Chill and Destroy: Freeskier rocken den Maiskogel

Auch beim letzten Chill and Destroy Qualifikations-Tourstop für das große Finale, Mitte April in Arosa, gaben alle Freeskier noch einmal ordentlich Gas am Maiskogel.

Michael Gaukler.  Foto: benjaminwiedenhofer.comInsgesamt hatten gut 40 Rider den Weg zum Maiskogel gefunden. Darunter ein ausgeglichenes Verhältnis von Locals und von weiter her angereisten, deutschen und österreichischen Ridern. Dafür, dass am selben Wochenende auch die Austrian Freeski Open am Kitzsteinhorn über die Bühne gingen, und dass deren Party vom Samstag Abend doch ziemlich viele Rider in Mitleidenschaft gebracht haben dürfte, konnte sich dieses Teilnehmerfeld durchaus sehen lassen.

Schon bei den Kids wurde richtig Gas gegeben und es zeichnete sich bereits in der Qualifikation ab, dass nur ein Ausrutscher der beiden Österreicher, Stefan Tipotsch und Luca Exenberger, für einen Sieg der Mitkonkurrenten hätte sorgen können. Doch beide Jungs behielten die Nerven und so stand nur die Frage offen, wer es nach ganz oben auf das Podest schaffen würde. Wurde in der Qualifikation noch ein Railrun mit zwei Kickerruns in die Wertung genommen, so zählte in der finalen Jam-Session nur noch das, was die Jungs auf dem Kicker zu bieten hatten. Ganz nach dem Motto des Moderatoren Duos Harry Döpfert und Markus Volkmar, die gekonnt, informativ aber auch spaßig durch den Contest-Tag leiteten: „Go BIG or go home!“

Im Railrun überzeugte Stefan Tipotsch die Judges mit einem 270-On-Sexchange-270-Off am Kinked Rail gefolgt von einem 180er am Mini-Kicker, einem 270-Off an der Elephant-Box, einem fetten 3er über die Up-Box, gefolgt von einem dicken 360 über den kleinen Railpark-Kicker und einem 270-Off an der Curved-Box, um in seinen beiden Kicker Runs dann mit Corked-7ern - einmal sogar gegrabt, abzuschließen und sich so verdient, wenn auch knapp den ersten Platz der Quali zu sichern.

Freeskier Stefan Tipotsch.  Foto: benjaminwiedenhofer.comDas Finale wurde abschließend als einstündige Kicker-Jam gefahren, bei der sich auf den ersten beiden Plätzen nichts mehr ändern sollte. Stefan Tipotsch nimmt mit einem ganz sauberen Corked 9er Tailgrab die begehrte CaD-Glastrophäe schon zum zweiten Mal hintereinander mit nach Hause und mit dem schon in der Quali gezeigten SW Corked 7er bleibt Luca Exenberger der zweite Platz. Im Finale nach vorne schieben konnte sich hingegen der deutsche Wolfgang Deutinger, der gleich als ersten Sprung, mit einem 7er Reverse Mute-Grab, seinen besten Trick der Jam-Session zeigte. Diesmal ließ er nichts mehr anbrennen und landete verdient auf dem Podium, welches er in Ehrwald noch knapp verpasst hatte.

Nun zu den Mädels. Hier waren eine knappe handvoll Girls eingetroffen, um die Siegerin zu bestimmen. Nach einem Railrun, der die Österreicherin Christl Ruduluwitz noch auf dem undankbaren vierten Platz gebracht hätte, da sie mit zwei Straight Airs an den kleinen Kickern und Slides an den Boxen eher gemächlich startete. An den großen Kickern drehte sie dann auf. Nach einem Straight Air als Kicker-Speedcheck, zeigte sie einen sauberen 3er. Diesen stellte sie von allen Mädels an diesem Tag am besten hin und landete noch vor der deutschen Svenja Schmidt ganz oben auf dem Stockerl.

