Olympische Spiele Peking: Interview mit Beachvolleyballer Christoph Dieckmann
Sie waren die große Medaillenhoffnung aus DVV-Sicht, nun sind sie die größte Enttäuschung im (Beach-)Volleyball Lager: Julius Brink/Christoph Dieckmann kamen im olympischen Beach-Volleyball-Wettbewerb nicht über die Vorrunde hinaus und mussten sich mit Platz 19 zufrieden geben.
Im Interview äußert sich Christoph Dieckmann, der Peking am 17. August gen Deutschland verlässt.
Hast du schon realisiert, was in Peking passiert ist?
Dieckmann: "Ja."
Welche Erklärung hast du dafür?
Dieckmann: "Wir haben in der gesamten Zeit in Peking nicht unsere normale Leistung gebracht, das gilt auch fürs Training. Eine mittelmäßige Leistung reicht nicht, wenn die Gegner im Spiel gegen uns ihre beste Leistung abrufen und wir das durch unsere eigene Leistung begünstigen und unterstützen."
Ihr hattet euch selbst zu den Medaillenkandidaten gezählt, ihr wolltet Gold. Seid ihr an diesem selbst aufgelegten Druck gescheitert?
Dieckmann: "Von einer Medaille oder Gold habe ich nie gesprochen. Unser Ziel war das gleiche wie in jedem anderen Turnier: von Spiel zu Spiel denken, möglichst alle Spiele gewinnen und ganz nach vorne kommen. Wenn man auf Platz 4 der Weltrangliste und Platz 6 des Olympiarankings steht, erwartet man selbst, aber auch alle anderen, natürlich eine andere Platzierung und andere Leistungen. Natürlich gibt es mehr Druck als bei einem normalen Turnier. Ich denke, wir haben das im ersten Spiel sehr gut gelöst. Im zweiten Spiel hatten wir diesen Druck nicht, wurden aber von den Amerikanern überrollt. Das hat sicherlich nicht gerade zur Steigerung des Selbstbewusstseins und der Lockerheit vor dem entscheidenden Spiel beigetragen."
Es fällt auf, dass sehr viele Teams nicht ihre Bestleistungen in Peking abrufen. Woran liegt das?
Dieckmann: "Ich denke, dass es gerade Beach-Volleyballern, die es ja gewohnt sind, jede Woche ein wichtiges Turnier und WM und EM zwischen zwei Grand Slams zu spielen, nicht leicht fällt, mit einem Turnier umzugehen, das nur alle vier Jahre stattfindet und diese Bedeutung hat. Dazu kommt der für alle ungewohnte Rhythmus des Turniers. Dazu passt es, dass sehr viele Teams in Spielen, in denen sie nicht unter Druck stehen ("Außenseiter") ihre besten Leistungen bringen. Das alles gilt ja nicht nur für Peking, sondern für alle bisherigen olympischen Beach-Volleyball Turniere. Ist es Zufall, dass bei allen Turnieren das zweite deutsche Herren-Team besser abgeschnitten hat als das erste? Auch international lassen sich jede Menge Beispiele finden..."
Rückblickend betrachtet: Würdet ihr jetzt etwas anders machen?
Dieckmann: "Dazu kann ich im Moment nichts sagen. Wenn ich etwas dazu sagen könnte, würde ich das nicht in der Öffentlichkeit machen."
Wie sehr schmerzt es, die gleiche Platzierung wie die Exoten aus Angola belegt zu haben?
Dieckmann: "Ich bin hochzufrieden, da wir mehr Spiele, Sätze und Ballpunkte gewonnen haben als Angola."
Guckt ihr euch jetzt noch Wettbewerbe an?
Dieckmann: "Ja."
Was sind jetzt die Ziele in den ausbleibenden Turnieren?
Dieckmann: "?"
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