Der Skigebiete-Test Teil 3: Hochfügen in Österreich

FUNSPORTING-Reporter Bastian Bäumer ist diesen Winter durch Österreichs Skigebiete gezogen und hat sie für euch getestet. Diesmal war er, abseits der Piste, im österreichischen Hochfügen unterwegs.

Bastian Bäumer im Skiegebiet Hochfügen. Foto: Paul MasukowitzHochfügen in wenigen Worten zusammenzufassen, fällt sicher schwer. Am ehesten steht für alle Freerider das vielseitige Gelände im Vordergrund, welches unzählige Möglichkeiten bei jedem Wetter, von intensivem Schneefall bis strahlendem Sonnenschein, bietet.

Der Internetauftritt der Hochfügener Bergbahnen lässt es vermuten. Mit den Freeridern tut sich eine neue Klientel auf, das schon vorab der Anreise mit vielen Informationen versorgt wird.

Unter der Rubrik „Freeride“ werden auf der Homepage bespielsweise, die seit dieser Saison neu ausgezeichneten Freeride Areas mit passendem Kartenmaterial und Beschreibungen vorgestellte.

Zusätzlich gibt es Safety Infos und die Links zu den wichtigsten Kontakten in Bezug auf Guiding und die SAAC Lawinencamps in der Region. Kein Wunder, dass Hochfügen immer mehr an Popularität gewinnt und seit einigen Jahren vom einstigen Geheimtipp zu einem der Freeride Hotspots Österreichs avanciert.

Aber kommen wir zu den Hängen und Abfahrten, die das Areal zu bieten hat. Vielseitigkeit ist wahrscheinlich das Schlagwort, welches auf kaum ein anderes Freeridegebiet, mit der beschaulichen Größe von Hochfügen, zutrifft.

Da die Wälder im Gebiet Kuchel und Nase für die Alpen recht licht sind und keine bösen Überraschungen wie großen Kliffs oder Schluchten aufweisen, eignen sie sich bestens für die Tage intensiven Schneefalls.

Die Bäume bieten euch den nötigen Kontrast, um auch bei schlechter Sicht die Orientierung nicht zu verlieren und dennoch bleibt genug Fläche für ein paar schöne Turns. All diese Hänge sind zudem gut von den Liften 2er Pfaffenbühel und 8er-Jet zu erreichen und teilweise auch schon von diesen aus sichtbar.

Marcel und  Bastian Bäumer im Skigebiet Hochfügen.  Foto: Paul MasukowitzNur ans frühe Aufstehen solltet ihr euch für Hochfügen gewöhnen, denn besonders an den Wochenenden gibt es nach einer schneereichen Nacht eine förmliche Hetz auf die begehrten first Tracks in Liftnähe. Als bestes Beispiel sei dabei die nordwestseitige Flanke vom 4er-Hochfügen 2000 Lift genannt, die aber erst bei Sonnenschein wirklich interessant und gut zu fahren ist.

Der Einstieg zu den Linien verläuft über eine kurze Traverse entlang des Kamms, von der sich dann unzählige Möglichkeiten für die Abfahrt zurück zum Sessel bieten.

Neben diesen kürzeren Abfahrten erstreckt sich, mit der Freeride Area Marchkopf neben dem Zillertalshuttel, eine breite Fläche von mittelsteilem Gelände, das euch Abfahrten um knapp 1.000 Höhenmeter beschert.

Mit kurzen Hikes von 15 bis 45 Minuten erschließt sich mit „Wonderland“, der Südost-Seite des Pfaffenbühel, ein weiteres großes Gebiet, in dem auch noch nach ein paar Tagen bester Pow im Gelände zu finden ist.

Allerdings solltet ihr für dieses Gebiet über gute Erfahrung im alpinen Gelände verfügen. Durch viele Senken und unterschiedlich exponierter, steiler Flanken variiert der Schneedecken Aufbau und dessen Störanfälligkeit stark.

Besonders bei den Abfahrten vom Marchkopf und aus „Wonderland“ lässt sich fast vergessen, dass man direkt aus dem Skigebiet gestartet ist und nach einem kurzen Skiweg auch zurück zu diesem kommt.

Denn dieser führt durch ein kleines, idyllisches Hüttendorf und lässt den sonstigen Massentourismus des Zillertals für einen Moment vergessen.

Bastian Bäumer im Skiegebiet Hochfügen.  Foto: Paul MasukowitzAber so sehr auch der Einstieg in die Welt des Freeridens in Hochfügen erleichtert wird, solltet ihr euch immer über eines im Klaren sein: Trotz ausgewiesener Freeride Areas befindet ihr euch abseits der gesicherten Pisten. Angefangen mit allen Gefahren von Verletzung an Felsen und Bäumen und selbstverständlich der Lawinengefahr. Also checkt die Lawinensituation und eure Ausrüstung und stürzt euch nicht „blind“ in die Hänge!

Die Ostertage laden nun noch einmal für die letzten Powder-Tage ein, bevor das Gebiet Ende April seine Pforten für dieses Jahr schließt. Doch die nächste Saison kommt bestimmt und wir dürfen gespannt sein auf das, was sich die Bergbahnen Hochfügen 2010/11 Neues für die Freerider einfallen lassen werden…

Bastian Bäumer

Fakten Hochfügen:

Skigebiet: Hochfügen
Höhenlage: 1500 bis 2500m
Anlagen: 12 Bahnen und Lifte
Saison: Ende November bis Ende April
Tageskarte: 38,50
Saisonkarte: 413,-
Internet:
www.hochfuegenski.com
www.ski-optimal.at

veröffentlicht am 26.03.2010

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