Night of the Jumps 2011: Erfolgreichste Hinrunde aller Zeiten
Dieses Jahr erlebte die Night of the Jumps die mit Abstand spannendste Hinrunde in der Geschichte der FIM Freestyle MX World Championship. Hochspannung und einige Überraschungen standen 2011 auf dem Programm der FMX Serie.
Die erste Hälfte der Night of the Junps Serie 2011 ist vorbei. Mit dem siebenten Wettbewerb der FIM Freestyle MX World Championship im russischen Penza Mitte Juni ging die Tour in eine fast viermonatige Sommerpause, die erst am 22. Oktober endet. Dann treffen sich die WM-Aspiranten in zum Lettischen Grand Prix in Riga. Zeit also die bisherige Saison Revue passieren zu lassen.
Anders als in den Jahren zuvor feierte die Night of the Jumps ihr Opening nicht in Berlin, sondern erstmalig in Turin. Und dort ging es gleich mit einem Paukenschlag los. Remi Bizouard gewann den italienischen WM-Wettbewerb und meldete sich damit eindrucksvoll zurück.
Der amtierende Weltmeister Libor Podmol hingegen schaffte es noch nicht mal ins Finale. Stark präsentierten sich gleich die Newcomer um Javier Villegas, David Rinaldo und Maikel Melero. Der Chilene flog auf den zweiten Platz, Rinaldo und Melero tricksten sich mit viel Style ins Finale.
Gut ins Jahr kamen auch Jose Miralles und Massimo Bianconcini. Der Spanier holte den dritten Platz, während Bianco vor heimischer Kulisse nur knapp das Podium verpasste. Dann zog der FMX WM Zirkus in die deutsche Hauptstadt. Tag ein konnte Jose Miralles vor Bizouard und Villegas gewinnen.
Am zweiten Tag meldete sich aber Weltmeister Podmol zurück. Der Tscheche siegte beim dritten Wettbewerb der FIM Freestyle MX World Championship und verwies Villegas und Bizouard auf die Plätze. Mit zwei Podiumsplätzen und einem Sieg übernahm Remi Bizouard aber die Führung in der FMX WM.
Dicht gefolgt von Javier Villegas, der es auch auf drei Podiumsplätze brachte sowie Jose Miralles, immerhin mit einem Sieg und einem weiterem Podiumsplatz auf dem Konto. Newcomer Melero schaffte es mit seinem unvergleichlichen Style sich bei allen drei Wettbewerben ins Finale zu springen. Und auch Fabian Bauersachs zeigte Beständigkeit. Der deutsche FMX Professor landete bei drei Rennen jeweils auf Platz sieben.
Es folgten die beiden Schweizer Grand Prix und mit ihnen begann eine neue Zeitrechnung in der Geschichte der Night of the Jumps. In Basel betrat Josh Sheehan erstmalig in 2011 die WM-Bühne und danach sollte nichts mehr so sein wie zuvor.
Der Australier sprang nicht nur einen lupenreinen Lazyboy Flip, sondern führte auch 360-Kombinationen auf dem Parcours ein. Dazu schüttelte er noch 1-Hand Take-off Tsunamis und vieles mehr aus dem Hut. So gewann er beide WM-Wettbewerbe und verwies die europäischen FMX Platzhirsche in ihre Schranken.
Einzig Javier Villegas zeigte sich davon wenig beeindruckt und fuhr konstant zwei weitere Podiumsplätze ein, die ihm die Führung in der WM-Gesamtwertung einbrachten. Nach derNight fo the Jumps Premiere in Turin stieß ein weiterer Neuling auf den WM-Planer. Die russische Sportstadt Penza lieferte den Playground für die FIM Freestyle MX World Championship Runden sechs und sieben.
Wieder mit Josh Sheehan und wieder mit zwei Siegen für Australiens „Wonderboy“. Der FMX Dominator aus Down Under kam mit dem Outdoor Track am besten zurecht und fuhr das Optimum heraus: Vier WM-Starts, vier Siege. Russland erwies sich aber auch für David Rinaldo als perfekte Spielwiese.
Der Franzose zeigte Airplanes, 1-Hand Underflips und Double Seatgrab Backflips, womit er sich auf Platz drei am ersten und Rang zwei am zweiten Tag katapultierte. Und Villegas? Nach einem zweiten Platz verpasste mit Rang vier erstmalig in 2011 das Podium.
Das konnte er aber verschmerzen, denn mit 118 Punkten führt er die FIM Freestyle MX World Championship nach sieben Läufen an und das mit einem dicken Polster von 18 Zählern auf Jose Miralles. Platz drei in der WM hält noch Remi Bizouard inne.
