Airsoft:
Spannendes Spiel für Strategen

Airsoft, auch gern genau andersherum als Softair bezeichnet, stammt ursprünglich aus Japan und wurde von dort aus zunächst nach Amerika und schließlich nach Europa gebracht.

Airsoftspieler im Gelände.   Foto: Commons.wikimedia.org © Mike Brown (UNHchabo) CC BY 2.5Während die Sportart in Deutschland bereits durchaus eine etablierte Anhängerschaft hat, so gilt Softair hierzulande aber (noch) nicht als anerkannte Sportart, in vielen Ländern wie beispielsweise Japan, England oder auch Amerika gibt es hingegen regelmäßig Turniere, zu denen viele Hunderte Spieler sich zusammenfinden.

Grundsätzlich wird Softair von seinen Betreibern als Strategiespiel verstanden, bei dem vor allem Fähigkeiten wie Reaktion, Geduld, Taktik oder Einfallsreichtum wichtig sind. Zwei oder mehr Teams treten dabei gegeneinander an, dementsprechend bedarf es für den Sieg also auch einer Menge Teamwork und Koordination. Der Sport selbst wird mit sogenannten Airsoftwaffen ausgeführt, welche – kaum verwunderlich – das allseits bekannte Vorurteil des „Ballerspiels“ schüren, tatsächlich ist die Sportart aber vollkommen ungefährlich, sofern die Spieler sich verantwortungsvoll verhalten.

Darüber hinaus ist das Ziel des Spiels variabel, sodass es keineswegs nur darum geht, möglichst viele „Feinde“ auszuschalten, stattdessen müssen Stützpunkte erobert, beziehungsweise gehalten werden – vornehmlich stehen also Strategie und Taktik im Fokus, wenngleich ein gewisser Bezug zum Schießen natürlich stets erhalten bleibt.

Die Ausrüstung

Airsoftwaffen sehen in der Regel sehr realistisch aus, sind aber keineswegs mit den Risiken einer echten Waffe gleichzusetzen.  Foto: Commons.wikimedia.org © Jonathon Barton CC BY-SA 3.0Viele Spieler rüsten sich mit deutscher oder britischer Tarnkleidung aus, die beispielsweise in darauf spezialisierten Army-Shops angeboten wird. Auch hier sollten Kritiker zunächst einen objektiven Blick wagen, denn vor allem ist die Kleidung ideal geeignet, um sich in der Natur zu tarnen, keinesfalls soll hingegen ein bewusst starker Bezug zu wirklichen Kriegshandlungen hergestellt werden. Renommierte Marken wie Mil-Tec sind dort in Form von Funktionskleidung oder spezieller Outdoor-Ausrüstung zu finden – das kann beispielsweise der geländetaugliche Rucksack, der Gesichtsschutz oder anderes Zubehör sein, wobei es hier vor allem darauf ankommt, wie das jeweilige Airsoft-Spiel geplant wurde.

Denn während beim schnellen „Speedballspiel“ kaum Ausrüstung neben der Waffe und schützender Kleidung benötigt wird, so können andere Runden auch einen eher strategischen Spielstil nutzen oder sogar ein gänzlich originalgetreues Nachstellen von bestimmten Einheiten zu festen Zeiten als Spielart verwenden. Bevor also ein festes Team für den künftigen Sport gewählt wird, sollte spezielles Augenmerk auf die Vorlieben beim Spielstil gelegt werden. Ansonsten ist natürlich vor allem die Waffe selbst ein unverzichtbarer Ausrüstungsgegenstand:

  • Airsoftwaffen

Die Sportgeräte, oftmals auch als Softguns bezeichnet, sind in der Regel optische Nachbauten von realen Waffen und lassen sich mithilfe verschiedener Mechaniken nutzen. Unterschieden wird dabei zwischen Luft- und Gasdruck, außerdem sind mittlerweile auch elektrische Softairwaffen erhältlich.

  • Luftdruck

Eine Airsoftwaffe, die auf Basis von Federdruck funktioniert, bezieht ihre Energie durch die Federspanne. Dabei wird die Waffe nicht direkt durch die Schraubenfeder beschleunigt, sondern vielmehr durch den erzeugten Luftdruck, der beim Vorwärtsschnellen der Feder entsteht. Ein Nachteil dieser Variante ist, dass die Waffe nach jedem Schuss neu geladen werden muss. Da sich die federdruckbetriebenen Airsoftwaffen im unteren Preissegment befinden, sind sie jedoch eine sinnvolle und kostengünstige Einstiegswaffe.

