GCC-Lauf 2010 in Walldorf:
Daniel Meindl berichtet

Motocross-Fahrer Daniel Meindl berichtet für FUNSPORTING vom zweiten GCC-Lauf 2010 in Walldorf. Leider verlief das Race für unseren Rider nicht so wie geplant. Ein Bericht von Daniel Meindl oder: „Wie man ein Rennen in den Sand setzt wo keiner ist“.

Daniel Meindl berichtet von seinem GCC-Lauf in Walldorf.  Foto: Daniel MeindlNachdem wir alles ge- und verpackt hatten gings am Samstagmorgen, am 8. Mai 2010, auf die Reise in das 330 km entfernte Walldorf in Thüringen. Dort angekommen stand wieder die Anmeldung und die technischen Abnahme des Bikes auf dem Programm.

Danach hieß es Gummistiefel an und Streckenbesichtigung. Die Walldorfer Waldprüfung ist laut dem Serienveranstalter Baboons eine der anspruchsvollsten Strecken der Saison. Der Track selbst besteht aus einer Motocross-Strecke und einem sehr großen Wiesen- und Waldanteil.

Die Untergrundbeschaffenheit der Crosspiste hatte aufgrund des Regens während der Woche Schmierseifencharakter, was auch der Grund war, warum in den Läufen vor uns Fahrer am laufenden Band eher Passagier als Fahrer auf dem MX-Bike waren und dementsprechend oft in den Dreck bissen.

Der Wiesenteil war eigentlich recht simpel, hätten nicht die ca. 240 Starter der vorangegangenen Läufe ihre Spuren und Löcher hinterlassen. Im Wald sah das Bild nicht wirklich anders aus. Nur mit dem Zusatz, dass man dort noch zum Teil extreme Auf- und Abfahrten zu bewältigen hatte.

Nach dem Rundgang waren wir uns einig, dass die lange steile Auffahrt das Highlight der Strecke war, da sich im Lauf der Beginners und Damen dort sogar in der „einfacheren“ Umfahrung Dramen abgespielt hatten.

In der Fahrerbesprechung wurden wir wieder auf Gefahren und besonders auf die Umleitungen in der ersten Runde hingewiesen. In dieser Runde wurden ein paar Auf- und Abfahrten vorerst aus dem Programm genommen, damit sich das Fahrerfeld nicht zu sehr staut.

Ab der nächsten Runde stand uns dann der ganze Spaß zur Verfügung. Am Start standen wie auch schon in Sonneberg drei Klassen, die Pre-Seniors, Super-Seniors und meine Klasse XC Sport C. Da wir beim Saison-Auftakt in Sonneberg als Erste starten durften waren diesmal die Pre-Seniors dran. Eine Minute später wir und zuletzt die alten Herren.

Zu meinem Start um kurz nach 16 Uhr: Wie schon im letzten Bericht erwähnt hat mein Bike bei gewissen Temperaturen Startschwierigkeiten also dachte ich mir „gut warmlaufen lassen“. Als das Gerät aber dann am Stand schon zum Überkochen anfing ging mir nur eins durch den Kopf „fängt ja gut an!“.

Der Startbereich war ein 20 cm tiefer „See“ aus Matsch, Schlamm und Wasser welcher es schon zu einer Herausforderung machte sein eigenes Bike beim Le Mans Start ohne ungewollte Zwischenfälle zu erreichen. Als dann die Pre-Seniors weg waren startete unsere Startmelodie und nach dem Herzschlag und Nervositätsmaximum gings auch für uns Sportfahrer los.

Ich hin zum Bike, drück auf den Knopf, Moped läuft, ich will wegfahren, Plop und aus. Nochmal auf den Knopf und dann war auch ich unterwegs. Toll, Start versaut. Ich war irgendwo im hinteren Mittelfeld. Top Leistung wenn man bedenkt, dass ich Startnummer 12 hatte. Wie schon befürchtet gings nicht nur gut los sondern besser weiter.

Daniel Meindl berichtet von seinem GCC-Lauf in Walldorf.  Foto: Daniel MeindlAlso war Kolonnenfahren angesagt. Stellenweise liefs gut und man konnte ein paar Plätze gut machen an anderen Stellen verlor man Plätze. Dann kam eine, an eine enge 90° Kurve anhängende, steinige Auffahrt welche wir beim anscheinend nicht ganz vollständigen Streckenrundgang übersehen hatten. Ein Bild für Götter. Man sah kaum mehr den Dreckboden weil überall Motorräder und deren Fahrer aus unserer Klasse und den vorangestarteten Pre-Seniors im Hang lagen.

Da man sich ja nicht dazulegen will wartet man in weiser Voraussicht bis sich das Feld lichtet. Leider dachten nicht alle so und es fuhren immer mehr Fahrer von hinten vor und legten sich dazu. Irgendwann sagte dann der Teufel auf meiner Schulter trotz Widerworte des Engels, dass ich da auch rein muss.

Ich mit Schwung rein ins Verderben und mit Gleichem machte ich auch meinen Abflug in den Dreck. Bis ich wieder stand und mich hochgekämpft hatte war mein Bike wieder am Aufkochen und ich um einige Plätze weiter hinten. Warum muss eigentlich der Engel immer im Recht sein? Naja, in der Hoffung während der nächsten (fast) zwei Stunden noch einiges rauszufahren gings weiter.

Aufgrund der Bodenverhältnisse gabs auf dem Crossanteil nur eine reifenbreite Idealspur von der niemand abweichen wollte. Hat man es doch versucht, durch den Matsch jemanden zu überholen fühlte es sich an als ob man trotz Beschleunigens eine fast Vollbremsung samt Lenkerwackelns machen würde.

Im Waldanteil war ein Überholen etwas einfacher, jedoch konnte man über die Abfahrten auch nicht zu schnell fahren, da vor allem die Kurzen überhängend und mit Bremslöchern gespickt waren. Das vorhin schon angesprochene Highlight war wider Erwarten relativ einfach und machte mit den anschließenden Kurven und kurzen Auf- und Abfahrten sehr viel Spaß. Leider machten diese 500 Meter auf dem ca. 6,2 km langen Rundkurs nicht sehr viel aus.

Nach einer Stunde Fahrzeit war ich noch auf Platz 39 von 86 Startern. Im Weiteren Rennverlauf fuhr ich noch ein paar Plätze raus und war nach den zwei Stunden auf meinem letztendlichen 30. Platz angekommen. Als Fazit zitiere ich am Besten einen der Top Fahrer aus der Pre-Seniors-Klasse: „So eine Scheiße bin ich ja mein ganzes Leben noch nicht gefahren!“

Dieses mehr als bescheidene Ergebnis hat mich von meinem 14. Platz in der Gesamtwertung auf Platz 21 zurückgeworfen. Zum Glück gibt’s ja ein Streichergebnis in der Saison und jetzt hoffe ich dass die kommenden Rennen wieder besser für mich laufen. Weiter geht’s beim German Cross Country Championship am 5. Juni 2010 in Marisfeld, wieder in Thüringen, 25 km von Walldorf entfernt.

Bis dahin, ride on.

Daniel Meindl

veröffentlicht am 10.05.2010

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