German Downhill Cup 2011 - Baumann berichtet vom Finale in Thale:

Der letzte Lauf der deutschen Rennserie fand bei perfektem Wetter vor einer riesigen Zuschauerkulisse in Thale statt. Der Elite Fahrer, Mauricio Baumann, berichtet von seinem Renngeschehen und lässt uns das Finale durch seine Augen betrachten. Tiefe Einblicke in die Psyche eines Downhill-Pros!

 Thale im Harz ist nicht nur wegen dem Hexentanzplatz und der Rosstrappe weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt, auch sportlich konnte man sich in den letzten sechs Jahren einen Namen machen. Seit 2006 werden im Bodetal Mountainbike Downhill Rennen veranstaltet und nun bereits seit drei Jahren ist der Rosstrappendownhill das Finale des iXS German Downhill Cups

Die Strecke gehört im internationalen Vergleich sicherlich nicht zu den anspruchsvollsten, aber einen großen Spaßfaktor kann man ihr nicht absprechen. Ihre Beliebtheit macht sich auch in den Starterzahlen bemerkbar, immerhin fanden sich in den Teilnehmerlisten knapp 400 Fahrer, darunter die deutsche Elite dieser Disziplin. Mit großen Ambitionen reiste auch der 19 jährige Mauricio Baumann aus Alpen am Niederrhein an und ließ FUNSPORTING an seinem Rennwochenende teilnehmen! 

 Mauricio ist Teil des ik-pictures Racingteams und fährt bereits seine dritte Saison in der Elite Klasse. Erstaunlich, denn Mauricio kommt vom Niederrhein und ist somit ein echter Flachlandtiroler, der alles andere als beste Trainingsmöglichkeiten hat. Und so beschränkt sich sein Downhill-Training auf ab und an am Wochenende, wo er dann entweder im Ruhrgebiet eine Menge schiebt und fährt, oder aber er macht es sich etwas bequemer und nimmt die rund zweieinhalb Fahrtstunde in den Bikepark Winterberg in Kauf. Und auch wenn das Nachwuchstalent keine sonderlich guten Trainingsbedingungen hat, von einem hat der jede Menge: Style! Von dieser Portion Style möchte FUNSPORTING natürlich etwas abbekommen und daher schauen wir, wie ein solches Rennwochenende für Mauricio aussieht und lesen sein Logbuch.

Donnerstag: Um 17Uhr geht es los auf die Reise nach Thale. Ich packe meine Freundin Marie und einen meiner Teamkollegen ein und mache mich entspannt auf die Reise gen Osten. Am späten Abend suche ich einen guten Stellplatz für unseren Wohnbus und gehe voller Vorfreude auf den morgigen Tag schlafen.

Freitag: Ich wache um neun Uhr bei perfektem Wetter auf und bin höchst motiviert für das erste Training. "Mal schauen was der Tag so bringt", denke ich, während ich frühzeitig zum Rennbüro laufe, um meine Startnummer abzuholen. Um Punkt zwei ist offizieller Trainingsbeginn und daher stehe ich auch um Punkt auf der Strecke. Beim ersten Runterrollen wird klar: dieses Rennen wird schnell, ruppig und staubig. Zudem enthält die Strecke viele, lange Tretstücke. Nach der ersten Abfahrt widme ich mich erst einmal meinem Fahrwerk, um es auf die kurz aufeinander folgenden und schnellen Stöße einzustellen. Das Training macht mir jede Menge Spaß, vor allem weil ich schon viele Lines treffe und sowieso das Freitagstraining für mich immer das schönste und spannendste ist. Insgesamt absolviere ich fünf Trainingsläufe, in denen ich die Strecke auf die besten Lines abchecke und mir wichtige Stellen genauer anschaue. Den Abend lasse ich gemeinsam mit meinem Team in einem Restaurant ausklingen und habe ein gutes Gefühl für den nächsten Tag.

