MX-Rider Daniel Meindl berichtet vom ACC Lauf 2010 in Schrems:

Für FUNSPORTING berichtet MX-Rider Daniel Meindl von seinem Lauf beim Austrian Cross Country Championship 2010. Dieser fand mit mehr als 400 Fahrern im österreichischen Schrems statt.

Zweiter ACC-Lauf 2010 in Schrems.  Foto: PrivatNachdem mein MX-Bike wieder in den Renn-Zustand gebracht wurde und alle notwendigen Ausrüstungsgegenstände des persönlichen und materiellen Bedarfs im Bus waren, gings um 6:30 Uhr los. Vor uns lagen angenehme 250 km tschechische Landstraße. Nach nicht enden wollenden 3,5 Stunden Geschaukle waren wir im niederösterreichischen Schrems angekommen, welches etwa acht Kilometer hinter der österreich-tschechischen Grenze bei Gmünd liegt.

Die Motocross-Strecke „Schremser Waldviertel“ liegt direkt am Ortseingang von Niederschrems auf dem Gelände der Schärdinger-Granit-AG. Diese Tatsache prägt auch das erste Bild von Schrems. Hohe Sand- und Steinberge und dahinter das umso größere Loch im Boden. In den vergangenen Jahren durften wir die Hänge dieser Sandberge im Laufe des Rennens hoch- und runterfahren. Leider empfindet die Gemeinde diese Hügel als Schandfleck und will sie jetzt begrünen. Ein Grund zum Weinen für alle ACC-Starter, denn diese Auf- und Abfahrten waren das, was den Event in Schrems ausmachten.

Nachdem wir auf dem für die mehr als 400 Fahrer relativ sehr klein ausgelegten Fahrerlager ein Plätzchen gefunden hatten, gings zur technischen Abnahme. Diese läuft in Österreich auf dem „Parkplatz“ der Papierabnahme etwas chilliger ab. Ich wurde beim Absteigen vom Motorrad mit den Worten „Is des dei Moped?“ begrüßt. Ich bejahte diese Frage natürlich. Zwei Handgriffe später beendete der junge Kerl die technische Abnahme mit dem Wort „basst“.

Zweiter ACC-Lauf 2010 in Schrems.  Foto: PrivatIch hatte meinen grünen Aufkleber und war zufrieden. Die Startnummern habe ich zwar danach erst bei der Papierabnahme erhalten, aber wenn er sagt „basst“ dann „bassts a mir“. Die Strecke an sich bekam aufgrund der fehlenden großen Sandhügel den „Dschungel“ als neuen Streckenabschnitt hinzu. Der Name ist sehr gut gewählt denn: „grün, viele Bäume, eng, matschig, Singletrail“ ist eine deutlich umständlichere Beschreibung.

Schrems bestand auch schon in den Jahren davor aus einem sehr kurzen Motocrossanteil, sandigen Auf- und Abfahrten, sehr vielen Singletrails durch Wäldchen, in Böschungen, auf Sandhaufen usw. und einem Wiesenanteil. In diesem Jahr kamen noch ein paar querliegende Baumstämme und zwei massive Auffahrten im hinteren Bereich dazu. Letztes Jahr waren diese Singletrails bei dem großen Fahrerfeld schon ein Problem, da man permanent aufläuft und schlecht überholen kann. Leider war dies dieses Jahr nicht anders.

Nach dem Streckenrundgang hielten wir noch kurz Siesta und zogen und schön langsam um. Um 12:30 Uhr gings nach einer kurzen Fahrerbesprechung in die Einführungsrunde. Es war ein Drama. Überall staute es sich an jeder der vielen Engstellen und Singletrails. Am Übelsten war es jedoch an der ersten großen Auffahrt. 15 Fahrer kamen problemlos hoch, die nächsten zehn lagen im Hang und weitere 145 Starter warteten darauf, es auch versuchen zu dürfen.

Irgendwann, nachdem mein Moped im Stand beim Warten schon aufgekocht war, kam ich an die Reihe, fuhr hoch und war glücklich, den wartenden Pulk hinter mir lassen zu können. Mein Glück währte nicht lange, denn der nächste Singletrail mit der zweiten großen Auffahrt war nicht weit. Als ich auch diese Hürde ohne Probleme nahm, kam ich ein paar Kurven später im Startbereich an. Die mit 15 Minuten veranschlagte Einführungsrunde dauerte bis der letzte Fahrer endlich an seinem Startplatz war ca. 35 Minuten.

Mit „etwas“ Verspätung kam dann die 2-Minuten-Warnung. Ich hatte Startnummer 145 von 171 Startern. Vor uns standen die Klassen XC Sport B und XC Super-Seniors und zuletzt bei Startnummer 93 beginnend wir, die XC Sport C. Wir wurden vor der 30-Sekunden-Warnung noch darauf hingewiesen, dass die zwei großen Auffahrten aus dem Programm genommen wurden wegen angeblicher Probleme in der Einführungsrunde.

