Alle Contest-Ergebnisse vom Freeride Festival Saalbach Hinterglemm 2011:

12.000 Besucher kamen zum Freeride Festival Saalbach Hinterglemm 2011 und erlebten ein Wochenden voller Freeride-Action. Besucher und Rider fanden hier so ziemlich alles, was ein Bikerherz begehrt und so ging die zweite Auflage der Festivals erfolgreich über die Bühne.

Dakine Freeride Festival Saalbach Hinterglemm 2011.  Foto: delius klasingVor einem Jahr hatte man es nach der gelungenen Premiere des Freeride Festival Saalbach Hinterglemm nicht für möglich gehalten, die Veranstaltung in 2011 noch zu toppen. Aber: 12.000 begeisterte Besucher und viele hundert Teilnehmer sprechen eine deutliche Sprache.

Die zweite Auflage des Freeride Festivals konnte erneut positive Akzente in der Freeride-Szene setzen und bot neben spektakulären Show-Acts und spannenden Wettkämpfen für große und kleine Freerider eine großartige Festival-Atmosphäre. Die Stimmung war grandios und die Region Saalbach Hinterglemm im Salzburger Land, einer der schönsten Freeride-Destinationen Europas, zeigte sich bei heißen Temperaturen drei Tage lang von seiner Sonnenseite.

Das Programm des Dakine Freeride Festivals in Saalbach Hinterglemm bot an allen drei Tagen Freeride-Sport. Für alle, die dem Festival-Trubel im Ort für einige Stunden entfliehen wollten, bot die Big 5 Bike Challenge vielfältige Strecken, die bequem mit den fünf Seilbahnen angesteuert werden konnten.

Die Gondel-unterstützte XXL-Tour mit ihren 5.000 Höhenmetern, bei der aber nur knapp 1.000 Höhenmeter aus eigener Kraft überwunden werden mussten, wurde während des Wochenendes von mehreren hundert Bikern in Anspruch genommen. Am Freitagabend startete das Side-Event des ersten Festivaltages.

Beim Maxxis Dual Elimintor wagten sich 110 männliche und 14 weibliche Rider auf den von Trail-Bauer Joscha Forstreuter designten Slalom-Parcours. Nach den Vorläufen bestritten am Abend die 16 schnellsten Männer und acht schnellsten Damen die Finalläufe.

Dakine Freeride Festival Saalbach Hinterglemm 2011.  Foto: delius klasingDas Mann-gegen-Mann- und Frau-gegen-Frau-Rennen bot für die vielen hundert Zuschauer an der Strecke reichlich Spannung. Die einzelnen Heats wurden ausgelost. Bei den Damen konnte sich im "kleinen Finale" um die Plätze drei und vier Steffie Teltscher gegen Tanja Hendresiak durchsetzen. Somit standen sich im Finale die deutsche Steffi Marth - die zweitplatzierte des Vorjahres - und die Österreicherin Helene "miss-downhill" Fruhwirth gegenüber.

Schnell stand fest, dass sich Steffi Marth den Sieg nicht nehmen lassen würde. Bereits im oberen Drittel der Strecke lag sie klar vorn und konnte diesen Vorsprung bis ins Ziel retten. Titelverteidiger Rüdiger Jahnel mußte sich in diesem Jahr bereits in der Quali verabschieden. So standen sich im "kleinen Finale" der Herren Nicolas Siedl, einer von Österreichs populärsten Fourcross-Piloten und Weltcup-Fahrer Johannes Fischbach aus Deutschland gegenüber.

In diesem Heat konnte sich der Tirschenreuther Fischbach gegen den Österreicher klar durchsetzen und erreichte Platz 3. Das Herren-Finale bestritten Hannes Slavik, der achtfache BMX-Staatsmeister aus Wien, und Guido Tschugg, der seit zehn Jahren zur Welt-Elite der Fourcrosser zählt. Spannung war also garantiert! Und das Finale hatte es in sich. In jeder Kurve waren beide zunächst auf gleicher Höhe, bis kurz vor dem Ziel Slavik noch einmal einen minimalen Vorsprung herausfahren konnte.

