Deutsche Supermoto Meisterschaft 2011: Rennen, Sieger und ein Heiratsantrag
Diesen Tag wird Dirk Spaniol nie vergessen. Bei der Internationalen Deutschen Supermoto Meisterschaft 2011 in St. Wendel holte er sich seinen ersten Sieg in der S2 Klasse. Noch auf dem Podium machte er seiner langjährigen Freundin einen Heiratsantrag.
Dirk Spaniol ist erschöpft, aber glücklich. Der 42-jährige aus Hirzweiler hat sein erstes DM-Rennen in der S2 Klasse gewonnen. Er steht mit Tränen in den Augen auf dem Siegerpodest. Ein kurzer Blick nach oben, dann grüßt er seine Fans, winkt ihnen mit dem Pokal zu.
Plötzlich wird er hektisch, gestikuliert, will unbedingt das Mikrofon haben. Alle erwarten Danksagungen an seine Crew, doch Spaniol hat etwas anderes im Sinn.
„Nach all den Jahren hab ich endlich gewonnen. Heute ist der richtige Zeitpunkt um dich zu fragen: Katja, willst Du mich heiraten?“ Die Zuschauer sind begeistert, und als seine langjährige Freundin den Antrag ohne Zögern bejaht, gibt es für das Publikum kein Halten mehr. Mit minutenlangen Standing Ovations und einer Champagnerdusche feiern die Fans das „Brautpaar“.
Vom 3. bis zum 5. Juni stand St. Wendel im Focus der Supermoto Fans. Die Internationale Deutsche Supermoto Meisterschaft ging in die dritte Runde. Neben den Highlights der beiden DM-Klassen S1 (450 Kubik) und S2 (offen) gingen mit dem Deutschen Supermoto Pokal, der Amateur-Trophy, den Senioren und den Nachwuchspiloten nicht weniger als sieben Klassen an den Start.
Mehr als 200 Teilnehmer waren angetreten um sich während der drei Tage andauernden Veranstaltung zu messen. Alle Läufe waren voller Spannung und gespickt mit Zweikämpfen, doch das absolute Highlight waren einmal mehr die Läufe der Supermoto DM.
Im Zeittraining arbeitete Hermunen noch an einer schnellen Zeit, als ihn seine Husqvarna wegen eines zu kühnen Manövers im hohen Bogen abwarf. Der unangefochtene Tabellenführer klagte danach über Schmerzen an Schulter und Arm, weswegen ihm auch mit seinem Ersatzmotorrad keine Verbesserung gelang. Während der Tscheche Pavel Kejmar sich mit sieben Tausendstel Vorsprung auf Markus Class die Pole sicherte, machten Hannes Maier und Markus Volz die erste Reihe komplett. Hermunen lieferte hingegen nur die achtbeste Zeit.
Bis Mitte des ersten Rennens unterhielten Markus Class, Pavel Kejmar und Jürgen Künzel das Publikum mit ihrem packenden Dreikampf um die Spitze. Hermunen war bereits an Petr Vorlicek und Markus Volz vorbei und pirschte sich nun an die Führenden heran. Nach drei Runden hatte er die Lücke geschlossen und übernahm im Offroad von Künzel die dritte Position.
In der kommenden Runde luchste ihm der Finne Kejmar prompt den zweiten Rang ab. Mit Markus Class hatte Hermunen dann ein wenig mehr Mühe, doch durch eine andere Linienwahl im Offroad gelang es ihm dem 19ten DM-Sieg in Folge entgegen zu fahren.
Im zweiten Lauf kam Pavel Kejmar am besten aus den Startlöchern und setzte sich direkt vom Rest ab. Doch Künzel war Kejmar auf den Fersen, nachdem er Volz überholt hatte. Hermunen, von Platz acht kommend, brauchte zwei Runden länger um den Saarländer vor heimischer Kulisse zu bezwingen.
Durch die zeitraubenden Zweikämpfe hinter sich hatte Kejmar einen guten Vorsprung herausfahren können, den Hermunen nicht mehr aufholen konnte. Somit lag Künzel auf dritter Stelle, aber ein Missverständnis ließ ihn eine Runde zu früh glauben, dass das Rennen vorbei sei, weshalb er Volz und Class kampflos und überrascht an sich vorbei ziehen ließ.
Der Tabellenführer Michi Herrmann verletzte sich bei einem Sturz im freien Training am Bein. Dies hinderte ihn daran am Zeittraining und den Rennen teilzunehmen. Joannidis setzte im Zeittraining die schnellste Zeit, gefolgt von Jochen Jasinski, Lukas Wolf und Jan Deitenbach.
Lokalmatador Dirk Spaniol startete von Platz 5 aus der zweiten Startreihe. Spaniol lag zu Beginn seines Heimrennens auf Rang vier, machte aber Druck auf Jasinski, um das Podium zu erreichen. Der Saarländer kam im ersten Rennen als Dritter ins Ziel, nach Wolf und Deitenbach.
Im zweiten Rennen nutzte Jasinski die Spurtstärke seiner Zweitaktmaschine und übernahm die Führung. Doch nur eine Runde lang, da er bei einem zu weit geratenen Sprung sein Vorderrad überlastete und er mit Plattfuss ausschied. Nun war Spaniols großer Moment gekommen.
Er lag vor tausenden jubelnden Fans in Führung, würde aber von Nico Joannidis verfolgt. Fünf Runden, in denen Spaniol sich mit aller Gewalt wehren musste. Zwei eindeutige Überholmanöver entlang der Start-Ziel Geraden konnte der erfahrene Haudegen unter dem Jubel der Fans abwehren.
Joannidis schien verzweifelt, zeigte Nerven und machte Fehler. Der erste DM-Sieg war Spaniol nicht mehr zu nehmen. Joannidis wurde Zweiter, Deitenbach Dritter und dessen Teamkollege Toni Krettek belegte vor Lukas Wolf den vierten Platz.
S1 Meisterschaftsstand nach 6 von 14 Rennen:
1. Mauno Hermunen (#131) / Husqvarna - 147 Punkte
2. Markus Volz (#3) / KTM - 113 Punkte
3. Markus Class (#111) / Suzuki - 99 Punkte
4. Jürgen Künzel (#74) / Aprilia - 95 Punkte
5. Pavel Kejmar (#71) / Suzuki - 92 Punkte
6. Marcel Götz (#54) / Kawasaki - 85 Punkte
7. Andre Plogmann (#26) / Suzuki - 76 Punkte
8. Petr Vorlicek (#2) / Suzuki - 74 Punkte
9. Steffen Schmid (#80) / KTM - 74 Punkte
10. Harry Näpflin (#9) / Kawasaki - 71 Punkte
S2 Meisterschaftsstand nach 6 von 14 Rennen:
1. Nico Joannidis (#116) / Husaberg - 126 Punkte
2. Dirk Spaniol (#17) / Suzuki - 123 Punkte
3. Jan Deitenbach (#44) / Suzuki - 108 Punkte
4. Michael Herrmann (#5) / Husqvarna - 93 Punkte
5. Kevin Würterle (#7) / KTM - 91 Punkte
6. Danniel Fuhrbach (#178) / Husqvarna - 81 Punkte
7. Jochen Jasinski (13) / Husaberg - 79 Punkte
8. Toni Krettek (#51) / Suzuki - 75 Punkte
9. Michal Solik (#28) / Husaberg - 68 Punkte
10. Frederik Eriksson (#14) / Honda - 56 Punkte
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