Trond Hansen gewinnt White Style in Leogang
Bis in die Nacht hinein gaben die geladenen internationalen Fahrer ihr Bestes auf dem aus Schnee und Holz gebauten Slopestyle Parcours. Leogang war zwei Tage lang das Mekka für Mountainbike Freerider.
Trond Hansen aus Norwegen sicherte sich durch seinen Style und das hohe technische Niveau seiner Tricks den ersten Platz. Aber auch die anderen Fahrer beeindruckten die Zuschauer bei der dritten Auflage des White Style Contests mit einem bisher nicht da gewesenen fahrerischen Können.
Die insgesamt 22 Fahrer aus acht Nationen hatten am Freitag das erste Mal die Möglichkeit, die Strecke zu fahren. Diese hatte es wahrlich in sich: Auf zwei Doubles direkt am Start folgte ein riesiger Anlieger, welcher den nötigen Schwung für den direkt danach kommenden Satellite Dish garantierte. Das nächste Obstacle war zugleich das anspruchsvollste der Strecke. Ein Step-Up Sprung mit einem etwa vier Meter hohen Table, welches mit einem Step-Down Gap von über vier Metern endete. Der letzte Sprung direkt im Zielbereich war am größten dimensioniert und ermöglichte den Fahrern viel Airtime für ihre besten Tricks.
Am Samstagnachmittag dominierten Grant Fielder, Martin Söderström und Benny Korthaus die Qualifikation, welche aus je zwei Runs pro Fahrer bestanden. Grant, der Kursdesigner des Nissan White Style, beeindruckte durch eine wirklich saubere Line mit einem X-up One-Footed Backflip und einem durchgestylten Tailwhip, sowie auch einem No-Footed Cancan aus dem Satellite Dish.
Sehr angenehm überrascht waren die Judges von dem erst 17 Jahre alten Rookie Martin Söderström aus Schweden. Nicht nur sein bilderbuchreifer 360 Tailwhip prägte sich ein, auch seine im Allgemeinen sehr sauber gefahrenen und technisch sehr anspruchsvollen Runs mit Lookdowns aus dem Satellite Dish, sowie seine 360-Barspins blieben im Gedächtnis der Punktrichter.
Der absolute Favorit der Judges wie auch der Besucher war in der Qualifikation Benny Korthaus: auf einem 360 und einem Backflip bei den ersten beiden Doubles folgte ein 360-Drop am Gap der Box und ein Tabletop-Backflip beim letzten Sprung. Er war damit der einzige, der einen großen Trick am Drop zeigte.
Andreu Lacondeguy zeigte sein spanisches Temperament und setzte am Ende der Strecke zu einem Doublebackflip an. Der Kona Clump Teamrider fuhr mit sehr hoher Geschwindigkeit an, schoss so hoch in die Luft wie kein anderer, überdrehte den Doublebackflip und landete unglücklicher Weise mit seinem Allerwertesten zuerst. Nach einem kurzen Blackout konnte er sich jedoch schnell wieder berappeln und seine Konzentration auf die später anstehenden Finalläufe richten.
Nachdem sich die Fahrer in der Riders Lounge wieder aufgewärmt hatten, während draußen die Sonne langsam unterging, wurden die Scheinwerfer eingeschaltet und die Zeit des Finales war gekommen. Um 20:30 Uhr hatten sich die Besucher am Schanteilift eingefunden um die Fahrer in ihren beiden Finalläufen lautstark zu unterstützen.
Der in der Qualifikation erstplatzierte Benny Korthaus hatte leider Pech, stürzte bei beiden Finalruns und landete letztendlich abgeschlagen auf dem zehnten Platz. Jedoch waren zwei andere Deutsche ganz vorne mit dabei. Andi Wittmann begann seinen Lauf mit einem 360 und einem Backflip X-up One-Foot, zog einen Table Top aus dem Satellite Dish heraus, nutzte den Step-Up für einen Barspin, beendete seinen Run mit einem fetten Tailwhip-Indian Air und wurde letztendlich Dritter.
Der Münchner Amir Kabbani setzte diesem Run noch einen drauf: Nach einem Tailwhip und einem Backflip folgten ein cleaner No-Foot Can Can beim Satellite Dish, ein Barspin beim Step-Up, ein X-up beim Step-Down Gap und ein stylischer wie auch sehr sauber gestandener Superman Seatgrap beim Zielsprung.
Nur einer konnte die beiden Jungs aus „good old germany“ noch übertreffen: Trond Hansen. Beginnend bei einem 360-Table Top und einem Backflip kurz nach dem Start, über einen Table Top One-Foot aus dem Satellite Dish heraus, Barspin beim Step-Up, Table Top runter und dann kam zum krönenden Abschluß ein super hoher Frontflip – somit passte bei Trond wirklich alles.
Zwischen den beiden Finalläufen heizte das Boom Boom Soundsystem, bestehend aus Tai Jason und Ali A$, den Zuschauern so richtig ein. Für Leogang gaben sie sogar einen eigens kreierten White-Style-Song in astreiner Hip Hop-Manier zum Besten.
Nach einer kurzen Beratungspause für die Judges wurden die Sieger gekürt. Trond war sichtbar glücklich über seinen Erfolg und sagte noch während er seinen 2.000 Euro Scheck in der Hand hielt: „Es war ein super Wochenende für mich. Ich bin mit dem Schnee besser zurechtgekommen als ich davor gedacht hatte. Klar, Dirt liegt mir natürlich mehr, aber hey, ich hatte heute richtig Spaß und bin sehr motiviert für die kommende Saison!“
Gefeiert wurde daraufhin bei der After-Contest Party auf der Kralleralm – bis in die frühen Morgenstunden. Für gute Laune und jede Menge Bewegungsenergie sorgte die Lionhouse Crew.
Bei höheren Temperaturen und hoffentlich wie die Jahre zuvor strahlendem Sonnenschein steht vom 5. bis zum 8. Juni 2008 der nächste Event in Leogang an: Das Out of Bounds Weekend. Es lockt ein umfangreiches Rahmenprogramm, welches das Out Of Bounds Weekend zu einem wahren Mountainbike-Festival macht: Von einem Aussteller- & Messebereich, über eine Vielzahl von Contest-Formaten, bis hin zu Live-Musik und After Show Parties ist einiges geboten. Absolutes Highlight des Out Of Bounds Weekends ist und bleibt aber der 26TRIX. Dieser weltweit renommierteste Mountainbike Dirtjump-Contest wird auch bei seiner dritten Wiederauflage die Creme de la Creme der internationalen Freeride-Elite nach Leogang holen. Die Dimensionen des Dirtparcours, die Weite und Höhe der Sprünge, wie auch das Trickniveau werden im nächsten Jahr wieder alles bisher da gewesene übertreffen. Wer Den White Style verpasst hat, sollte sich das Out Of Bounds Weekend auf keinen Fall entgehen lassen.
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