10 Fragen an Snowboard-Pro Benjamin Wetscher :

Benjamin Wetscher, Snowboard-Pro aus Leidenschaft, spricht mit uns im Interview über seinen Alltag und seine Anfänge im Boardsport. Außerdem schildert er uns, wie ein heftiger Sturz ihn fast sein Bein und seine Karriere gekostet hätte.

Was machst Du, wenn Du nicht gerade Snowboard fährst?
Porträt: Snowboard-Profi Benjamin Wetscher.  Foto: Christian Eli EberlWährend der Saison sitze ich nach dem Snowboarden bzw. an den Tagen, an welchen ich mich vom Snowboarden erhole, meistens vor dem Computer - ich checke die Wetterlage für die kommenden Tage, schreibe E-Mails mit meinen Sponsoren, plane Trips mit Photographen, Filmer oder Magazinen, suche im Internet nach günstigen Flügen und gemütlichen Unterkünften, sehe mir schon mal die Route zum jenen Ort an, an welchen der nächste Contest stattfinden wird etc. Falls ich nicht gerade vorm Mac sitze, dann sehe ich mir manchmal neue Spots an oder überprüfe und tune mein Setup. Außerdem habe ich eine supernette Freundin und einen großen Freundeskreis, deshalb versuche ich alles möglichst effizient zu erledigen, damit mir auch ein wenig Zeit für die Menschen bleibt, die mir am Herzen liegen. Im Schnitt mache ich im Jahr circa eineinhalb Monate Sommerpause und stehe nicht auf dem Brett. Da mach ich dann auch nix Außergewöhnliches.

Erzähl uns von Deinen Anfängen im Snowboarden? Wie bist Du dazu gekommen?
Aufgewachsen bin ich im Zillertal in Tirol, wo sprichwörtlich jeder irgendwelchen Wintersport betreibt. Nur ich habe anfänglich nix gefunden, was mir so richtig Spaß gemacht hat. Schon als kleiner Junge habe ich nie Freude am Skifahren gehabt und der Winter war eigentlich immer die schlimmste und langweiligste Zeit des Jahres für mich, da alle meine Freunde auf der Piste waren. Ich hab lange Zeit vergeblich nach was gesucht, was auch mir Spaß macht. Irgendwann hörte ich vom Snowboard und hab mir dann auch ziemlich überhastet eins gekauft und hatte eigentlich zu Beginn kaum Freude daran, da ich ziemlich lange brauchte, um mein Brett zu beherrschen. Nachdem ich die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden hatte, hätte mir der Winter gar nicht lang genug dauern können, so viel Freude und Spaß hatte und hab ich am Snowboarden.

Was sagen Deine Eltern dazu?
Action: Snowboard-Profi Benjamin Wetscher.  Foto: Hannes SaunterAm Anfang hatten meine Eltern eigentlich kaum Bedenken, die waren eher froh, dass ich endlich eine sportliche Betätigung im Winter gefunden hatte, die mir Spaß macht und nicht immer nur zuhause rumhänge. Als ich dann mit dem Freestyle anfing, waren sie weniger davon begeistert, da ich schon als kleiner Jung recht „risikoscheu“ war und vor nichts Angst hatte. Rückblickend hatten sie auch jeden Grund dazu, da ich mit unter schon sehr schwere Verletzungen erlitten habe, einmal hätte ich benahe mein Bein nach einem Sturz im Funpark verloren. Mittlerweile kalkuliere ich mein Risiko sehr genau, höre auf meinen Körper und meine Intuition und habe gelernt auch mal was nicht zu machen, wenn das Setup (Landungen, Absprünge, Rails, ect.) sketchy ist – auch wenn großer Aufwand dahinter gesteckt hat.

Gab und gibt es Vorbilder? Was macht für dich einen „herausragenden“ Snowboarder aus?
Klar hatte ich früher Vorbilder, ich war damals begeistert von der Forum 8 Crew und der M3 Crew, generell von den ganzen New-School-Fahrern. Natürlich habe ich auch zu den Legenden wie Daniel Frank und Terje Haakonson aufgeschaut.  Heute habe ich keine Vorbilder mehr im engeren Sinne. Als vorbildlich empfinde ich immer, wenn ich jemanden beim Snowboarden beobachte und ich auf den ersten Blick erkenne, wie viel Spaß derjenige an der Sache hat – das motiviert nicht nur mich, sondern auch alle anderen auf dem Berg und erinnert einen daran, warum man’s selber macht. Wie das Wort „herausragend“ schon sagt, sticht der Herausragende von der Masse hervor. Herausragend kann vieles sein - Style, technische Versiertheit, Trick-Kiste, aber auch Allround Skills.

Ziele für diese Saison?  Ziele überhaupt? Gibt es etwas das Du unbedingt noch machen willst?
Action: Snowboard-Profi Benjamin Wetscher.  Foto: Christian Eli EberlMein Ziel für jede Saison ist es, eine bessere Saison zu haben wie im Vorjahr – d.h. noch mehr mit den Medien zusammenarbeiten (mehr Coverage und mehr Footage), aber vor allem mich ständig als Fahrer und Mensch weiterzuentwickeln. Ich hasse das Gefühl von Stillstand!  Ich würde saugern mit meinen Freunden zusammen im Sommer einen Snowboardtrip nach Südamerika machen, wenn möglich die Crew noch mit einem Fotographen und einem Filmer verstärken. Ich könnte mit meinen Freunden abhängen, snowboardtechnisch produktiv sein und noch am Ende der Saison ein paar Shots sammeln. Am Abend sitzen alle gemütlich am BBQ und ich würde den Trip so planen, dass noch genügend Zeit bleibt um das Land und die Mentalität der Menschen kennenzulernen und zu erkunden.

