Interview mit BMXer Julian Bachmann:

Julian Bachmann erzählt uns im Interview, wieso Charakter und Lockerheit einen guten BMXer mehr ausmachen als alles andere, von seiner Bewunderung für Mat Hoffman, der Unterstützung seiner besorgten Eltern und Ferien in Fuerteventura.

Julian Bachmann bei den BMX Worlds 2009 in Köln.  Foto: Sascha Jurek, FUNSPORTINGWas machst Du, wenn Du nicht gerade BMX fährst?
Oh, so etwas gibt es so gut wie nie, aber wenn doch mal bin ich entweder mit Freunden unterwegs oder ich mache etwas mit meiner Freundin. Die Schule lässt natürlich auch ab und zu grüßen, indem ich mit vielen „sinnlosen Hausaufgaben“ zugeballert werde. Da heißt es effektiv sein, um soviel Zeit wie möglich fürs BMXen zu haben.
 
Erzähl uns von Deinen Anfängen im BMX? Wie bist Du dazu gekommen?
Das ist eine lange Geschichte...  Als wir noch in Stuttgart gewohnt haben, hatte ich drei Kumpels, mit denen ich die meiste Zeit verbracht habe. Wir haben uns fast jeden Tag nach der Schule zum Skaten verabredet. (Ja, ich bin auch mal Skateboard gefahren.) Irgendwann bekam der eine ein BMX zu seinem Geburtstag geschenkt und auf einmal gingen wir nach der Schule nicht mehr Skaten sondern Fahrrad fahren. Jeder hatte plötzlich irgendein kleines Rad aufgetrieben – wenn auch das von der kleinen Schwester. Unsere ersten Versuche starteten wir als BMXer über eine umgeworfene Mülltonne: mit einem Brett daran angelehnt. Das wiederholten wir Tag für Tag. Kurze Zeit später fuhren wir dann immer in die City zu einem Skatepark. Unter uns war es einfach nur der Assipark – woraus ihr schon auf seinen Zustand und Klientel schließen könnt... Wir zogen dann aber nach Chemnitz. Das Erste, was ich tat, war mich nach einem Skatepark umzusehen. Da wir zufällig in der Nähe wohnten, verbrachte ich die meiste Zeit dort und lernte viele nette Menschen kennen. Auch jetzt ist das noch so. 
 
Was sagen Deine Eltern dazu?
Naja! Das ist so ’ne Sache. Meine Mutter war früher Geräteturnerin und ist durch ihren Sport jetzt früh berentet: keine Ersatzteile. Sie wollte nicht, dass mit mir das gleiche passiert. Aber ich – knallhart – wollte natürlich Eishockey spielen und coole Sachen machen. So spielte ich auch nebenbei noch sieben Jahre lang Eishockey. Doch von diesem BMX-Trip war sie am wenigsten begeistert. Sie sagt immer: “Du ruinierst dich noch, Junge! Und pass ja gut auf, wenn du was neues versuchst!“ Aber schließlich unterstützt sie mich doch immer wieder...
 
Hast Du Vorbilder? Was macht für dich einen „herausragenden“ BMXer aus? 
Ja, ich vergöttere Mat Hoffman! Dieser Mann hat alles erreicht, was man in diesem Sport nur erreichen kann. Er hat zehnmal die X Games  gewonnen, hat seine eigene BMX-Firma und die Krönung ist: das alles, obwohl  er in der achten Klasse aus der Schule geflogen  war. Vor diesem Mann habe ich echt Respekt. Außerdem find ich, ein ordentlicher Fahrer braucht auch einen ordentlichen Charakter. Wenn er das nicht hat, kann er noch so krass fahren. Auf Dauer kann er nicht bestehen.
 
Ziele für diese Saison?

Mein Ziel war eigentlich, dieses Jahr bei den BMX Worlds unter die Top 10 zu kommen, was leider fehlschlug, weil es anfing zu regnen – und gar nicht wieder aufhörte. Ich konnte also nicht starten. Sch... ade.
  
