Motocross-Winterpause ist vorbei:
XCC Cross Country Championship 2010 in Föritz

Für FUNSPORTING berichtet Motocross Rider Daniel Meindl von der größten europäischen Offroad Serie, dem XCC Cross Country Championship. Mit seiner KTM Maschine holt er sich den 14. Platz und schwärmt von der "Erotik" der Beschleunigung.

Dan in Action.  Foto: privatEndlich ist es wieder so weit. Der vom Sport-Promoter BABOONS und dem Offroad-Verband OAI (Offroad Associaton International) veranstaltete XCC Cross Country Championship 2010 steht nach der viel zu langen Winterpause in den Startlöchern.

Los gings am Donnerstag, den 8. April, mit Reifenwechsel, Schrauben nachziehen und der kompletten technischen Durchsicht des Bikes. Freitag haben wir den halben Tag damit verbracht, unsere ganze Ausrüstung, Werkzeuge, Ersatzteile, Verpflegung und alles was der Mensch so braucht in den Bus zu packen. Dann früh ins Bett, weil man(n) ja fit sein will.

Samstagmorgen dann noch die Bikes auf den Anhänger aufladen und um neun Uhr ging die Fahrt los. Drei Stunden später waren wir in Föritz angekommen. Was soll ich zu der Strecke sagen? Letztes Jahr bin ich das Rennen nur anstandshalber fertiggefahren weil „ein Meindl gibt nicht auf!“. Damals war der Track sehr eng und überhaupt nicht flüssig gesteckt. Macht mit einer KTM 530 EXC-R ungefähr so viel Spaß wie man mit einem 40-Tonner auf einer Go-Kart-Strecke haben kann. Keinen. Aber man soll ja den Teufel nicht an die Wand malen.

Nachdem wir im Fahrerlager endlich ein Plätzlchen gefunden hatten, gings zur Anmeldung und gleich darauf zur technischen Abnahme. Als wir damit fertig waren, besichtigten wir die Strecke und durften feststellen, dass sie dieses Jahr wesentlich flüssiger gesteckt war. Jedoch war sie jetzt schon zerbombt ohne Ende und von tiefen Spurrillen durchzogen. Das stimmte meinen Vater und mich sehr glücklich, da vor unserem Rennen ja noch ein Lauf stattfand, welcher die Streckenbeschaffenheit sicherlich nicht positiv beeinflusst.

Um kurz vor dreiviertel Vier nachmittags stand mein Bike dann auf meinem Startplatz #35. Bei der Fahrerbesprechung wurden wir noch mal auf ein paar Einzelheiten der Strecke hingewiesen und wurden ermahnt, vor allem beim ersten Rennen fair und vorsichtig zu fahren. Um 15:57 Uhr fing dann der Startcountdown an. Eine Mischung aus Star Wars, Stargate und der Einmarschmelodie von Henry Maske, welche in den letzten 20 Sekunden nur noch aus einem Herzschlag besteht.

Die Angespanntheit und Nervosität verstärkten das durch gefühlte -5° Außentemperatur (tatsächlich +6°) verursachte Zittern. Dann „START!“ alle 89 Starter der Klasse XC Sport C liefen wie bei einem Le Mans Start üblich zu ihren Bikes. Ich drückte auf das Knöpfchen, das Moped sprang an und ich startete. Es fühlte sich an wie Weihnachten und Ostern zusammen (meine KTM hat bei solchen Temperaturen sehr oft Startprobleme).

Trotz des relativ guten Starts (irgendwo zwischen Platz 25 und 35) gabs nach den ersten Kurven im dichten Staub vor einer schmalen Auffahrt Gedränge und ich verlor ein paar Plätze. Nach den ersten beiden Runden zog sich das Fahrerfeld relativ gut auseinander. Wobei über 200 Starter auf einem 3,9 km langen Rundkurs zu viele sind, da man permanent auflief oder in anstrengenden Zweikämpfen steckte.

Dan beim  XCC Cross Country Championship 2010.  Foto: privatGenau ein solcher war auch der Grund, warum ich zu spät bremsend über eine 180° Kurve rausschoss. Als ich wieder auf der Strecke war, gings gleich über ein Autowrack (ein Highlight des Tracks) und eine Auffahrt hoch in den großen Wiesenanteil. Leicht angesäuert wegen des Fahrfehlers machte ich die verlorenen Plätze wieder gut.

Ein paar Runden später waren bei beiden Autowracks, wegen Stürzen blockiert und ich entschied mich, um Zeit zu sparen, die Umfahrung zu nehmen. Was ich nicht wusste war, dass diese Umfahrung noch eine große Extraschlaufe beinhaltete, die auch mit ausgefahren werden musste.