  • Gasbetrieben

Durch den Betrieb mit Gas können Softairwaffen sowohl halb- als auch vollautomatisch funktionieren. Während beim Paintball vielfach Kohlendioxid oder Pressluft genutzt wird, so kommen bei der Softair jedoch Bezeichnungen wie Green Gras oder Red Gras (je nach Stärkegrad) zum Einsatz, die auf Propan basieren.

  • Elektrisch

Elektrische Softairwaffen werden auch als Softair AEG (Automatic Electric Gun) bezeichnet und nutzen einen akkubetriebenen Elektromotor. Dieser verfügt über ein eigenes Getriebe und spannt im Zwei-Phasen-Zyklus eine Schraubenfeder. Moderne und aktuelle Modelle können so bereits eine Feuerfrequenz von über 1000 Schuss pro Minute erreichen, wodurch sie diesbezüglich einer echten vollautomatischen Waffe also in nichts nachstehen.

  • Munitionsarten

Die klassische BB-Munition einer Airsoftwaffe.  Foto: Commons.wikimedia.org © BrokenSphere CC BY-SA 3.0Die Softair Kugeln werden schlicht als „BB“ bezeichnet, wobei allerdings nicht mehr ganz klar ist, woher dieses Akronym eigentlich stammt. Unter anderem werden sie beispielsweise auf die englischen Begriffe „baby bullet“ oder „ball bearing“ zurückgeführt.

Das Standardkaliber einer Softair Kugel ist 6mm, hier gibt es jedoch noch wesentliche Unterschiede bezüglich des Gewichts. Sehr schwere Kugeln sind beispielsweise nicht mehr aus Kunststoff, sondern aus Aluminium oder Stahl gefertigt, diese werden vornehmlich beim Scheibenschießen verwendet.

Da Softair nicht selten in der Natur gespielt wird, achten die Hersteller mittlerweile außerdem verstärkt darauf, dass die Kugeln biologisch abbaubar sind – so lassen sie sich zwar ein Jahr lang problemlos witterungsgeschützt lagern, lösen sich aber schon nach 2-3 Wochen im Freien vollständig auf.

Neben den normalen Kugeln sind außerdem auch phosphoreszierende oder farbige Kugeln nutzbar. Erstere Variante leuchtet entweder im Dunkeln oder erhält mittels eines UV-Blitzes seine Leuchtenergie, während die Farbkugeln mit Lebensmittelfarbe gefüllt sind und den Gegner dementsprechend farbig markieren.

Entscheidend für die Geschwindigkeit der Kugel ist die Feder der Waffe, wobei AEGs beispielsweise über eine Standardgeschwindigkeit von bis zu 400 bis 500 Fuß pro Sekunde verfügen. Bei solchen Leistungswerten sollten Spieler in jedem Fall auch zu einem guten Schutz für Ohren, Augen und Zähne greifen, während bei den jugendfreien Varianten normalerweise bereits ein Augenschutz ausreichend ist.

Die Rechtslage

Früher oder später kommt immer wieder die Frage auf, ob Softair eigentlich rechtens ist und was genau Spieler in Bezug auf die Rechtslage beachten müssen. Insbesondere bei der Suche nach dem richtigen Spielgelände lohnt es sich, sich im Vorfeld bereits zu informieren und ein wenig Zeit in die Recherche zu stecken.

Das Studieren der richtigen Passagen im Waffengesetz oder thematischen Foren mag zwar auf den ersten Blick anstrengend erscheinen, dafür sparen sich die Verantwortlichen jedoch auch Streitereien mit der Polizei oder anderen Verantwortlichen, die mit dem noch relativ neuen und modernen Hobby bisher noch nicht ganz firm sind.

Darüber hinaus ist natürlich jedem Softairspieler auch die nötige Portion gesunder Menschenverstand anzuraten. Leider treten allerdings auch heute noch viel zu viele Fälle von selbstgefährdendem Verhalten oder gar „wilder Herumballerei“ in der Öffentlichkeit auf, unter denen letztendlich das Hobby und auch der Sport selbst leiden.

Spieler sollten sich daher bewusst sein, dass sie die Repräsentanten ihres Hobbys sind und sich in Gegenwart anderer so benehmen sollten, dass keiner durch etwaiges Fehlverhalten verschreckt wird.

 

Abbildung 1: Commons.wikimedia.org © Mike Brown (UNHchabo) CC BY 2.5

Abbildung 2: Commons.wikimedia.org © Jonathon Barton CC BY-SA 3.0

Abbildung 3: Commons.wikimedia.org © BrokenSphere CC BY-SA 3.0

veröffentlicht am 15.08.2014

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