Damit hieß der Sieger beim diesjährigen "Maxxis Dual Eliminator 2011" Hannes Slavik. Den Sieg feierten Slavik und die anderen Rider gemeinsam mit vielen Zuschauern auf der anschließenden Riders-Party in der Saalbacher Kultkneipe Goaßstall.

Dakine Freeride Festival Saalbach Hinterglemm 2011.  Foto: delius klasingAm Samstagmittag stand erneut die Rennpiste des „Maxxis Dual Eliminator“ im Mittelpunkt. Bei der Kids Freeride Challenge starteten 70 Kinder in fünf Altersklassen zwischen sechs und 17 Jahren. Der Nachwuchs machte es den Erwachsenen nach, fuhr in die Steilkurven wie die Profis und zeigte dabei schon spektakuläre Sprungeinlagen. Nach den Rennen folgte die große Siegerehrung. Für die Kids gab es tolle Sachpreise und Pokale, die in diesem Jahr von Publikumsliebling Tibor Simai überreicht wurden.

Der Nachwuchs stand auch noch an anderer Stelle im Fokus. Denn die Downhill-Kids der Region eröffneten gemeinsam mit Bike-Legende Richie Schley aus Kanada am Festival-Samstag eine neue Familien-Freeride-Strecke. Die „Milka Line“ ergänzt neben dem adidas Freeride, der Blue-Line in Hinterglemm, der Big-5-Bike Challenge und der spektakulären X-Line am Schattberg das große Strecken-Portfolio.

Beim YT Best Trick Award powered by Bagjump am Nachmittag zeigten 20 Teilnehmer – der jüngste war gerade mal 13 Jahre alt – eine eindrucksvolle Flugshow. Mit der 17-jährigen Dana Schweiker nahm erstmals auch eine junge Dame an dem Contest teil. Moderiert wurde der Side-Event von Dirtjumper Marius Hoppensack. Das zehn mal zehn Meter große Kissen kam auf dem Dakine Freeride  Festival in Saalbach Hinterglemm erstmals zum Einsatz.

Die drei YT-Fahrer Dominic Amberger, Tobi Wrobel, Piet Henke und Niki Leitner saßen in der Jury und sahen am Ende Patrik Pölzleiter mit einem gestandenen Double Backflip vorne. Zweitbester-Trickser war Franz Steudel, Platz drei ging an Andreas Wolf. Sieger Patrik Pölzleiter erhielt für seinen Sieg ein brandneues YT Dirt Love Bike.

Als am Samstagabend der Slopestyle-Contest Dakine Airstrike auf dem Festival-Programm stand, war ganz Hinterglemm auf den Beinen, um diese spektakuläre Show nicht zu verpassen. Die Fahrer sprangen vom Hoteldach in eine riesige Holzrampe, bevor sie aus dem Curved Wallride über den Dirt-Parcours fuhren. Also genug Möglichkeiten, ihr Können vor 2.500 Zuschauern und den vier Judges im Herzen von Saalbach Hinterglemm zu demonstrieren.

Die bekannten Jurymitglieder bei diesem Slopestyle-Contest, der Silver-Status bei der Freeride Mountainbike World Tour hat, bildeten Angie Hohenwarter, Tibor Simai, Timo Pritzel und Sebastian Grobholzer von der FMB. Jeder der 16 Slopestyle-Profis hatte zwei Runs, um das Publikum und die Jury zu begeistern.

Nach einem kurzen Break war sich die Jury einig: 1. Amir Kabbani, 2. Thomas Genon, 3. Niki Leitner, 4. Yannick Granieri, 5. Tomas Zeyda.

Der erst 17-jährige Newcomer Thomas Genon aus Belgien überraschte alle mit seinen spektakulären Tricks wie dem 360 Double-Hander und einem Tail-Whip-out, die ihm auch prompt auf den zweiten Platz katapultierten. Amir Kabbani eröffnete seinen ersten Run direkt mit einem 360 vom Hausdach in die große Holzlandung, gefolgt von einem Superman Seatgrab und einem Backflip Tailwhip - was ihm den erneuten Sieg beim Dakine Airstrike 2011 sicherte, obwohl er in seinem zweiten Run beim letzten Dirt stürzte.

Niki Leitner hatte als einziger mit einem Superman Seatgrab direkt vom Hoteldach begonnen und beendete seinen zweiten Run mit einem Flip-Whip.