Wieder etwas Zeit verloren. Die Strecke an sich bestand aus einem sehr großen, zerbombten Wiesenanteil mit vielen Kurven, zwei kleinen Waldstücken mit Wurzeln, mehreren Schikanen, einem überdimensionalen Waschbrett, welches man nur relativ langsam bewältigen konnte und einigen kleinen Auf- und Abfahrten.

Wie anfangs schon erwähnt war die Streckenführung an sich nicht schwer. Der schlechte Zustand machte das Zwei-Stunden-Rennen jedoch zu einer Herausforderung für Mensch und Maschine. Denn um die ganzen Fahrer überholen zu können, musste man ohne Kompromisse durch die Löcher durchhalten und auch auf den Geraden, die eigentlich zum Ausruhen gedacht waren, Vollgas geben.

Genau diese Geraden machten mir mit diesem Motorrad verdammt viel Spaß, weil man die, meistens zu viel vorhandene, Leistung endlich in vollen Zügen genießen konnte. Wenn man den Hahn nach hinten drehte und das Teil anfing zu beschleunigen (es aussah als würden die mindermotorisierten „Feinde“ anfangen zu bremsen) - das ist Erotik pur für einen Motorradfahrer. Da ich jetzt grad schon so amSchwärmen bin, komme ich an dieser Stelle zu meinem Lieblingspart der Strecke:

Die Wiese hatte an dieser Stelle ein leichtes Gefälle, man bremste in eine Linkskurve und ließ sich nach außen tragen. In der Kurve visierte man schon eine der tiefen, ca. 20 Meter langen, matschigen Spurrillen an und hielt voll rein. Immer noch am beschleunigen gings in die nächste Linkskurve, welche gleichzeitig eine mit tiefen Löchern und Querwurzeln gespickte Auffahrt, die man natürlich beschleunigend überwand.

Oben angekommen sprang man auf eine weitere zerbombte Gerade und noch bevor das Hinterrad den Boden berührte, hing man schon wieder voll am Gas und schaltete einen nach dem anderen Gang hoch. Wenn sich dann langsam aber stetig das Vorderrad vom Boden abhob, spürte man wieder die Erotik der vorhandenen Leistung.

Nach etwa einer Stunde war ich auf Platz 28 (von 89) und im weiteren Rennverlauf fuhr ich dann auf meinen endgültigen 14. Platz. Der Starter auf Platz 13 war auf die gesamten zwei Stunden gesehen nur um zehn Sekunden schneller gefahren. Wenn der eine oder andere Fahrfehler nicht gewesen wäre, hätte ich sicher noch ein paar Plätze gut machen können.

Mein Vater wurde in der Klasse XC Super-Seniors 12. von 39 Startern und wir sind beide ziemlich zufrieden mit unseren Ergebnissen im ersten Rennen und freuen uns schon auf den zweiten Lauf des German Cross Country Championships in Walldorf/Werra (Thüringen) am 8. Mai 2010.

Der XCC Cross Country Championship ist die, an den Teilnehmerzahlen gemessen, größte europäische Offroadrennserie mit ca. 1.700 Startern in Deutschland (GCC), Österreich (ACC), Italien (ICC) und England (GBXC). An der Rennserie kann jeder, vom Hobbymotocrosser/-enduristen bzw. Hobby-Quad/ATV-Fahrer bis hin zum internationalen Profi samt seinem Werks-/Importeurteam teilnehmen.

Möglich ist dies durch die spezielle Klasseneinteilung, angefangen bei den Guests über Beginner, Women, Juniors, Wild Child, Pre- und Super-Seniors, den drei Sportfahrerklassen A, B und C, Quad Sport/Pro und ATV und den Königsklassen XC Expert und Pro.

Dan beim  XCC Cross Country Championship 2010.  Foto: privatDie Klassen starten beim German Cross Country Championship (GCC) in sieben Läufen an einem Wochenende. Gestartet wird seit heuer in Gruppen, sprich jede Klasse separat, womit das Gedränge in den ersten Runden aufgelöst werden soll.

Leider wurde das Rennwochenende von einem traurigen Ereignis überschattet: Ein Quadfahrer, der in seinem Transporter geschlafen hatte, ist an einer Gasvergiftung vor Ort gestorben. Die Ermittlungen laufen noch, deshalb ist noch nichts Genaueres bekannt.

Weitere Infos über mich und die Rennserie gibt’s unter:
www.danielmeindl.com
www.baboons.de
www.xcc-racing.com

veröffentlicht am 14.04.2010

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