt.“

Eine ähnliche Vermutung äußert auch Windsurfexperte Christoph Pressler: „Kitesurfen sieht bereits bei leichten Windbedingungen radikal und schnell aus, nichts klebt im Wasser. So kommt richtiges Boardsportfeeling rüber, für den
Betrachter und offensichtlich auch für den Sportler selbst“.

Windsurfen bleibt olympisch! Foto: John CarterPressler geht einen Schritt weiter und ruft dazu auf, den Status Quo im RS:X zu überdenken. „Kitesurfen fordert das Windsurfen heraus, sich weiterzuentwickeln. Im Freestyle oder Waveriden haben die Windsurfer in den letzten Jahren bereits mächtig nachgelegt. Im Leichtwindracing ist da noch einiges drin: Ein dünneres, leichteres Board kreieren, beispielsweise die Kurse ändern und auch auf schnellen Raumwindkursen starten.“

Dem aktuellen RS:X Sport fehle es am Speed fürs Auge, erklärt Pressler. Zur Vermittlung von Spaß und Leichtigkeit seien Speed, Beschleunigung und auch Kurvenlage wichtige Faktoren.

Windsurfen bei Olympia: Der Spaßfaktor

Olympionikin Moana Delle und Boardsportler Christoph Pressler stimmen überein, dass das Oympische Windsurfen besser vermarket werden muss. Es müsse besser gezeigt werden, wie attraktiv das Windsurfen tatsächlich ist, meint Delle.

Windsurfen bleibt olympisch! Foto: STG/WehrmannPressler schlägt vor, dass man hierfür erfolgreiche Windsurfer aus der PWA gewinnen könne, zum Beispiel dadurch, dass man sie am Olympischen Programm teilhaben lasse.  „Man könnte Olympische Vorwettkämpfe vielleicht auch parallel zu Profiwettkämpfen stattfinden lassen. Ich denke, es wäre fruchtbar, das Funboardwindsurfen und das Olympische Windsurfen einander anzunähern“.

Mit der Entscheidung der ISAF ist die erste Hürde für den Windsurfsport genommen. Nun überlegt die Branche, wie es weitergeht. Auch nach 2016 scheint die wichtigste Aufgabe für Verantwortliche und Beteiligte, die Faszination des Sportes zeitgemäß zu vermitteln. Da das Olympische Windsurfen eine breite Basis mit starkem Nachwuchs hat, sind Moana Delle und Christoph Pressler zuversichtlich, dass dies gelingen wird.

Mehr Informationen zum olympischen Windsurfen findet ihr auf der Homepage.

veröffentlicht am 16.11.2012

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