Aber der Franzose muss sich langsam fragen, wohin es mit ihm weiter gehen soll. An beiden Tagen in Russland konnte er nicht das Finale erreichen, weil er seinen fetten Tricks um Cliffhanger und Ruler Flip nicht zeigte. Auch Libor Podmol musste sich mit ungewohnten Plätzen begnügen. Die Plätze vier und sieben sind für den Weltmeister einfach zu wenig, auch wenn man ihm zu Gute halten muss, das er mit einer Verletzung an den Start ging.
Man bekommt aber den Eindruck, dass es zu einer Wachablösung in der Night of the Jumps gekommen ist. Die Altmeister und Platzhirsche um Remi Bizouard, Libor Podmol, Jose Miralles, Massimo Bianconcini und Fabian Bauersachs müssen ihre Trickrepertoire erweitern, wollen sie gegen die Newcomer um Josh Sheehan, Javier Villegas, Maikel Melero und David Rinaldo bestehen.
Auch in der Deutschen Rangfolge ist Bewegung im Spiel und es sieht nach einer baldigen Wachablösung aus. Hannes Ackermann rüttelt am Thron von FMX-Urgestein Fabian Bauersachs. Mit Tsunami Flips, Underflips und Airplanes hat der Youngster sein Trickniveau stark verbessert.
In Basel ließ Hannes damit schon mal Fabian hinter sich und verpasste nur hauchdünn sein erstes IFMXF Finale. In Penza konnte Bauersachs die alte Rangfolge erst einmal wieder herstellen. Aber hier ist ordentlich Bewegung im Spiel und es scheint nur eine Frage der Zeit, bis sich der Thüringer dauerhaft vor den Franken setzt.
Ansonsten darf man den Red Bull Fahrer Petr Pilat nicht vergessen. Der Tschechische Youngster hat zwar immer mal wieder mit Verletzungen zu kämpfen, ist aber seit letztem Jahr zu einer festen Größe in der Night of the Jumps gereift. Sein Repertoire an Backflip-Kombinationen sucht seinesgleichen.
Wenn er es schafft, die Nonflip-Tricks weiter zu verbessern, ist er ein dauerhafter Kandidat für das Finale und vielleicht auch bald auf dem Podium. In Basel ersprang sich Petr sein erstes Finale 2011. Da sich Brice Izzo Anfang des Jahres schwer verletzte, erhielt sein Bruder Romain dessen Startplatz. Auch er ist ja bekanntlich eine Trickmaschine und kann mit seinem Repertoire jederzeit ins Finale springen.
Aber in der ersten Saisonhälfte patzte der kleine Franzose immer wieder und verbaute sich so deutlich bessere Platzierungen. 2011 bot die bisher spannendste Hinrunde in der Geschichte der Night of the Jumps/ FIM Freestyle MX World Championship. Durch die lange Sommerpause hat aber jeder FMX-Pilot ausreichend Möglichkeit weiter an seinen Tricks und Runs zu arbeiten.
Die Rückrunde verspricht also Höchstspannung pur. Kann Javier Villegas die Führung in der WM verteidigen und eventuell sogar ausbauen? Oder siegt Josh Sheehan einfach immer weiter und fängt den Chilenen noch ab. Und was machen Weltmeister Libor Podmol, der zweimalige Champion Remi Bizouard und Spaniens „El Loco“ Miralles? Greifen sie wieder an? Am 22. Oktober hat das Warten ein Ende. Dann zünden die Backflipgranaten über dem Himmel von Riga.
FIM Freestyle MX World Championships Ranking:
1. Javier Villegas CHL AMA Yamaha 118 Points
2. Jose Miralles ESP RFME KTM 100 Points
3. Remi Bizouard FRA FFM Yamaha 97 Points
4. Maikel Melero ESP RFME Yamaha 86 Points
5. Libor Podmol CZE ACCR Suzuki 81 Points
6. Josh Sheehan AUS MA Honda 80 Points
7. David Rinaldo FRA FFM Yamaha 76 Points
8. Fabian Bauersachs GER DMSB KTM 57 Points
9. Romain Izzo FRA FFM Yamaha 52 Points
10. Massimo Bianconcini ITAL ACCR KTM 36 Points
11. Lukas Weis GER DMSB Suzuki 36 Points
12. Hannes Ackermann GER DMSB KTM 35 Points
13. Petr Pilat CZE ACCR KTM 17 Points
14. Kai Haase GER DMSB Suzuki 10 Points
15. Nikolay Ivankov RUS MFR Honda 7 Points
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