Abu Dhabi Adventure Challenge Tag 4: Triumph und Niederlage
Knapp 90 Kilometer Mountainbiken über schlecht befestigte Straßen mit sandgefüllten Schlaglöchern und Verwehungen waren die kräftezehrende Herausforderung am vierten Tag der Abu Dhabi Adventure Challenge.
Die Wüste ist alles andere als ein idealer Ort zum Mountainbiken. Doch genau das war die Aufgabe, die die mittlerweile nur noch 39 Vierer-Teams am vierten Tag zu bewältigen hatten. Ein Tag, an dem sich zeigte, wie wichtig Teamspirit bei einem Adventure Race wirklich ist.
90 Kilometer durch die Wüste - eine Tortur aus radeln, rutschen, stürzen, schieben, zerren und fluchen. Die schlecht befestigte Geröllstraße war nicht nur von sandgefüllten Schlaglöchern übersät, sondern teilweise ganz von Sandverwehungen überzogen. Die Biker kamen mehr als einmal auf dem weichen Sand ins Schleudern und Stürze blieben nicht aus. Zudem wies die Strecke ein ordentliches Höhenprofil auf.
Im Laufe des Tages schwoll außerdem ein Sandsturm immer weiter an und trieb den Athleten den Sand in Augen, Atemwege und ins Getriebe. In diesem Inferno schob sich das deutsche Team unter Marc Pschebizin unaufhörlich voran. Die Spitze des Teilnehmerfeldes bildete eine kompakte Gruppe. Niemand traute sich aus dem Windschatten der Führenden auszubrechen. Nachdem die neuseeländischen Tempomacher wegen eines platten Reifens Zeit verlor und zurückfiel, verlangsamte sich auch das gesamte Führungsfeld. Diese Chance nutzten die starken deutsch-schweizerischen Mountainbiker und setzten sich an die Spitze. Bis zum Ziel gaben sie die Führung nicht mehr auf und sicherten sich so den Sieg der Tagesetappe.
Während die Mannschaft von Marc Pschebizin auf den Mountainbikes zu Höchstform auflief, hatte das Triathlon-Team von Faris al-Sultan große Probleme. Ironman-Europameisterin Andrea Steinbecher (ehem. Brede) verletzte sich kurz nach dem Stop am Wüstenhotel Qasr al-Sarab bei einem Sturz an der Hand und konnte nur noch unter Schmerzen weiterfahren. Nach wenigen Kilometern war klar: Die Verletzung von Andrea bedeutete das Aus für das Triathlon-Team.
"Ich bin mir sicher, dass ich mir den Mittelhandknochen gebrochen habe", sagte sie am Abend enttäuscht. "Wenn ich meine Finger bewege, knirscht es". Hinzu kam, dass das Wasser für die Etappe bei weitem nicht ausreichte und die Athleten vollkommen ausgetrocknet waren.
Die Mountainbike-Etappe in der Wüste zeigte aber auch etwas anderes: Dass Triathleten gewohnt sind, als Einzelkämpfer anzutreten. Unter den erfahrenen Adventure Racern gehörte es wie selbstverständlich dazu, dass sich die Teammitglieder gegenseitig unterstützten: Die Sportler zogen ihre Kolleginnen am Seil hinter sich her oder schoben zwei Bikes gleichzeitig. Bei den Triathleten zeigte sich ein anderes Bild: Die Männer fuhren ungerührt voraus, während die verletzte Kollegin immer weiter zurückfiel.
Auf diese Weise lässt sich ein Teamwettkampf, bei dem die Mannschaften Zeitstrafen bekommen, wenn sie nicht gemeinsam am Checkpoint eintreffen, natürlich nicht gewinnen. Gerade dann, wenn ein Mitglied des Teams nicht mehr kann, unterzuckert, demotiviert oder verletzt ist, sind die anderen gefragt, um das schwächste Mitglied zu stützen und zu motivieren. Als Team zu funktionieren und sich zu helfen, wo es nur geht, ist bei einem Adventure Race, bei dem immer vier Mitglieder in einem Team (davon mindestens eine Frau) antreten, unerlässlich.
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