 Samstag: Um sieben Uhr morgens bin ich dann doch nicht mehr so völlig entspannt und es geht zack, zack: schnell Frühstücken und Zähne putzen, damit ich um acht pünktlich auf der Strecke bin. Mir ist es wichtig die Trainingszeiten voll auszunutzen und so viele Runs wie möglich vor dem ersten Lauf runter zu bringen. Insgesamt mache ich neun Trainingsläufe und fühle mich immer sicherer auf der Strecke, die Tretstücke lasse ich natürlich so gut es geht weg, um meine Power für den ersten Lauf am Nachmittag zu sparen. Umso später es wird, desto trockener und ruppiger wird die Abfahrt. Der anfängliche Grip in den Kurven hat sich zu rutschigem Staub gewandelt und so muss ich wirklich aufpassen. Ich möchte nicht wieder, wie schon so oft in dieser Saison, auf der Nase liegen. Meine Reifenwahl stellt sich als gut heraus: Ich habe den Mittelstollen meines alten Hinterreifens runtergeschnitten. Dadurch habe ich den Rollwiederstand auf den Tretstücken deutlich vermindert, trotzdessen aber noch den nötigen Grip für die staubigen Kurven. Nun ist das Training beendet und ich habe drei Stunden Zeit, um mich auszuruhen und mich auf den Seeding-Run vorzubereiten. Unsere Teammama "Trixi" kocht uns noch eine Portion Nudeln für die notwenigen Kohlenhydrate und ich merkte, wie sich nun auch mein Körper auf die bevorstehende Belastung einstellt. Irgendwann ist es dann soweit: Ich stehe am Start und die letzten 30 Sekunden werden runtergezählt. Piep, dann geht es los! Alle Anspannung fällt auf einmal von mir ab, mein Herz jedoch rast auf Maximalpuls. Bis auf zwei kleinere Fehler treffe ich meine Linien alle ganz gut. Nach 3:22 Minuten bin ich im Ziel. Am Ende ist es der 48. Platz. Ganz okay, ich hätte mich aber besser eingeschätzt, zufrieden bin ich trotzdem. Jetzt ist Fahrrad putzen und fertig machen angesagt. Dann gemütlich duschen und ein Bierchen trinken. Natürlich kann ich es mir auch wieder nicht nehmen lassen, mich noch auf der Ridersparty blicken zu lassen.  

 Sonntag: Es ist sieben Uhr am Morgen und damit ist der finale Tag gekommen. Wie gestern geht es wieder um acht gemeinsam mit meinen Teammates hoch auf den Berg. Bei der ersten Abfahrt merke ich, dass mein Körper schon ganz schön müde geworden ist. Unten angekommen jedoch sind meine Muskeln wieder schön warm und ich fühle mich fit. Ich tausche mich mit meinen Teamkollegen über die Lines aus, wir beobachten uns gegenseitig und geben uns allen noch ein paar Tipps mit auf den Weg. Genau darin liegt der Vorteil eines gut organisierten Teams, welches mein ik-pictures Racingteam in jedem Fall ist. Vier Runs mit kurzem Sektionstraining können wir an diesem sonnigen Sonntagmorgen runter bringen. Es ist der absolute Hammer, wie schnell die Strecke nun geworden ist. Auf dem Highspeed-Stück der Strecke hinter dem RoadGap habe ich sicherlich 60km/H drauf! Vor meinem Rennlauf um 14:49 chille ich noch eine Runde und fülle meine Reserven wieder mit ordentlich Kohlenhydraten auf. Mein Rad putze und checke ich natürlich auch noch, bevor es gleich in die Vollen geht.

Kurz nach zwei geht es für mich ab auf den Berg. ich mache mich ordentlich warm und stehe auch schon wieder voll konzentriert am Startgatter. Das Piepen der Uhr signalisiert mir das es wieder los geht. Ich trete ordentlich rein und gebe alles, auch im Tretstück gebe ich richtig Kette und bringe einen super sauberen Run ins Ziel. Okay, ich habe mich ein paar Mal verschaltet, bin aber zufrieden sicher unten angekommen zu sein. ich hatte mir vorgenommen auf Nummer sicher zu gehen und so war ich einfach nur froh, endlich mal wieder ohne Sturz ins Ziel gekommen zu sein. Ich konnte meine Zeit um noch fünf Sekunden verbessern und landete am Ende auf Platz 49. Für mich ein toller Saisonabschluss und so trat ich glücklich und zufrieden die Heimreise ins circa vierstündig entfernte Alpen an.

In der Elite Klasse holte sich Marcus Klausmann den Sieg. Den Siegerpokal bei den Damen hielt Sandra Rübesam hoch. Benny Strasser  und Sandra Rübesam sicherten sich in Thale die letzten wichtigen Punkte und sind nun die Gesamtsieger des German Downhill Cup 2011. Alle Ergebnisse findet ihr auf www.ixsdownhillcup.com

 

 

 

 

 

 

veröffentlicht am 26.09.2011

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