Windsurfen:
Die Freestyle Revolution

Windsurfen wurde jahrzehntelang von erfahrenen Windsurfern beherrscht, die ausreichend physische Substanz aufweisen konnten. Der kräftige Körperbau eines 36-fachen Weltmeisters Björn Dunkerbeck war Synonym für Erfolg. Das hat sich jetzt geändert.

André Paskowski, Freestyle-Europameister 2007.  Foto: Trend ServiceMit der neuen Generation Windsurfer, haben weitere Attribute Einzug gehalten: Gelenkigkeit, spielerische Leichtigkeit und Eleganz, mit welchen es die neuen jungen Wilden im World Cup Zirkus geschafft haben, die ältere Generation vom Thron zu stoßen und vom Hof zu jagen. Die jüngste Disziplin im Windsurfen, das Freestyle war Auslöser für diese Revolution.

Windsurfen intensiv zu betreiben wurde plötzlich überall möglich, da diese neue Disziplin an jedem See trainiert werden kann und nicht auf Starkwind oder Wellen angewiesen ist. Dennoch kamen die Anführer der Freestyle-Revolution anfangs fast ausschließlich aus den neu entdeckten Traumdestinationen der Windsurfwelt. So zum Beispiel Diony Guadagnino (Venezuela), welcher den renommierten Freestyle Contest „King of the Lake“ am italienischen Gardasee im Alter von 17 Jahren gewinnen konnte, und direkt im Anschluss der wahre Anstifter der Revolution, Ricardo Campello (Brasilien). Bereits mit 14 Jahren sorgte der in Venezuela lebende Brasilianer mit Manövern für Furore, welche bis dahin für schlichtweg unmöglich gehalten wurden. In den Augen der altgedienten Windsurfelite erschienen die Kunststücke der gelenkigen Newcomer wie die Aufhebung der Gesetze der Physik.

Jugendliche, die sich für radikale Sportarten wie Snowboarden, BMX oder Skateboarden begeisterten, bekamen ab sofort einen neuen Betätigungsbereich, und das gleich vor ihrer Haustür, denn Windsurfen brauchte ab sofort keine Riesenwellen und Starkwind mehr, um als radikal zu gelten. Die Windsurf-Legende, der 22-facher Weltmeister Robby Naish (USA) war über zwei Jahrzehnte neben Björn Dunkerbeck (Dänemark) das Wahrzeichen für den Windsurfsport und zudem mit 13 Jahren der jüngste Weltmeister aller Zeiten in der Disziplin Slalom. Der auf Hawaii lebende Naish löste den ersten großen Windsurf-Boom aus, die neue Generation der jungen Freestyler ist nun für den erneuten Run auf Windsurfmaterial verantwortlich.

Während Windsurfen über einen längeren Zeitraum immer älter zu werden drohte, vergnügte sich die neue Generation mit Trendsportarten wie Skateboarden oder Snowboarden, BMX oder Inlineskaten. Genau dies verhalf dem Freestyle-Windsurfen zu einem neuen Extrem. Die Tricks dieser Trendsportarten wurden von der ersten Generation junger Wilder um Ricardo Campello (Brasilien), dem Neukaledonier Colin Sifferlen, welcher ebenfalls im Alter von 17 Jahren den „King of the Lake“ am Gardasee gewinnen konnte, dem Brasilianer Kauli Seadi und dem Erfinder zahlreicher neuer Manöver, dem Niederländer Remko de Weerd, ins Freestyle-Windsurfen adaptiert und erweitert.

Der Hawaiianer Josh Stone war es, der zu Foto- und Videoreportagen die Karibikinsel Margarita mit ihrem Traum-Flachwasserrevier El Yaque bereiste und mit seinen ersten „New School Freestyle Manövern“ den Anstoß für das gab, was nun folgen sollte. Es begann im Kleinen und sollte eine ganze Sportart verändern. Ein wahrer Windsurf-Boom brach unter den Kindern des kleinen Fischerdörfchens El Yaque auf der Isla Magarita los. Mit ihrer spielerischen Leichtigkeit, dem Rhythmus aus Merengue und Salsa seit Generationen im Blut, wurden aus den Fischersöhnen von El Yaque schnell die ersten Top Stars im Freestyle. Nicht nur das Ricardo Campello auf Anhieb Vize-Weltmeister und dann dreimal Weltmeister in Folge wurde, auch Diony Guadagnino, Cheo Diaz, Alexis Zabala, Colette Guadagnino und der jüngste Freestyle-Weltmeister in der World Cup Historie Gollito Estredo, allesamt aus El Yaque, wurden ab sofort zu „den“ Markenzeichen im Freestyle.

Wie im Zeitraffer wuchs die nächste Generation heran, aber auch die Konkurrenz, nur wenige hundert Kilometer entfernt, auf der Karibik Insel Bonaire, welche mittlerweile wahrscheinlich zur Talentschmiede Nummer eins im Freestyle geworden sein dürfte. Die flache Lagune des Spots Lac Bay gepaart mit konstantem Wind und der Tatsache, dass sich die in zahlreichen Windsurf-Videos zelebrierten Manöver nur auf Flachwasser umsetzen ließen, brachte nicht nur sehr schnell die Top World Cup-Fahrer Tonky und Taty Frans sowie Kiri Thode hervor, sondern magnetisierte die Jugend der gesamten Insel.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Nachwuchsweltmeisterschaften im Freestyle jährlich auf Bonaire ausgetragen werden, denn die meisten Top Nachwuchstalente sind bereits vor Ort. Für die El Yaque Freestyler, den neuen Stars des jungen Windsurfens, entstand eine freundschaftliche Rivalität zu ihrer karibischen Konkurrenz. Der Weltmeistertitel im Freestyle wurde teilweise schon fast zu einer Karibikmeisterschaft zwischen Margarita und Bonaire. Nur die Fahrer aus Brasilien Kauli Seadi und der Weltmeister 2007 Marcilio Browne konvertierten diesen Zweikampf zu einem Dreikampf.

Normen Günzlein - Vize-Europameister Freestyle.  Foto: Trend ServiceDie Europäer wurden bisher noch auf die Plätze verwiesen, aber der zweifache Europameister Andre Paskowski (Deutschland), der Serienboard-Weltmeister Normen Günzlein (Deutschland) sowie die französischen Fahrer Anthony Ruenes und Thomas Traversa stellten bereits unter Beweis, dass auch außerhalb Südamerikas Freestyle auf höchstem Niveau praktiziert wird und es in absehbarer Zeit einen Weltmeister ohne Latino Blut in den Adern geben könnte.

Während die Vorreiter der New Generation mehr und mehr ihre Ideen auch in den Wellen umsetzen und mittlerweile auch dort für Furore sorgen, kann man an allen Revieren weltweit unzählige neue Nachwuchstalente bewundern, die Freestyle in der Zukunft sicherlich auf ein noch höheres Niveau hieven und die Windsurfwelt in Staunen versetzen werden. Freestyle und die New Generation ist die Verjüngungskur einer Trendsportart, welche drohte von etlichen weiteren Funsportarten überholt oder gar überrollt zu werden.

Quelle: WOW

veröffentlicht am 12.03.2008

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