Florian Kaiser berichtet von seinem Einrad-Sieg bei der Salzkammergut Trophy 2009:

Der 21-jährige Florian Kaiser ist der Gewinner in der Kategorie Einrad bei der Salzkammergut Trophy 2009 in Bad Groiben, Österreich. Exklusiv gibt er in seinem Bericht auf funsporting.de Einblick in die zwei Wettbewerbs-Tage. Hier sein Bericht:

Salzkammergut Trophy PrivatWie schon gewohnt, regnete es bereits während der gesamten Anreise. Nur dieses Mal war keine Wetterbesserung in Sicht. Die ersten Mountainbiker luden ihre Bikes wieder ein und fuhren heimwärts. Bis zum Start waren die meisten von uns Muni-Fahrern schon durchnässt und durchgefroren. Um nicht ganz auszukühlen, warteten wir in einer kleinen Gruppe zusammen unter dem Festzelt und begrüßten dabei unsere Kameraden und Konkurrenten und checkten deren und unsere Einräder, während wir auf den Start warteten, der fünf Minuten nach dem der Mountainbikern angelegt war. Doch die lustigen Unterhaltungen im Zelt  waren auf einen Schlag vorbei, als die ersten Einradler nun doch schon die Startlinie mit den Mountainbikern zusammen überquerten.

Schnell! Wo ist mein Einrad? Zack, zack hab ichs gesattelt und gab ihm die Sporen für die 27 Kilometer. Auf der Geraden war ich sehr schnell unterwegs, da ich eine 30er-Scheibe mit extrem kurzen Kurbeln unterm Hintern hatte - genau das Richtige für gerade Strecken. Doch ist Österreich für Berg und Tal berühmt und bei dieser Runde waren 600 Höhenmeter zu bewältigen. Für Bergfahrten sind kurze Kurbeln alles andere als bequem, aber ich wollte an meine Grenzen gehen oder eher radeln.

Ziemlich schnell fuhr ich an die Spitze der Einradkolonne, mit der ich auch begann, die ersten Mountenbiker zu überholen, die mich blockierten. Nach einem kurzen Asphaltstückchen der erste Singeltrail, der quasi ausschließlich aus Schlamm bestand. Hier merkte ich schon dass das eine recht spaßige Ausfahrt werden würde, und ließ keine Pfütze aus. Aber dann ging es erstmal bergauf; Es ging erstaunlich gut und recht zügig voran, aber es war auch sehr anstrengend. Zudem lief mir eine Mischung aus Regenwasser und Schweiß in den Rücken rein und bei den Hosenbeinen raus. Zumindest fühlte es sich so an.

Endlich bei der Jausenstation angekommen, entschied ich mich für den Drive-in und schnappte mir unter der Fahrt einen Becher zu trinken und eine halbe Banane.

Salzkammergut Trophy PrivatNach einem weiteren saftigen Anstieg, der sich über einige Kilometer zog, war der höchste Punkt der Runde endlich erreicht! Ab hier ging es nur noch abwärts; Endlich Entspanung, dachte ich, aber das erwies sich als eine Fehlanzeige... Ich musste echt haxeln, um meinen Pedalen hinterherzukommen. Dafür stieg der Spaßfaktor, denn der Boden war vom Regen so durchweicht, das es eine reine Rutschparty, ein Matschmatch wurde. Ab und an konnte ich kaum noch treten, da die tiefen Pfützen mehr als kniehoch waren (wenn man sich reingestellt hätte - hab ich aber nicht)! 

Es war dann richtig anstrengend auf dem Schlamm voran zu kommen. Immer wieder war ich sogar gezwungen, zu schieben, da das Einrad beim Reintreten durchdrehte. Einige Male stieg ich auch unfreiwillig ab, doch ab und an nähere Bekantschaft mit dem Matsch zu schließen, schadet schließlich auch nicht.

Erleichtert, durchnässt, den Dreck bis hinter die Ohren und voller Euphorie, dass die Rechnung mit den kurzen Kurbeln aufging, kam ich dann mit Vollgas, den Rekord um fast 20 Minuten brechend, als Erster im Ziel mit einer Zeit von 1 Stunde 45 Minuten und mit einem saftigen Vorsprung von 15 Minuten an.

Am nächsten Tag stand dann noch das Downhillrennen an. Ausgeschlafen? Daran dachten wir gar nicht erst! In der Früh ließen wir uns die 500 Höhenmeter hochshuttlen. Über Nacht hatte sich der Regen verzogen, und hier und da blinzelte die Sonne durch die dichte Wolkendecke. Der Boden jedoch war vom Vortag noch so durchweicht und schlammig, dass wir einfach eine neue Disziplin erfanden: Einradsliding. Die Kunst bestand darin, sich solange wie möglich auf dem rutschenden Einrad zu halten. Nach einer gemütlichen gemeinsamen Streckenbesichtigung ging es dann mittags wieder rauf zum Start.

Als sich alle versammelt hatten, gab es einen Massenstart mit 45 Fahrern. Nach der ersten Kurve ging die Schlammschlacht los. Es war extrem rutschig, und so küsste jeder mindestens einmal die gute Erde des Salzburger Vorlandes. Über Wurzeln, Steine und sonstige Dinge, wie z.B. Einräder gings dann weiter. Schon nach kurzer Zeit waren die Fronten einigermaßen geklärt und ich war ganz vorne mit dabei. Ich fuhr mit dem gleichen Einrad wie beim Marathon, jedoch hatte ich jetzt richtig zu tun, meinem Muni hinterherzukommen.

Hinter einer Kurve kam eine kleine Holzbrücke, und das war mein Pech. Die Balken waren so nass, das ich zur Seite abrutschte und über einen Meter in den Bach fiel. Dort lag ich also und sortierte meine Knochen, während die anderen zu Fuß die Brücke überquerten und dann weiterfuhren. Schnell wieder rauf aufs Rad und weiter! Mir war jetzt egal, was mir alles wehtat. Hauptsache, ich konnte so viele wie möglich überholen. Nach insgesamt 500 Höhenmetern waren wir im Ziel angelangt und ich musste einsehen, dass es dieses Jahr nur für den fünften Platz gereicht hat. Aber, und da bin ich mir sicher, die nächste Salzkammergut Trophy kommt bestimmt!

Ein Bericht von Florian Kaiser

veröffentlicht am 14.08.2009

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