10 Fragen an Jürgen Horrwarth:

Für Jürgen ist das professionelle Skaten kein klassischer Sport. Er definiert es als „Lebenseinstellung zu einer Kunstform, die in wunderbarer Art und Weise in Einklang mit körperlicher Betätigung kommt.''

Foto: Petri KovalainenJürgen Horrwarth zählt zu den Top-Fahrern der europäischen Halfpipe-Szene. Jedoch ist er weit mehr als ein Vert-Fanatiker. Denn auch in Bowls, Pools und auf der Straße ist der Allrounder zu Hause und beeindruckt durch seinen flüssig eleganten Style, mit dem er immer wieder nicht nur in der Vert-Disziplin, sondern auch im Streetbereich in die oberen Ränge fährt.
Die Mischung aus kontrollierter Geschwindigkeit gepaart mit technischer Raffinesse macht Jürgens Stil so sehenswert wie nur wenige andere auf der Welt. „Vertramp zu fahren ist einfach krass. Je höher man fliegt, desto schneller wird man – und ich fahre gerne schnell“, unterstreicht Jürgen seinen eigenen Anspruch in der Halfpipe.
Der aus dem süddeutschen Reutlingen stammende und nun in Berlin wohnende Profi steht seit mittlerweile über 17 Jahren auf dem Skateboard. Und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Denn mit dem Bau der Red Bull Halfpipe in der Berliner Skatehalle hat er sich beinahe ein eigenes Denkmal gesetzt. Nicht umsonst wird diese größte Indoor Halfpipe Europas als Jürgens Wohnzimmer bezeichnet, feilt er doch dort unerlässlich an neuen Tricks und Lines und fährt auch mal eine gemütliche Sessions mit seinen Berliner Buddies – ganz abseits von jedem Contestdruck und Leistungsskaten.

Hallo Jürgen, Du bist ständig auf Achse und bereist die ganze Welt. Wie wichtig ist es Dir, herum zu kommen und wie wichtig ist es dabei, einen feste Basis wie Berlin zu haben?

Wenn ich nach Hause komme, ist es für mich sehr wichtig, eine feste und etablierte Basis wie Berlin zu haben, da ich mich einfach fallen lassen können muss, wenn ich mal ein, zwei Tage hier bin. Abgesehen davon braucht man auch seine festen Freunde, mit denen man ohne den ganzen Druck skaten gehen kann.

Foto: Petri KovalainenWieso ist Berlin momentan so bedeutend in der deutschen Skateboarding Landschaft?

Ich denke, das ist der Fall, da wir Skater in Berlin für eine “Wiederbelebung“ der Skateszene durch viele neue Gesichter gesorgt haben, die in den letzten Jahren hierher gezogen sind. Auch der relativ neue Indoorskatepark hat definitiv zum Boom beigetragen und wird sicher weiterhin neue Talente schmieden. Auf einmal interessiert sich die Skateboardwelt wieder für Berlin. Und das ist toll.

Du hast Deine Leidenschaft Skateboarding zu Deinem Beruf gemacht. Gibt es auch Wehmutstropfen?

Na ja, ich denke, jeder Job hat seine Kehrseiten und seine eher schlechten Phasen. Nur im Skateboarding ist das so, dass mir eben niemand wirklich sagt, was ich zu tun und zu lassen habe. Das bedeutet, wenn ich einen schlechten Tag habe oder gar verletzt bin, muss ich trotzdem kein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Arbeitgeber haben. Schmerzen und viel Rumsitzen in Fliegern und anderen Transportmitteln sind definitiv ein kleiner Wehmutstropfen.

Du fährst bei recht vielen Contests in die vorderen Ränge. Wie steht es dabei mit...

... Nervosität?
Eigentlich werde ich nicht mehr wirklich nervös bei Contests, außer wenn ich das Gefühl habe, ich kann mein Zeug nicht... Nervosität zeugt meistens von Unsicherheit.

... Risikofreudigkeit?
Man ist, glaube ich, eher risikobereit auf Wettkämpfen, da man ja auch mehr Adrenalin ausschüttet und sich auch einmal etwas abverlangt, was man so nicht einfach tun würde.

... Spaß?
Spaß versuche ich immer in den Vordergrund zu stellen auf Contests, da man sonst nur ernst denkt und sich nicht auf das eigentliche Gefühl und die Freiheit des Skatens einlassen kann. Andererseits muss man aber auch eine gewisse Ernsthaftigkeit und Disziplin an den Tag legen, sonst hat man einfach nicht genug Biss.

Was ist Dir bei privaten Sessions am wichtigsten und was ist der größte Unterschied in der Heransgehensweise zu Contests?

Bei privaten Sessions ist es mir wichtig, das Gefühl der absoluten Kontrolle zu verspüren und somit mich sicher zu fühlen. Aber meistens steht der Spaß im Vordergrund, etwa einen neuen Trick zu probieren oder sich zu messen mit etwas kleinem. Auf einem Contest versucht man einfach die Tricks, von denen man weiß, dass man sie in einem Run zusammen bringen kann. Das verlangt einem mehr geistige als rein körperliche Stärke ab.

Kommst Du auch einmal zur Ruhe und was treibst Du dann ohne Skateboard?
Ich komme im Moment gar nicht richtig zur Ruhe, da ich immer nur Dienstag, Mittwoch und Donnerstag zu Hause bin und dann meistens gleich wieder weg muss. Oft verbinde ich auch Wochenenden miteinander, wenn ich im selben Land bleibe.

Das nervige daran ist auch, dass man eben alles andere, was ja auch erledigt werden muss, nicht mehr richtig hinbekommt und aufpassen muss, dass man auch alle Rechnungen bezahlt hat. Wenn ich unterwegs bin, versuche ich jede freie Minute, die ich ohne Skateboard verbringe, mit entweder Entspannen zu verbringen oder mit einer anderen Tätigkeit, die gar nichts mit Skaten zu tun hat.

Wie sieht ein Wochenende ohne Skateboarding aus?
Im Moment gibt es das nicht, außer ich bin verletzt. Es kann vorkommen, dass ich sonntags nicht skate, wenn ich keinen Contest habe. Dann mache ich andere Dinge.

Was war Dein letztes Konzert?
Mein letztes Konzert war The Prodigy vor 2 Wochenenden in Amsterdam. Hat gerockt, schön mit live-Instumenten.

Deine letzte Party?
Das wird wohl auch die letzte Party gewesen sein an diesem Wochenende. Man wird ja nicht jünger...

Dein letztes Abendessen?
So richtig in Ruhe und am besten romantisch ist schon eine Weile her. Ich gönne mir auch eher selten ein gutes Abendessen bei Kerzenschein mit mir selbst.

Vielen Dank!

veröffentlicht am 01.03.2007

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