Dann knallte es und 171 Starter liefen a la Le Mans Start zu den Bikes. Fünf Kurven später standen wir bereits wieder an den ersten Baumstämmen. Mehrere Fahrer standen bzw. lagen drauf und der Rest des Starterfeldes musste warten. Danach gings endlich mit Schwung und ordentlich Traktion weiter im Verlauf der Strecke. Leider auch nicht lange, denn auf den Singletrails staute es sich bereits vorm Eingang in den Dschungel.

Dort konnte ich dann eine Abkürzung (noch innerhalb der Absperrung) nehmen und schob mich dadurch an einigen Fahrern vorbei. Es ging über Steine, Wurzeln und kleineren Auffahrten auf weiteren Singletrails durchs Unterholz. Dann kam eins der kleinen Highlights der Strecke. Ein eineinhalb Meter breiter Weg, dann 90° nach rechts fast senkrecht eine Böschung runter, danach sofort ohne Auslauf wieder 90 Grad links ohne Anlauf über mehrere Baumstämme.

Für alle Zuschauer war es ein Fest zu sehen, was sich dort abspielte. Dann gings auf dem Motocrossanteil recht flott voran. Als es dann wieder ans Eingemachte beziehungsweise den weiteren Singletrails und Auf-/Abfahrten ging, war wieder Kolonnefahren und Warten angesagt. Erst ab Ende der zweiten Runde besserte sich die allgemeine Situation. Sobald man sich jedoch an ein paar Fahrern vorbeigekämpft hatte und ein paar Meter in seinem eigenen Tempo fahren konnte, lief man bereits auf die nächste Gruppe auf und der Kampf begann von Neuem.

Wenn man dann auch noch von dem letzten Mann dieser Kolonne gezwungen wird, mit ihm in einer Auffahrt in den Dreck zu beißen, fällt der innere Frieden in ein tiefes schwarzes Loch. Solche Momente kamen während des gesamten Rennens, genauso wie das immer wiederkehrende Warten, leider viel zu oft vor, denn man verliert wertvolle Zeit.
Ich habe es im Rennverlauf geschafft, mich von meiner eher bescheidenen Startposition auf den siebten Platz in der Klasse XC Sport C vorzufahren.

Zweiter ACC-Lauf 2010 in Schrems.  Foto: PrivatLeider holte mich in der letzten Runde im Dschungel während ich überholen wollte, ein Fahrer der Super-Seniors vom Bike und bis ich mein Moped wieder am Laufen hatte, wurde ich von einem Fahrer überholt, den ich bis ins Ziel nicht mehr bekommen habe. Wie sich rausstellte, war es mein direkter Feind. Er hat jetzt meinen siebten Platz und ich wurde Achter von 70 Fahrern, was mich von Null auf Platz 16 in der Gesamtwertung des ACC vorschob.

Mein Fazit: Diese Strecke mit der Hälfte an Startern wäre ein absoluter Traum. Als Veranstalter sollte man sich deswegen mehr Gedanken darüber machen, dass den teilnehmenden Fahrern der Spaß am Fahren vergehen könnte, da man fast nie sein eigenes Tempo fahren kann. Entweder weniger Fahrer oder mehr Streckenabschnitte mit Überholmöglichkeiten. Bei so schmalen Strecken mit vielen Startern ist ein faires Überholen kaum mehr möglich.

Man gefährdet, fast bei jedem Überholmanöver, den langsameren Fahrer und das kann nicht Ziel des Ganzen sein. Ich bin trotzdem froh, mitgefahren zu sein, weil es neben den ganzen Langzeit-Motocross-GCCs eine willkommene Abwechslung war, wieder ein Hard-Enduro-Rennen mitzufahren.

Und ein achten Platz trotz Sehnenentzündung im rechten Gas-Arm tut dem männlichen Ego sehr gut. Beim Austrian Cross Country Championship geht’s am 19. Juni 2010 in Türnitz ohne mich weiter.

Also dann, stay rude and ride on, euer Dan.

Der Austrian Cross Country Championship (ACC) gehört wie auch der German Cross Country Championship (GCC) zur XCC-Rennserie, die von dem Sport-Promoter BABOONS und der Offroad Association International (OAI) in Deutschland, Österreich, Italien und England durchgeführt wird. In Österreich wird BABOONS aber zusätzlich von den Jungs und Mädels von FLATOUT bei der Durchführung unterstützt.

Das Reglement und die Durchführung der einzelnen Läufe sind bis auf ein paar Kleinigkeiten identisch mit Deutschland. Aufgrund der niedrigeren Starterzahlen und der fehlenden Quads, ATVs und WildChilds finden alle Läufe am Samstag statt. Ein weiterer Unterschied zum GCC ist die Einführungsrunde, welche jeder Starter vor seinem eigentlichen Rennen freiwillig absolvieren kann.

In dieser Runde hat man also die Möglichkeit den ganzen Spaß mit dem Bike anzuschauen, damit man keine bösen Überraschungen erlebt. Der letzte mir bekannte Unterschied ist der Start. Hier wird nicht wie bei dem GCC in verschiedenen Gruppen mit einer eingespielten Startmelodie gestartet, sondern alle Starter des Laufes gemeinsam. Zuerst kommt eine 2-Minuten, dann eine 1-Minuten-Warnung und zuletzt eine 30-Sekunden-Warnung und innerhalb dieser 30 Sekunden knallts.

veröffentlicht am 31.05.2010

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