Reisebericht:
Südspanien und Marokko

16. März Wohnungsabgabe, 17. März letzter Arbeitstag, 18.März Abfahrt mit einem Bus voll Surfmaterial Richtung Meer und Wärme – das war der Countdown für den Surftrip nach Südspanien und Marokko.

Claudia Suter und Stefan Knechtle berichten:

16. März Wohnungsabgabe, 17. März letzter Arbeitstag, 18.März Abfahrt mit einem Bus voll Surfmaterial Richtung Meer und Wärme. Dies war der Countdown zu unserem Surftrip. Doch zuerst mussten Claudia und ich noch unseren neu erstandenen VW T4 mit Hochdach von einem charakterlosen Lieferwagen zu einem gemütlichen Surfbüssli umbauen. Nach diesem Stress hatten wir nun plötzlich Zeit, viel Zeit, woran wir uns erst mal gewönnen mussten. Die einzige Einschränkung war, dass Claudia Ende Mai wieder in der Schweiz sein musste. Als Ziele hatten wir Andalusien und Marokko ins Auge gefasst.

In der Schweiz sind wir bei Schnee und Kälte losgefahren. In Südfrankreich erwartete uns trübstes Nieselwetter, also gleich weiter nach Spanien, wo das Wetter langsam besser wurde. So genossen wir den Frühling in Barcelona. Weiter ging es nach Valencia, dies ist eine herrliche Stadt. Auf der einen Seite ein schmucker alter Stadtkern mit viel südlichem Charme. Als Kontrast dazu ganz neue, imposante Architektur. Diese beiden Höhepunkte sind verbunden durch den Rio Tejo, ein ehemaliges Flussbett, das heute zu einem grossen Park umgebaut ist. Ein weiterer Höhepunkt ist das Ozeanium, hier kann man in einer Glasröhre das Aquarium durchwandern, während oben die Haifische durchschwimmen.

Doch wo bleibt der Wind? Südlich von Valencia in el Vergel kam er. So hatte ich meinen ersten Surftag beim Spot Paquebote. Was in Holland das Isselmeer, ist in Spanien das Mar Menor. Das ist ein Salzwassersee mit riesigem Stehbereich, Claudias Traumrevier. Landschaftlich ist das Mar Menor jedoch gewöhnungsbedürftig, überall Massentouri-Hotelhochhäuser. In der Nebensaison nur von dicken deutschen Rentnern und einigen Einheimischen bevölkert.

 Almeria war unser nächstes Basislager. Diese Gegend hat wohl das beste Wetter von ganz Spanien und gerade im Frühjahr auch recht häufig Wind. In der Umgebung gibt es diverse Spots. Die Hauptwindrichtungen sind wie in Tarifa der Levante (Ost) oder der Poniente (West). Bei Poniente haben sind wir an folgenden Spots gesurft: Roquetas del mar, hier weht der Wind am stärksten, das Wasser ist relativ flach und aussen bilden sich Sprungschanzen. Camping Mar Azul in Almerimar: hier surfen die meisten Locals, und es herrscht eine sehr entspannte hilfsbereite Stimmung, die Welle wird hier am höchsten. (und beim Joggen wird man sandgestrahlt!) Culoperro: ca 1km westlich vom Camping Mar Azul, die Welle ist hier gemässigter, bei Levante soll dies der beste Spot sein, wenn man Welle sucht.
Bei Levante: Strand vom Flughafen bis Cabo de Gata: dies ist die Speedpiste bei Levante. Hier kannst du mit voll Speed in die Halsen fahren.

Wir hatten aber auch Tage ohne Wind, hier bietet die Region Sehenswürdigkeiten für ein paar Ausflüge. Uns hat die Stadt Granada mit der Alhambra ausgezeichnet gefallen. Weiter haben wir eine Wanderung in der Sierra Nevada unternommen. Besonders schön ist der Naturpark Cabo de Gata, dieser bietet verträumte Buchten zum Ausspannen und Baden. Auch eine Küstenwanderung wäre hier sehr empfehlenswert.