Wo siehst Du den BMX-Sport in 10 Jahren?  Und wo siehst Du dich persönlich? 
Der BMX-Level wird weiter rasant steigen. Ich erinnere mich an einen 14-jährigen aus Australien, der Mark Webb in der Mini Rampe abzog. Ich kann nur hoffen, dass ich vom Verletzungspech verschont bleibe und viel fahren gehen kann mit besseren Leuten. Ich habe halt das Problem, dass es bei uns in Sachsen nicht so viele davon gibt und auch nicht viel Geld fließt... Reisekosten, Startgebühren, und die ewige Leier und das Gejammer um Sponsoring... Da hab ich noch zu lernen. Aber ich hoffe, dass ich auch auf dem Gebiet des sich Anbietens und der Präsenz in den Medien das Beste draus machen werde. 
 
Wie bereitest Du Dich auf einen Wettkampf vor?

Also an erster Stelle steht für mich beim Radfahren prinzipiell der Spaß. Wenn man den bei der ganzen Sache nicht mehr hat, kann man sich so doll man will vorbereiten. Dann verkackt man es meistens, weil die Lockerheit fehlt. Aber egal. Dann gibt’s ein nächstes Jahr, wo ich mir sage: „Ich mach es besser.“ Fazit: Ich bereite mich für einen Contest nie direkt vor. Hauptsache, ich bleibe dran, komme nicht aus dem Fahr- und Style-Gefühl und habe die Sicherheit für meine aktuellen Tricks.
   
Was war – gefühlt – dein größter Erfolg? Was deine größte Niederlage?
Ich war vor ein paar Monaten in Görlitz zu einem etwas größeren BMX Event, wo ich eigentlich meine Kategorie schon verpasst hatte. Wir waren halt spät dran, so dass ich eben bei Pro mitgefahren bin. Zusammen mit meinem Teamrider  räumten wir ordentlich ab und bekamen für den Sieg jeder einen neuen Rahmen. Und einige Extras. Meine größte Niederlage war in Berlin Mellowpark beim German Open. Ich wurde zehnter in der Minirampe. Da habe ich mich ordentlich geärgert. Und: der verpasste WM-Start dieses Jahr wegen Regen...
 
Was war das Peinlichste, was Du je erlebt hast?

Ja, also da muss ich mal meine Mutter holen...  Moment.
Also gut. Ich sage das jetzt als Mama: Es war vor drei Jahren beim Rollfieber in Chemnitz, Dirt. Die Rider fuhren sich über die Hügel ein. Es begann. Julian fuhr drei Runs. Vor dem vierten Run von ihm rief der Moderator durchs Mikro: „Los Julian -  Backflip!“ Mir rutsche fast das Herz sonst wohin und reaktiv schrie ich zurück „NEEEIIIIIN!“ Er machte es dann trotzdem und gewann. Aber seitdem durfte ich nicht mehr zuschauen... 
 
Ein Urlaubsziel?
Ich würde gerne noch mal nach Fuerteventura fliegen. Das war der beste Ort, an dem ich bisher war, sehr empfehlenswert. Hübsche Mädchen,  hervorragende Wellen (Surfparadies in Costa Calma), ein riesig langer Strand vom Hotel bis zum Wasser. Einfach das Beste, was es gibt. 
 
Mit welcher Person würdest Du gern mal für einen Tag tauschen?   
Eigentlich bin ich zufrieden mit dem, was ich habe. Wenn man halt doch etwas mehr Geld hätte, dann in den Bergen ein Häuschen und in Hawaii eins eventuell. Noch ein Privatjet, dann passt alles (lacht).
    
Wie sieht ein Wochenende ohne BMX aus?
Naja so etwas gibt es eigentlich nie, außer im Winter. Da bin ich Snowboard fahren meist bei Contests. Danach geht’s ab auf die Partys. Na ihr wisst schon schöne Frauen und sehr viel Spaß.
 
Drei Dinge ohne die Du nicht auskommst, die du immer bei Dir hast?
Fast überall, wo ich hinfahre habe ich mein Radel dabei, das muss immer mit und etwas Kleingeld. Was natürlich nicht fehlen darf, ist mein Handy und ’ne schöne Lady.

veröffentlicht am 07.09.2009

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