Tag drei des Dakine Freeride Festivals Saalbach Hinterglemm brachte einen weiteren Höhepunkt mit sich: Das Highlight des Festivals – der Scott Gang Battle – stand an. Während sich die 400 Teilnehmer noch für den Massendownhill vorbereiteten, machten 15 Rider beim Rose Speedwheelie Contest ordentlich Tempo – und zwar auf dem Hinterrad. Dabei nahmen die Fahrer Geschwindigkeit auf und zogen an einem markierten Punkt auf abfallender Straße das Vorderrad hoch.

Wheelie-King Bobby Root sicherte sich mit 60,60 Kilometer pro Stunde im vergangenen Jahr den Sieg. Doch die Konkurrenz schläft nicht und scheint bei seinen Workshops gut aufgepasst zu haben. Denn der neue Speedwheelie-King kommt aus Nürnberg und heißt Tobias Werth. Mit einer sensationellen Geschwindigkeit von 65, 57 km/h raste er den Hang am Goaßstall hinunter und gewann damit den Rose Speedwheelie Contest 2011.

Und das deutlich vor Julian Reder, der wie im Vorjahr den zweiten Platz belegte. Drittschnellster wurde der gerade mal 16 Jahre alte Siegfried Zellner, der in 63, 26 Kilometer pro Stunde die Strecke bezwang. Spaß bei der Sache hatten auch Timo Pritzel und FRERIDE Chefredakteur Dimitri Lehner, die es allerdings ebenso wie Bobby Root nicht aufs Podium schafften.
Es folgte das Massendownhill-Rennen Scott Gang Battle.

In Heats mit jeweils 120 Startern gingen insgesamt 400 Freerider aus 14 Nationen auf die X-Line am Saalberger Schattberg. Bei hochsommerlichen Temperaturen sorgten an der gesamten Strecke viele hundert Fans für eine grandiose Stimmung Das Masters-Rennen in der Altersklasse ab 40 Jahren gewann Stefan Herrmann in 11.44,93 Minuten. Der Bike-Lehrer aus Deutschland hatte einen guten Start und überholte nach wenigen Minuten den Vorjahressieger Frédéric Abbout.

Damit sicherte sich Herrmann die Pole Position. 12,3 Sekunden später erreichte dann Frédéric Abbout vom Team Bionicon als Zweiter das Ziel. Holger Meyer schaffte es 2011 ebenfalls wieder auf das Siegertreppchen und belegte mit einer Zeit von 11.59,31 Minuten Platz drei - wie schon in 2010.

Bei den Damen heißt die Siegerin Ines Thoma vom Team Mountain Heroes. Die Downhillerin aus Kempten im Allgäu bezwang die fast neun Kilometer lange Strecke in einer fantastischen Zeit von 12.41,84 Minuten. Zweite wurde Antje Kramer die knappe elf Sekunden später die Finishing Line erreichte. Sie lieferte sich mit der Vorjahressiegerin Elke Rabeder, die auf Rang drei landete, ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Rabeder vom Team Revolution Racing verfehlte mit ihrer Zeit von 12.53,29 Minuten nur knapp den zweiten Platz. Ingesamt gingen 19 Damen beim Finale des Scott Gang Battle an den Start. Bei den Herren hieß der Sieger des 2011er Scott Gang Battle Matthias Stonig aus Feldkirchen in Kärnten mit einer Zeit von 11:09,95 Minuten. Der Österreicher vom Team Canfield Brothers Factory entschied bereits die Qualifikation für sich.

Zweiter wurde Arminio Beeli. Der 20-jährige Schweizer benötigte nur wenige Hundertstel-Sekunden mehr und meisterte die Strecke in 11.10,75 Minuten. Lukas Anrig vom Team Drift Bikeshop wurde Dritter nach 11.16,08 Minuten. Vorjahres-Sieger Rüdiger Jahnel landete auf Platz fünf.

Eine Fortsetzung des erfolgreichen Festivals in Saalbach Hinterglemm wird es im kommenden Jahr auf jeden Fall geben. Auch wenn der Termin noch nicht feststeht können sich alle Freeride-Begeisterten schon auf eine Neuauflage in 2012 freuen.

veröffentlicht am 15.07.2011

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