Böcherer siegt beim Ironman 70.3 in Wiesbaden
Der Freiburger Andreas Böcherer holt sich den Europameister-Titel beim Ironman in Wiesbaden. Sein Teamkollge und der Favorit Sebastian Kienle stürzte gleich drei Mal mit dem Rad und schied somit vorzeitig aus.
Es war keine einfache Strecke beim Ironman 70.3. in Wiesbaden 2011. Der Ironman-Schwimmstart war diesmal in Raunhein und daher leider etwas abgelegen. Aus dem gleichen Grund musste auch die Radstrecke von 90 Kilometern verändert werden. Die neue Radstrecke, die in den Taunus führte und letztendlich in Wiesbaden endete, war eine echte Herausforderung für die Teilnehmer. Man kann sagen, dass der Titel dem Sieger dieses Jahr zu 100% gerecht wurde.
Sebastian Kienle selbst sagte, dass seine Stürze seine eigene Schuld waren und dass er zu viel riskiert habe. Andreas Böcherer hingegen hat an diesem Tag alles richtig gemacht. Nach den 1,9Km Schwimmen, den 90Km Radfahren und den 21,1Km Laufen, war er überglücklich als Erster die Ziellinie zu überqueren. Doch dies war auch für ihn kein Zuckerschlecken.
Die letzten 10Km kämpfte er vor Schmerzen und musste sogar einige Tränen unterdrücken. Er kämpfte mit Motivationsausdrücken wie "Du musst dich selbst zerstören!" und mit den Gedanken an seine erst 4-jährige Tochter. Von ihr hatte er sogar ein Foto auf dem Lenkrad. "Bergauf hat sie mir geholfen und bergab hat sie mich gebremst." , gab Böcherer von sich. Eins stand nach dem Tag fest: Böcherer riskierte nicht zu viel und gab trotzdem sein bestmögliches.
Nach einer Zeit von 4:08:36 überquerte er mit einem lauten "Jaaaaa-Ruf" die Ziellinie. Sein Sein Lohn für das Besiegen seinen inneren Schweinehundes und seines ehrgeizigen Kämpfens: sein erster Titel als Europameister und 12.000 Euro Siegprämie.
Neben seinem Teamkollegen Kienle fielen auch andere Favoriten wie der Italiener Alessandro Degasperi und der Australier Richie Cunningham bei dem schwierigen Rennen aus.
Bei den Frauen siegte die Schweizerin Karin Thürig mit einer Zeit von 4:45:47 vor der Österreicherin Wutti (4:50:54).
Es war also ein langer und erlebnisreicher Tag des diesjährigen Ironman in Wiesbaden. Doch ist die Teilnehmerzahl im Vergleich zum vorigen Jahr um einiges gesunken - mindestens 300 Teilnehmer weniger als im vorigen Jahr. Der Veranstalter Kai Walter begründete dies mit der Flut an Veranstaltungen über die Ironman-Halbdistanz.
Die Teilnehmer bemängelten jedoch eher die abgelegene Schwimmstrecke. Eins steht allerdings fest: Für Wiesbaden ist das ein sehr wichtiges Event und der Bürgermeister will so einiges daür tun, damit der Ironman auch noch die nächsten Jahre in Wiesbaden stattfindet und hoffentlich auch wieder mehr Teilnehmer nach Wiesbaden lockt.
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