Paintball in Deutschland auf dem Prüfstand
In den letzten Tagen überschlagen sich die Ereignisse in Deutschland zum Thema Paintball. Die Paintballgemeinschaft wehrt sich gegen die Vorwürfe der Politik und findet dabei große Unterstützung in der Bevölkerung. Die Koalition rudert bei Waffenrechtsreform offensichtlich zurück.
Die Paintballgemeinschaft setzte mit gemeinsamen Kräften alle Hebel in Bewegung, um für Ihren Sport und dessen Erhalt zu "kämpfen". Massenweise Protestemails und Anrufe gingen bei den Bundestagsabgeordneten und dessen Wahlkreise ein.
Die Paintballgemeinschaft bekommt dabei unerwartet viel Unterstützung aus der breiten Bevölkerung. Trotz des Amoklaufes von W. sehen die deutschen Bundesbürger in der Mehrheit keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Spiel "Paintball" und der Tragödie.
Vertraut man den Umfragewerten verschiedenster Onlinemedien, so glaubt die Mehrheit der Bevölkerung, dass die aktuellen Verbotspläne nur als "Ablenkungsmanöver" dienen sollen. Selbst in den eigenen Reihen der Politik scheinen die ersten Politiker zurück zu rudern. Das von der großen Koalition angestrebte Paintballverbot ist in den Augen des CDU-Kreisvorsitzenden Olaf Klaukien blinder Aktionismus und werde keinen Amoklauf, wie den in Winnenden am 11. März 2009, verhindern.
Zitat Klaukien: „Die Regierung hat es nicht geschafft die wirklichen Gefahrenquellen zu beheben. Wir würden mit einem Verbot einer aufstrebenden Extremsportart schaden, die auf der ganzen Welt zunehmende Mitgliederzahlen aufweist. Zudem gebe es verschiedenste Verbände, die Meisterschaften und Ligen ausrichten, in denen in Deutschland über 2000 Spieler organisiert sind“. Klaukien weiter: „Über 100 Unternehmen leben vom Paintballsport, die mit einem Verbot gänzlich vom Markt verschwinden würden. Ich bin der Auffassung, dass Paintball weitestgehend ungefährlich ist und keine Auswirkungen auf Kriegsgelüste der Spieler hat“. Klaukien hoffe nun, dass das Verbot nicht umgesetzt wird. Auch in der SPD scheinen die Mitglieder im Bezug auf ein Verbot uneinige zu sein. Sebastian Edathy (SPD), Vorsitzender des Innenausschusses, sagte: „Ich denke, wir sollten einen Schnellschuss verhindern. Ich sehe keinen direkten Zusammenhang zwischen Spielen wie Paintball und dem Amoklauf von Winnenden. Wir sollten ein neues Gutachten in Auftrag geben und danach entscheiden, was wir machen.“
Die Paintball-Lobby hat inzwischen Rechtsanwälte mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und alle Mitglieder der Bundesregierung bestreitet eine Anwaltskanzlei im Auftrag des Verbandes "Forum Pro Paintballsport" die von der Politik vorgenommene Beurteilung des Spiels. Paintball simuliere keine Tötungshandlungen, sei kein Kriegsspiel und fördere in keiner Weise Gewaltbereitschaft, heißt es in dem Schreiben.
An einen endgültigen Frieden glaubt Rechtsanwalt Dirk Baumann, der die Paintball-Sportler vertritt, nicht. Um ihre Interessen künftig besser durchsetzen zu können, haben Spieler, Händler und Liga-Verantwortliche mit seiner Hilfe die Deutsche Paintballpartei (DPP) gegründet, die der Bundeswahlleiter noch genehmigen muss. Die Partei sei dazu da, Politiker über den Sport aufzuklären, sagt Baumann, der selbst Paintball spielt. „Wir müssen es uns auch selbst zurechnen, dass uns das Verbot so überrascht hat.“ Jahrelang hätte sich die Szene auf der wachsenden Beliebtheit ausgeruht und die Fühler nicht gen Politik ausgestreckt. Stattdessen sei man davon ausgegangen, „dass wohl alles in Ordnung sein muss, wenn man uns in Ruhe lässt“. Jetzt, glaubt Baumann, habe die öffentliche Debatte in punkto Aufklärung einiges bewirkt.
Bleibt für alle Beteiligten nur zu Hoffen, das sich die Politiker wieder auf die wesentlich, wichtigeren Dinge in Deutschland konzentrieren und nicht einen von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptierten "Mannschaftssport" zum vorgeschobenen Wahlkampf einsetzen.
Die Paintballgemeinschaft lädt unterdessen alle Interessierten zur OFFENEN EUROPAMEISTERSCHAFT, die vom 29.-31.Mai in Bitburg stattfindet, ein. Die rund 180 Mannschaften mit rund 1600 aktiven Sportler sowie zahlreichen Sponsoren aus der gesamten Welt waren von den politischen Ereignissen der letzten Tage sehr verunsichert worden und freuen sich nun alle gemeinsam mit uns auf die größte deutsche Paintballveranstaltung .
Weitere Infos zur EM finden Sie unter www.millennium-series.com
Stephan Wildemann, Paintballhändler aus Düsseldorf : Fehleinschätzung im Paintball
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Forum Pro Paintballsport ist die Interessenvertretung aller in Deutschland im Paintballsport engagierten und registrierten Paintball-Spielfelder, des Spielerverbandes EPBF, der Händlervereinigung sowie der Paintball Bundesliga.
Internetseite: www.forum-pro-paintballsport.de Informationen für interessierte Presse und Bevölkerung bereithalten.
Deutsche Paintball Liga: www.dpl-online.de
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