Supercross 2011:
Florent Richier, der König von Dortmund

Ein brisantes Rennwochenende in der Dortmunder Westfalenhalle: Florent Richier sicherte sich nicht nur in Dortmund den Gesamtsieg, sondern gewinnt auch knapp die komplette Serie, den ADAC SX Cup. Ein Unfall überschattete den Supercross.

Supercross in Dortmund.  Foto: Jan BruckeNach den Rennen in Stuttgart, München und Chemnitz  galt für die Führenden der Supercross-Serie nur noch eins: alles auf eine Karte setzen, um sich den Gesamtsieg des ADAC SX Cups zu sichern. Denn das Fahrerfeld der SX1 Klasse lag ganz dicht beisammen und der Sieg der Serie war für mehrere Fahrer greifbar. Nachdem der in Deutschland lebende Franzose Florent Richier am Freitag gewinnen konnte, schob er sich an dem bis dahin Führenden Joaquim Rodrigues vorbei. Aber auch sein Landsmann, Cedric Soubeyras, der Einzige im Fahrerfeld vertretene Zweitaktpilot, saß ihm im Nacken.

Am Samstagabend wurden die Karten dann erneut gemischt, denn Soubeyras war den anderen Fahrern auf seiner Zweitakt KTM überlegen und übersprang als Erster mit einem lockeren Heelklicker den Zielhügel. Die Zuschauer feierten ihren Sieger wie keinen Zweiten. Durch seinen Mut als Einziger auf eine Zweitakt Maschine zu setzen, seinem super coolen Fahrstil und seinem Biss, fuhr er nicht nur den Sieg ein, sondern schien Dortmund in ihm auch einen neuen Publikumsliebling gefunden zu haben.

Supercross in Dortmund.  Foto: Jan BruckeLeider wurde der Samstagabend nicht nur von solch schönen Bildern gezeichnet. Im letzten Hoffnungslauf vor dem Finale schien einfach alles schief zu laufen. So musste das Renngeschehen zunächst nach einem Massencrash abgebrochen werden, auch nach dem nächsten Start wurden die Zuschauer Zeugen einer schrecklichen Szene: der Fahrer AJ Catanzarro stürzte nach einem großen Sprung und zwei weitere Fahrer konnten dem am Boden liegenden nicht mehr ausweichen und sprangen auf ihn. Der Fahrer wurde nach ausgiebiger Erstversorgung, die noch auf der Strecke stattfand, abtransportiert. Doch waren seine Verletzungen glücklicherweise nicht so dramatisch: Am Sonntag saß er wieder auf seiner Maschine.

Doch sollte dies aber noch nicht genug Unglück sein: Ein weiterer Fahrer, Jake Moss, stürzte zwei Kurven vor dem Ziel als Führender und zog sich eine komplizierte Schulterverletzung zu. An dieser Stelle möchte FUNSPORTING den Verletzten eine schnelle Genesung wünschen. Desweiteren soll an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben, dass die beiden Kommentatoren, Schreiber und Deitenbach, nach den Stürzen nicht gerade Feingefühl bewiesen. Viele Zuschauer zeigten sich empört darüber, dass einfach locker weiter moderiert wurde, obwohl der Pilot mit sichtlichen Schmerzen am Boden lag.

Der letzte Programmpunkt riss die Zuschauer regelrecht von den Sitzen. Die Freestyle Show scheint Jahr für Jahr mehr Fans zu gewinnen und die komplette Westfalenhalle stand Kopf und erinnerte mit Chören, Tröten und begeisterten Pfiffen, an die Südkurve eines ausverkauften Fußballstadions. Die sechs Piloten bestehend aus Fabian Bauersachs, Jose Miralles, Nick de Wit, Lance Coury, Eigo Sato und Antonio Navas begeisterten mit ihrem Trickfeuerwerk. Viele tolle Trains und eine Menge an Backflip-Combos sorgten für einen gebührenden Abschluss des Abends. Der Spanier Navas war am Samstag noch kurzfristig angereist, um den am Freitag im Training gestürzten Belgier Gilles de Jong, der mit einem Kieferbruch in der Unfallklinik Dortmund versorgt wird, zu ersetzen.

Florent Richier: Supercross in Dortmund.  Foto: Jan BruckeAm Sonntag, dem letzten der drei spektakulären Renntage, ging es dann darum, sich den Titel „König von Dortmund“ zu sichern und um die wertvollen Punkte für den Seriengesamtsieg zu kämpfen. Und es sollte spannend werden. Der Franzose Richier profitierte vom Pech des Siegers von Samstag, Soubeyras, der im Finale stürzte und dann nur noch auf Platz zwei vorfahren konnte. Somit konnte der Franzose, der von den Fans liebevoll „Franz Richter“ genannt wird, sowohl den Titel, als auch den Seriengesamtsieg einfahren.

Prinz von Dortmund in der SX2 Klasse darf sich Austin Politelli vom Team Honda Meyer nennen. Mit einem Sieg im zweiten Finallauf sicherte sich der 16-jährige US-Amerikaner den zweiten Tagessieg in Folge und somit die meisten Punkte in der Wertung. „Das ist ein Glanzpunkt meiner motorsportlichen Laufbahn“, freute sich der Nachwuchsfahrer.

Text: Manuela Bechert

veröffentlicht am 11.01.2011

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