Wo siehst Du das Snowboarden in 10 Jahren?  Und wo siehst Du dich persönlich?
Ich befürchte, dass sich das Snowboarden immer mehr dem Arials Skiing annähern wird. Ihr wisst schon, dieses old-school Freestyle Skispringen mit den megasteilen Absprüngen. Zurzeit sieht man ja nur noch 1260ies und double corks im Snowboarden. Obwohl ich diese Tricks, für mich als Athlet, schon als Herausforderung sehe und ich mich gerne weiterentwickle, werde ich natürlich versuchen mich schneller als andere zu drehen und die Herausforderung annehmen. Dennoch hoffe ich, dass dem Style in Zukunft viel mehr Augenmerk geschenkt wird und Tricks wie stylische Fives ein Comeback im Wettkampfgeschehen erfahren werden. Vielleicht habe ich in zehn Jahren schon eine Familie gegründet. Ich hoffe ich werde dann einen Job haben, der mir Spaß macht und für den ich eine gewisse Leidenschaft empfinde. In zehn Jahren habe ich aber bestimmt immer noch genau so viel Freude am Snowboarden wie heute.

Rituale: Wie bereitest Du Dich auf einen Wettkampf vor? Quellen der Inspiration, Unterstützung?
Die beste Quelle der Inspiration im Snowboarden ist mit Sicherheit die Crew, deine Freunde mit denen du unterwegs bist und wenn sich die Fahrer gegenseitig pushen. Für die ganze Unterstützung muss ich mich bei der Gelegenheit natürlich bei meiner Familie und meinen Sponsoren (DC, OAKLEY, SKULLCANDY, FLUX BINDINGS, POW GLOVES, ROCKSTAR ENERGY, FRONTLINE CLOTHING, THE SEEKER SHOP, HOT-ZONE.TV & KUU WAX) bedanken. Auf den einzelnen Wettkampf bereite ich mich eigentlich nicht besonders gezielt vor. Die Tricks, die man kann, hat man im Kopf und Mental bereite ich mich auch nicht speziell vor. Mein Motto bei Wettkämpfen ist „alles oder nichts“, mein Ziel ist es ganz vorne dabei zu sein, falls mir das nicht gelingt ist es mir ziemlich egal ob ich siebenter oder letzter bin.

Was war –gefühlt- dein größter Erfolg? Was deine größte Niederlage?
Action: Snowboard-Profi Benjamin Wetscher.  Foto: Christian Eli EberlMeine größte gefühlte Niederlage war, als ich mir bei einem richtig fetten Kicker den Oberschenkel so blöd gebrochen habe, dass mir ein Splitter das Hauptblutgefäß durchtrennt hat und mein Oberschenkel benahe abgestorben wäre. Die Ärzte haben mir dann erklär, dass ich in Zukunft nicht mehr Snowboarden könne. Dieser Moment war wohl der schrecklichste in meiner Karriere. Wie ihr euch schon denken könnt war mein größter Erfolg, dass ich, wider der Erwartungen der Ärzte, doch wieder Fahren kann. Heute nehme ich die Zeit auf dem Brett, die ich zusammen mit meinen Freunden verbringe, viel bewusster wahr.

Was war das Peinlichste, was Du je erlebt hast?
So was richtig extrem peinliches ist mir Gott sei Dank noch nicht passiert. Als ich über diese Frage nachgedacht habe, ist mir trotzdem was eingefallen. Vor ein paar Jahren war ich bei mir im Tal in einem Pub und hab mir was zu trinken bestellt. Als ich meinen Drink dann bekam, ist mir aufgefallen, dass die Dame neben mir, ein recht schönes Dekolleté hatte. Während ich ihr unbewusst einige Zeit auf die Brust starrte, rührte ich immer wieder meinen Drink samt Eiswürfel um. Als ich dann bemerkte, dass ich von Ihr ertappt worden war, wollte ich schnell am Strohhalm ziehen und die Sache überspielen. Nur leider hat sich der Strohhalm wegen der Bewegung der Eiswürfel im Kreis gedreht und meine Lippen haben versucht den Strohhalm zu fangen, während sich mein Kopf im Kreis gedreht hat. Ein paar Runden später hatte ich dann den Strohhalm endlich gefasst. Die Betroffene hat mich natürlich voll ausgelacht. Zu allem Überfluss wurde das alles noch von meinen Freunden und auch von drei Mädchen, die ich alle drei damals ziemlich hübsch fand, beobachtet. Ich bin zwar rot angelaufen und mir war es auch voll zu blöde, ich musste aber trotzdem über mich selbst und die ganzen blöden Sprüche, die ich mir daraufhin anhören musste, lachen.

Eine Urlaubs-Empfehlung?
Ich würde euch Süd-Skandinavien empfehlen. Die Leute sind da sehr gastfreundlich und gut drauf. Aufgrund des Polartags scheint dort quasi den ganzen Tag die Sonne und die Temperaturen sind angenehm warm. Dort gibt’s viele Seen und ganz im Süden natürlich noch das Meer. Außerdem wimmelt es dort nur so von braungebrannten Skandinavierinnen, was für mich jetzt zwar nicht so wichtig ist, aber falls ihr Single seid.

Danke für das Gespräch!

 

veröffentlicht am 01.09.2009

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