Beach-Volleyball-Arzt Michael Tank über Zusammenbrüche:

„Wir müssen damit rechnen, dass die Spieler schneller ausgepumpt sind", sagt Michael Tank (45), seit über einem Jahrzehnt als Arzt im Beach-Volleyballgeschäft tätig. Im Interview spricht er über die Zusammenbrüche von Beach-Volleyballspielern wie Eric Koreng.

Hatten Sie in ihrer langen Zeit als betreuender Arzt im Beach-Circuit so einen Zusammenbruch eines Spielers wie den von Koreng in Berlin schon mal erlebt?
Tank: „Ja, André Fröhlich in Nürnberg auf der deutschen Tour. Er saß als Schiedsrichter auf dem Schiedsrichterstuhl und hatte die gleichen Probleme wie Koreng. Fröhlich musste in die Klinik, weil die Betreuung vor Ort noch nicht so weit war. Und der Brasilianer Pará ist 1997 in Berlin auch mal weggekippt.“

Was waren die Gründe bei Koreng?
Tank: „Wir haben uns Gedanken gemacht und glauben, dass der Körper sich nicht so schnell von der Kälte auf die Hitze einstellen konnte. Es war ja zunächst vier Tage sehr kalt, dann sehr heiß. Die Spieler haben über den Schweiß mehr Salz verloren als normal. Und das konnten sowohl Koreng als auch Fabio Luiz nicht durch äußere Zufuhr ersetzen.“

War es überhaupt vernünftig, Koreng nochmals auf den Platz zu lassen?
Tank: „Fair wäre gewesen, das Spiel abzubrechen und sich alles zu teilen. So war nur die Frage: Wer bricht zuerst zusammen?“

Klemperer Koreng. Foto: Hoch Zwei Wie haben Sie Koreng und Gegner Fabio Luiz so schnell wieder auf die Beine bekommen?
Tank: „Wir haben mit mehreren Ärzten Infusionen gegeben, Fabio hat auch noch Sauerstoff bekommen. Mit den Elektrolyten war es dann wieder gut.“

Was war mit Julius Brink im Halbfinale gegen Klemperer/Koreng?
Tank: „Eine stinknormale Prellung, nachdem wir alles per Computertomographie untersucht haben. Es ist zum Glück nichts kaputt. Er wurde vor der WM in Paderborn bei Jochen Dirksmeyer behandelt.“

Sie sind leitender Arzt der deutschen Nationalteams. Wie sieht ihre Arbeit mit den Teams während eines Turniers und dazwischen aus?
Tank: „Ich bin morgens der Erste auf dem Platz, der guckt, ob irgendetwas gemacht werden muss. Im Wesentlichen wird in Kooperation mit den Physiotherapeuten und den Spielern besprochen, ob noch etwas Spezielles gemacht werden muss, ob beispielsweise irgendetwas eingerenkt werden muss. Während der Spiele bin ich möglichst vor Ort, bei mehreren Spielen zur gleichen Zeit ist das nicht leicht, dann teilen ich das mit dem Physio auf. Abends hat der Physiotherapeut die Aufgabe, alle zu ausmassieren und zu bewegen. Ich gucke, ob was fehlt, Eisen, Zink oder Magnesium, je nachdem was sie brauchen, wir arbeiten auch viel mit homöopathischen Mitteln. Das bedeutet, bei der WM im Schnitt 16 Stunden Arbeit und reduziert sich erst, wenn die Teams ausscheiden.“

Was sind die am häufigsten vorkommenden Verletzungen im Beach-Volleyball?
Tank: „Muskelverletzungen und Überlastungssituationen. Nachdem die Sportart so individuell geworden ist, sind die Regenerationszeiten sehr kurz. Einige Teams spielen zu viele Turniere. Ich finde, dass weniger manchmal mehr ist.“

Sie sind auch Dermatologe? Wie gefährdet ist ein Beach-Profi, an Hautkrebs zu erkranken. Schließlich sind die Teams an den heißesten Orten der Welt am Start.
Tank: „Einmal jährlich werden die Nationalspieler dermatologisch untersucht. Die Gefahr, Licht induzierten Hautkrebs zu bekommen, ist da, dieser macht aber keine Metastasen, der Krebs wächst örtlich. Einige, die zehn bis 15 Jahre dabei sind, sind natürlich gefährdet, die müssen im Alter von 40 bis 50 aufpassen. Das Wichtigste ist, keinen Sonnenbrand zu bekommen, das ist der Anfang vom Krebs. Alle müssen sich natürlich viel einschmieren.“

Worauf müssen sich die Sportler bei der WM in Gstaad einstellen: Schnee oder 35°C?
Tank: „Genau das ist das Problem. Man weiß nicht, wie das Wetter wird. Fakt ist: Die Luft ist dünner. Das hat Auswirkungen auf den Ballflug, aber auch auf die Leistungsfähigkeit, die reduziert ist. Wir müssen damit rechnen, dass Spieler schneller ausgepumpt sind. Wir sind aber auf alles vorbereitet.“

Was raten Sie Zuschauern?
Tank: „Besonders gut einschmieren, sich sehr gut vor Wind schützen. Und auf jeden Fall, Getränke mit auf die Tribüne nehmen.“

veröffentlicht am 26.07.2007

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