Doch der Lockruf der Windhauptstadt Tarifa wurde immer stärker, so fuhren wir voller Erwartungen zum südlichsten Zipfel Spaniens. Gefunden haben wir eine wunderbare, hügelige Landschaft, die Mitte April noch ganz grün war. Über Nacht sind wir wild auf der Schweinewiese bei der Düne gestanden. Dort herrscht eine gemütliche Surferstimmung. Der Spot mit grossem Sandstrand bietet bei Levante wie auch Poniente Flachwasser mit etwas Kabelwelle. Bei Poniente kann es einen Shorebreak geben, mit dem Claudia noch eine Rechnung offen hat. Bei Poniente bietet der Spot beim Arte Vida etwas mehr Welle und bei Levante gibt's etwas mehr Welle in Bolonia oder dann noch mehr in Canos de Mecca, dort ist aber der Wind nicht so zuverlässig.

In unseren 2 Wochen im April wurde uns windmässig fast alles geboten, mässiger bis sehr starker Levante und schwacher bis mässiger Poniente. An 2 Tagen war es auch in Tarifa windstill, die nutzten wir für einen Ausflug nach Sevilla, wo wir die merkwürdige Osterprozession miterlebten, den Ostersonntag habe wir bei einer wunderschönen Wanderung im Grazalema- Nationalpark genossen.

 Langsam wurde bei uns die Lust nach Neuem und Unbekanntem immer grösser, so informierten wir uns über die Fähren nach Marokko. Wir sind dann schlussendlich direkt von Tarifa nach Tanger gefahren. Dies ist zwar mit 330Euro retour etwas teuerer wie von Algeciras aus, dafür aber super easy. Auch die Zollkontrolle in Marokko war entspannt. Ein paar Formulare ausfüllen und nach 20 Minuten waren wir in einer anderen Welt. Um noch bei Helligkeit in Essaouira anzukommen, sind wir direkt durchgefahren. Zuerst auf ganz neuen Autobahnen.

Die kosten zwar ganz wenig Maut, dafür sind sie aber etwa so frei, wie wenn man in der Schweiz nachts um 3Uhr unterwegs ist. Der 2. Teil führt über eine gute Landstrasse. Auf der Fahrt hat man schon mal Zeit sich an das neue Land zu gewöhnen. Man sieht viele Eselskarren, Leute die auf den Feldern von Hand arbeiten, in jedem Dorf ist reger Betrieb und meist eine Art Strassenmarkt. Die Landschaft ist im Norden zuerst relativ grün mit Wiesen, Aeckern und Wäldern, dann kommt die Kornkammer Marokkos und kurz vor Essaouira findet man eine trockene hügelige Buschlandschaft.

Essaouira ist eine aufstrebende kleine Küstenstadt mit einer schönen Medina (Altstadt). In der Medina sind Hunderte von kleinen Läden, die alles mögliche verkaufen. Es herrscht ein angenehmer Mix aus Einheimischen und Touristen. An den Wochenenden kommen auch sehr viele Ausflügler von Marrakesch, welche die kühleren Temperaturen an der Küste suchen.

Gespannt waren wir, wie aufdringlich die Marokkaner nun wirklich sind. Zumindest in Essaouira ist es gut ertragbar. Die Marokkaner haben einfach eine andere Art für ihre Produkte zu werben. Erst das 3. Nein wird akzeptiert, dafür herrscht dann auch keine schlechte Stimmung. Wichtig ist, dass man weiss, was man will und auch nur das einkauft. Bei uns im Supermarkt können wir auch nicht alles kaufen wofür geworben wird.

Auf dem Lebensmittelmarkt wird gehandelt und als Tourist bezahlt man sicher immer viel zu viel. In den Restaurants gibt es fixe Preise. Allgemein sind inländische Produkte (oder Arbeitkraft) viel billiger (ca. 5mal) wie in der Schweiz, Importprodukte sind fast gleich teuer. Essen kann man gut und günstig, vor allem wenn man in Marokkanische Restaurants geht. Es gibt auch einige Pizzerias und am Strand bei den grossen Hotels kriegt man auch sein Schnitzel-Pommes.

veröffentlicht am 28.01.2007

Schon gesehen? :
Aus unserem Shop: und vieles mehr...

Funsport auf Pinterest

Die krassesten MTB Crashes

Surf Specials

Surf News
Aktuelle Berichte und News vom Wellenreiten

Surf Videos
Surf Videos und Clips

Surf RSS Feed
Immer auf dem Laufenden!

Newsletter
Bestellen/Abbestellen...

Surfurlaub - Surfcamps
Buche jetzt Deine nächste Surfreise!

Content End
 
 
 
Newsletter Eintragen - Werben - Impressum - Kontakt - Partner - Sitemap - Datenschutz