Beach-WM Gstaad:
Interview mit Julius Brink und Kjell Schneider

Vor 2 Jahren gewann das Duo Julius Brink/Kjell Schneider die erste WM-Beach-Medaille für den deutschen Volleyball. Nun sind Brink und Schneider erneut bei einer Beach-WM – aber als Konkurrenten. Im Doppel-Interview äußern sich beide zur Vergangenheit und zur Gegenwart.

Wisst ihr noch, was am 26. Juni 2005 war?
Brink: „War das der Zeitpunkt, an dem dein Vertrag verlängert wurde, weil wieder Mittel zur Verfügung standen?“
Schneider: „Jetzt, wo du es sagst, weiß ich es, vorher nicht.“

Wie sind die Erinnerungen an den Tag, an dem ihr WM-Bronze geholt habt?
Brink: „Durchweg positiv. Es war für uns beide das größte Highlight unserer bisherigen Karriere. Es war der Durchbruch, danach haben wir noch den Sieg in Espinho geschafft.“
Schneider: „Es war das erste Mal, dass die Fahne für einen hoch gezogen wurde. Ich kann mich noch an drei Sachen erinnern: „Du bist der Geilste“ hatte ich zu Julius gerufen, und das lief auf Eurosport, es waren super viele Kieler da, wo ich dann nach dem Sieg zur Tribüne lief und unter ihnen verschwand und dass ich Stephi (Pohl) auf dem Rückbild bei McDonalds getroffen habe.“

Julius Brink Hat sich dadurch etwas in eurem Leben verändert, kurzfristig bzw. langfristig?
Brink: „Das Beach-Volleyball Leben natürlich. Es war natürlich nicht so, dass das Ganze die Größenordnung wie die Fußball-WM hatte, aber das Erlebnis an sich war natürlich prägend. Das Jahr hatten wir als bestes deutsches Duo abgeschlossen und die Dominanz der Dieckmann-Brüderteams durchbrechen.“
Schneider: „Man hatte einfach mehr Ruhe und Sicherheit im Spiel. Ohne die Medaille hätten wir wahrscheinlich nicht Espinho gewonnen, weil man in den engen Situationen nicht die Ruhe gehabt hätte.“

Wie kam es zu diesem sensationellen Resultat. Vorher hattet ihr in der Szene kein herausragendes Ergebnis?
Brink: „Die WM, die stattgefunden hat, war ziemlich kurios. Die Top-Favoriten sind ziemlich früh ausgeschieden bis auf Marcio/Fabio (BRA), die späteren Weltmeister. Die Gegner, die wir geschlagen haben, waren zu dem Zeitpunkt besser, aber es waren keine übermächtigen Gegner. Wir haben unsere Chancen genutzt und das Publikum hat seinen Teil dazu beigetragen. Wir haben von Spiel zu Spiel gedacht, weil wir diese Situation mit so vielen Spielen ja gar nicht kannten. Der Modus, Doppel-Ko, kam hinzu und uns entgegen.“

Danach lief es richtig rund, oder?
Schneider: „Stavanger hätten wir wohl weglassen sollen, da waren wir mental nicht bereit. Dann kam Espinho. Vielleicht hatten die anderen Teams auch mehr Respekt vor uns bekommen, zudem kam dann die gewonnene Sicherheit.“

Warum dann die „Scheidung“?
Brink: „Die kam von mir aus. Weil ich dachte, dass ich mit Christoph im Hinblick auf die Olympischen Spiele größere Chancen habe, einen Schritt nach oben zu machen. Außer Christoph stand auch keiner zur Disposition.“
Schneider: „Christoph konnte sich voll und ganz auf Beach-Volleyball konzentrieren, ich hatte schon Familie und hätte diese intensive Vorbereitung mit drei Monaten Vorbereitung nicht so mitmachen können.“

Hat sich das Niveau im Vergleich zu 2005 verändert?
Brink: „Ja. Es ist in jeder Sportart so, dass vor den Olympischen Spielen mehr Teams auf den Höhepunkt zuarbeiten. Das Niveau ist in den zwei Jahren vor Olympia automatisch höher. Von den Top 20 von 2005 sind nicht mehr so viele zusammen, das entscheiden teilweise die Verbände bei den anderen Nationen, um den größtmöglichen Erfolg zu erzielen.“

Kjell, du bist nur mit einer wild card in das Feld gerutscht, beim Turnier in Klagenfurt reicht es noch nicht einmal für die Qualifikation. Denkst du da an die erfolgreichen Zeiten mit Julius manchmal zurück?
Kjell Schneider Schneider: „Nein. Mit der Komplett-Trainingspause und dem gestiegenen Niveau kriege ich das nicht aufgeholt. Es ist halt schade, dass es momentan nicht so läuft.“

Blickst du manchmal neidisch rüber nach dem Motto, „da könnte ich auch stehen“?
Schneider: „Ich neide keinem den Erfolg.“

Kurioserweise seid ihr bei der WM in Gstaad im ersten Gruppenspiel aufeinander getroffen. War das ein Spiel wie jedes andere?
Brink: „Natürlich ist es nicht ein Spiel wie jedes andere, weil wir nun mal zusammen auf dem Feld gestanden hatten. Aber es war auch nicht das erste Aufeinandertreffen. Man kennt sich recht gut, aber letztlich war es ein Spiel wie jedes andere auch.“
Schneider: „Im Prinzip schon. Ich habe häufig das Gefühl, dass Julius gemeinsam mit Andi Künkler (Trainer von Brink/Dieckmann und zuvor auch von Brink/Schneider, Anm. d. Red.) mich besser kennen als umgekehrt. Ich konnte mein Wissen im Prinzip nur im vergangenen Jahr in Klagenfurt anwenden.“

Gibt es noch Kontakt oder verliert sich das Ganze nach der Trennung aus den Augen?
Brink: „Das Trainingslager in diesem Jahr in Australien waren wir zusammen. In Kiel auch im vergangenen Jahr. Aber da ich in Kiel nicht so häufig bin, fällt das weg. Aber wir kommen gut miteinander klar. Ich komme mit Kjell besser klar als mit anderen Deutschen.“
Schneider: „Es ist nicht so, dass man ständig telefoniert, aber man schickt sich schon mal eine SMS zum Geburtstag.“

Kjell, was traust du Julius und Christoph zu in Gstaad?
Schneider: „Schwer zu sagen. In unserem Spiel hatte ich das Gefühl, das Julius mit der Schulter noch etwas gehemmt war. Aber generell alles Mögliche, von eins bis... Das traue ich nach Berlin allerdings auch David und Eric zu.“

Wie fällt der Vergleich zwischen Gstaad und Berlin nach den ersten zwei Tagen aus?
Brink: „Es sind schon viele Dinge, die unterschiedlich sind. Hier ein Dorf, was völlig im Beach-Fieber liegt. In Berlin bist du in einer Weltstadt, wo an historischer Stätte gespielt wurde.“
Schneider: „Gstaad ist alles ein bisschen zentraler, auch wenn die Side-Courts etwas weg sind. In Gstaad drehen sich die Leute nach dir um, in Berlin natürlich nicht. Die Atmosphäre war in Berlin unglaublich. Wir hatten alle Spiele auf dem Center Court und die Masse hinter uns.“

veröffentlicht am 26.07.2007

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