Bundesliga Heubach: Florian Vogel und Maja Wloszczowska siegen
Vogel holt sich nach 30,1 Kilometern den Sieg im dritten Bundesliga-Rennen der Saison. Die Polin Maja Wloszczowska erkämpft sich bei ihrer Heubach-Premiere gleich den Sieg. Vize-Weltmeister Nino Schurter hatte es mit einer Erkältung besonders schwer im Rennen.
Wegen diesem Handicap hatte der Schweizer keine Chance bei dem Kampf um die Podiumsplätze einzugreifen. Dafür aber war sein Teamkollege Florian Vogel voll auf der Höhe. „Es war nicht so schlecht“, meinte Vogel im Understatement. In den ersten beiden Runden hatte der Eidgenosse auch noch seine Mühe mit der glitschigen Abfahrt, doch dann fand der sich besser zurecht. Aus dem Downhill zum Ziel brachte er jede Runde einen Vorsprung mit, den Wolfram Kurschat im gut zwei Kilometer langen Anstieg wieder wett machte. Kurschat ließ aber Vogel als Erster in die Abfahrt rein, um so gut es ging dessen Linie zu folgen.
„Ich habe mich heute im Anstieg nicht so frisch gefühlt. Am Anfang konnte ich den Rückstand jeweils wieder gut machen, aber in den letzten Runden ging das nicht mehr. Florian war im Anstieg genauso stark wie ich“, erklärte Kurschat, der aber mit Rang zwei „sehr zufrieden“ war.
Der WM-Sechste Florian Vogel meinte, die Stimmung sei „cool“, nur die Strecke sei vielleicht nicht mehr ganz modern. Auf Rang drei landete Moritz Milatz. Der Freiburger hatte in der ersten Runde einen Sturz zu verzeichnen, was ihn sehr verärgerte. „Ich war einen kurzen Moment unkonzentriert. Schade, die Beine waren eigentlich ganz gut“, sagte Milatz. Er verlor dadurch den Anschluss an Vogel, konnte sich aber dennoch für sein schwaches WM-Ergebnis ein wenig rehabilitieren. Manuel Fumic war wegen seiner Sturzverletzungen von der WM nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. In der drittletzten Runde stürzte er noch heftig und schied aus.
Bei den Damen hatte Vize-Weltmeisterin Maja Wloszczowska die Nase vorn. Offenbar hatte sie von ihrer WM-Form noch einiges übrig. Die Polin konnte mit einem Kraftakt in der letzten Runde ihre hartnäckigste Begleiterin Lisi Osl aus Österreich abhängen. „Das war extrem hart“, bekannte Wloszczowska. Extrem hart wäre auch der Anstieg gewesen, aber immerhin, die Abfahrt hätte richtig Spaß gemacht, betonte sie.
Wloszczowska wunderte sich vermutlich, dass es Osl war, die so lange Widerstand bieten konnte. Zuvor waren schon Eva Lechner (Italien) und Irina Kalentieva (Russland) zurück gefallen. In der vorletzten Runde versuchte es die Weltmeisterin des Jahres 2010 das erste Mal die Tirolerin abzuhängen, doch Osl wehrte sich. „Lisi war sehr stark heute“, zollte Wloszczowska Anerkennung. Die Österreicherin bekannte, dass sie nach einem enttäuschenden WM-Ergebnis nur Biketouren unternommen hätte. „Das war sicher nicht ideal, aber mental war es gut“, meinte Osl, die vor zwei Jahren in Heubach gewinnen konnte.
Irina Kalentieva, die acht Jahre ganz in der Nähe, in Wasseralfingen, gelebt hatte, genoss „ihr“ Heimpublikum. „Ich bin wieder auf dem Podium, das ist gut. Ich hatte gute Beine, aber die Lisi und Maja waren stärker“, sagte die Russin lachend. Hinter ihr kam Sabine Spitz ins Ziel. Die Deutsche Meisterin bekannte, dass sie am Berg auf der wenig geliebten Strecke ganz gut zurecht kam, in der Abfahrt aber immer wieder Zeit verlor. „Da war ich mir nicht sicher. Ich denke, das hängt noch mit dem Sturz von der WM zusammen. Aber sonst ging es ganz gut. Schön, dass ich mal wieder hier sein konnte. Das BiketheRock ist einfach ein schönes Event“, kommentierte Sabine Spitz ihr Rennen, bei dem sie die WM-Dritte Eva Lechner um eine Sekunde auf Rang fünf verweisen konnte.
Bei den Junioren siegte Lena Putz trotz Hinterrad Deffekt, den sie sich noch in der letzten Abfahrt einholte. Markus Schulte-Lünzums durfte sich über seinen ersten Bundesliga-Sieg freuen.
Das stark besetzte Junioren-Rennen ging an den Schweizer Andri Frischknecht. Europameister Jens Schuermans war am Berg offenbar der Stärkste, doch der Belgier hatte zwei Defekte zu beheben. „Ich war bergab auch ziemlich langsam“, bekannte Schuermans.
Wir dürfen uns also auf ein spannendes Finale Ende September in Bad Salzdetfurth freuen!
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