Svenja riskierte leider bei ihrem letzten Sprung zu viel und vergab so den sicheren Sieg, durch einen gestürzten 3er. Sie hatte im Railpark die größte Variation geboten. Als einziges Freeski-Girl setzte sie auch an den kleinen Kickern ihre 180s in den Schnee und hatte daher zu diesem Zeitpunkt die Wertung noch angeführt. Auf dem übrig gebliebenen dritten Stockerlplatz konnte sich Christina Buchner platzieren, die ebenfalls stylisch im Park unterwegs war und so Ann-Sofie Gassner auf den vierten Platz verwies. Die Mädels boten eine feine Leistung. Die Ergebnisse der Qualifikation zählten gleichzeitig auch als finale Platzierungen. So hatten die Girls auf diese Weise schon eine strahlende Siegerin gefunden und konnten während der Finals der Kids und der „Großen“, schon am Zelt chillen.

Sieger Felix Wiemers.  Foto: benjaminwiedenhofer.comKommen wir abschließend zur Königsklasse - der Kategorie der Männer ab 16 Jahre. Felix Wiemers hatte sichtlich Spaß mit dem Kicker am Maiskogel. Dass es nicht allein diese „persönliche Beziehung“ zum Kicker war, die Felix zum Favoritenkreis zählen ließ, bewies er der Qualifikation mit seinem Railrun. Hier stylte er mir SW-On-270-Off an der Kinked-Box, 270-On-270-Off am Picknick-Table, sowie mit einem für die Größe des im Park integrierten Style-Kickers massiven Frontflip und abschließendem 270-Off an der Curved-Box.

Felix zeigte in seinem ersten Kickerlauf einen Underflip 5er mit Grab und setzte in seinem zweiten mit einem SW 7er Doublegrab noch einen oben drauf. So zog er verdient als erster ins Finale ein. Marco Möschl konnte mit einem sauberen Late-Misty-7 und SW-7er-Nosegrab ebenfalls gute Punkte sammeln und platzierte sich somit vor seinem Landsmann, René Schwabl.

Also ab ins Finale der Männer, in dem die besten elf Freeskier der Quali starten durften. Durch das Jam-Session-Format war auf jeden Fall dicke Action garantiert. Nur der beste Trick sollte zählen. So konnte man den einen oder anderen unsauberen Versuch durchaus in Kauf nehmen, wenn letztlich ein dicker gestandener Trick auf dem Scoreboard der Judges auftauchte.

Dementsprechend knapp ging es auch vorne zu und es war bis zum letzten Rider nicht klar, wer von ihnen das Rennen machen würde. Auf Platz fünf kam Marinus Höflinger. Er konnte mit einem 9er Mute-Grab den er als finalen Trick zeigte, einige seiner Konkurrenten hinter sich lassen. Auf dem undankbaren vierten Platz rutschte René Schwabl, bei dem ein SW 5er mit Grab, als bester Trick in die Wertung einging. Vom dritten Platz verdrängt wurde er durch einen sauberen SW 9er Nosegrab von Marco Möschl, der diesen Trick gleich als erstes gestanden hatte und so die Konkurrenz mächtig unter Druck setzen konnte.

Christoph Kranebitter wusste damit jedoch umzugehen und konterte mit einem Double Frontflip, den er sauber in die Landung stellte. Vielleicht hatte er seine Waffen somit zu Früh gezückt, denn Felix Wiemers sah diesen Trick des Österreichers und setze in seinem folgenden Lauf darauf, gleiches mit gleichem zu bekämpfen und zeigte ebenso den Double Frontflip. Das ganze mit ein bisschen mehr Höhe, einem Tick mehr Style und ohne die kleinste Zuckung in der Landung. Auch wenn Christoph Kranebitter mit switch Frontflip nochmals konterte, den Highscore von Felix Wiemers Doublefront konnte er nicht überflügeln. Dies bescherte dem „Piefke“, wie die Locals wohl sagen würden, einen verdienten Sieg.

Somit ging ein feiner und erfolgreicher Contesttag zu Ende. Der Kicker war sichtlich bearbeitet worden und schien froh, dass es nun vorbei war. Schließlich hatten die Freeskier wieder mal gezeigt, dass sie keine halben Sachen machen.

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veröffentlicht am 05.03.2010
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