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Reisebericht Teil 2: Windsurfen in Dahab
Vor Ort wurde mir aber versichert, das der Wind gerade zwischen August und November sehr häufig derart über den Sinai fegt und nach weiteren Tagen mit zuviel Druck im
mitgebrachten 4,2er kann ich diese Aussagen nur noch bestätigen. Allerdings folgte nach dem Wind, wie überall auf unserem Planeten, die Flaute, welche uns Zeit verschaffte die schon genannten Riffs Seven
Towers, welches sich zwischen der Lagune und dem Spot Speedy befindet und Neptun, weitaus größer und zwischen Speedy und Kamikaze gelegen, mit Schnorchel und Flossen bewaffnet zu erkunden. Eintauchen
in die Welt von Nemo, ein weiterer meiner Träume die ich mir immer erfüllen wollte, wobei dieser durch den beinahe Kontakt mit einem Feuerfisch fast vorzeitig beendet gewesen wäre. Eine weitere Lektion,
bestaune die Unterwasserwelt, aber versuche nicht direkten Kontakt mit ihr aufzunehmen, auf jeden Fall nicht, wenn man keine Ahnung von seinem Gegenüber hat. Auftauchen, genug Zeit unter Wasser
verbracht, jetzt sollte es wieder über dem Wasser zur Sache gehen und pünktlichst zu unserem „Improve your Skills“ Event am neuen Planet Windsurf Center, weswegen wir angereist waren, kam der Wind in der
Stärke, in der wir ihn bereits kennen gelernt hatten zurück und das 4,2er wurde zu meinem Standart Segel.
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Morgens und nachmittags Theorie und Praxis Einheiten mit unseren Gästen und dazwischen trainieren für die kommende Worldcup Saison, das war mein Plan, und die Bedingungen halfen mir zur perfekten
Umsetzung. Das perfekte Flachwasser in der Baby Bay verhalf mir zum Easy Learning und das kabbeligere Wasser im Speedy zur Umsetzung in schwierigeren Bedingungen.
Dahab heißt früh aufstehen, wenn man den Tag mit Windsurfen ausfüllen möchte. Die Sonne geht bereits gegen 4.30 Uhr auf, nicht zu übersehen und je nach Lage des Zimmers zum Wind, auch nicht zu
überhören, denn jeweils zu Sonnenaufgang wie auch zum Sonnenuntergang dröhnen die arabischen Gebete aus den Lautsprechern der Moscheen und es scheint als würde mit den
Gebeten auch der Wind herbei gerufen und wieder abbestellt, denn der Wind ist morgens am stärksten und nimmt gegen Nachmittag immer weiter ab.
Einer Morgen Session vor den ersten Unterrichtseinheiten und teilweise vor dem Frühstück stand nie etwas im Weg, außer vielleicht das meine
Knochen und mein Kopf manchmal nicht ganz so wollten wie gedacht. Aber selbst das geriet schnell in Vergessenheit, beim Cruisen und Freestylen bei konstantem Wind und vor dieser atemberaubenden
Kulisse der morgens extrem Rot schimmernden Berge des Sinai, die gewaltig über das türkisblaue Wasser zu ragen schienen. So könnte jeder morgen meines Lebens beginnen, wenn ich dann nicht so viele
andere Länder und Reisen verpassen würde und der Drang zurück zu meinem Home Spot El Yaque so groß wäre.
Aber erstmal zurück zur Arbeit. Mit all diesen morgendlichen Eindrücken im Kopf und nach ausgiebigem Frühstück ging es zur täglichen Arbeit,
welche allerdings ein großes Vergnügen für mich wie auch für Tom ist, da es sich auch um unsere Passion, das Windsurfen handelt und wir so
vielen Leuten verschiedenen Alters weiterhelfen können den jeweiligen Windsurfspaß durch Erlernen neuer Moves oder einfach des Wasserstarts oder sicheren Gleitens stark zu erhöhen oder teilweise
erst die Sucht nach dem Windsurfen zu entfachen. Und zwischen den Unterrichtseinheiten in der Lagune Dahabs, welche als Lehr Revier auserkoren wurde, da sich die meisten
Windsurfaufsteiger dort am wohlsten und sichersten fühlten, ging es an die Baby Bay oder ins Speedy um selbst an eigenen Moves weiter zu arbeiten.
Die Gestaltung des jeweiligen Abendprogramms vom Videoabend, mit der Vorführung des eigens für das Event erstellten Video Clips über einen arabischen Tanzabend bis hin zum Ausflug in den alten Ortskern
von Dahab nach Masbat brachte uns der orientalischen Kultur etwas näher, was wir in der teils windlosen ersten Woche unseres Aufenthalts leider versäumt hatten.
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Aber zurück zum arabischen Tanzabend, nachdem wir während der Wochentage nicht eine einzige arabische Frau zu sehen bekamen und selbst das komplette Hotel Personal nur aus Männern bestand,
erwarteten wir einige sehr konservative Tänze und sollten ganz schön überrascht werden, als die arabischen Jungs und auch Mädels mehr als modern vor uns her tanzten, bei ebenfalls modernen arabischen
Rhytmen, die direkt ins Blut übergingen und auch die Art des Tanzes und die Bekleidung der Mädels ließ er an ein aktuelles Hip Hop Video auf MTV erinnern, zum großen (Er) Staunen der gesamten anwesenden
Männerwelt.
Der Ausflug nach Masbat, zum Shoppen und schlendern entlang der mit Strandbars und Restaurants gesäumten Strand Promenade, löste bei
einigen im ersten Moment etwas Unbehagen aus, denn hier passierten die Anschläge im April. Kaum in Masbat angekommen wurden aber alle überzeugt, das es eigentlich keinen wirklichen Grund mehr für dieses
Unbehagen geben sollte. Sehr diskrete Kontrollen alle paar Meter bescherten uns ein ziemliches Sicherheitsgefühl und in aller Ruhe konnten wir unsere Cafe´s und Schischas, der berühmten arabischen
Wasserpfeife, meist mit Apfelgeschmack gereicht, genießen. Auch die Freundlichkeit der Araber an allen besuchten Orten wie auch am Strand, sorgten ebenfalls für das Wohl aller und ich bin mir sicher,
das die meisten den Ort Dahab nicht zum letzten Mal besucht haben. Wir kehren auf alle Fälle im kommenden Jahr zurück, sei es einfach zum
genießen und trainieren oder für unser Event an gleicher Stelle im September 2007. An viele Orte der Welt kommen wir immer wieder gerne zurück und das ägyptische Dahab steht wird dabei jetzt auch
ganz oben auf unserer Liste stehen.
Nach einer tollen Zeit ging es zurück zum Flughafen nach Sharm El Sheikh, welcher glücklicherweise gerade stark ausgebaut wird, denn es
war nicht zu übersehen, das das bisherige Terminal nicht wirklich den Ansprüchen der Fluggesellschaften und Abreisenden genügen, eingepfercht wartete man aufs Check In, bevor es in die überfüllte
Basarähnliche Abflughalle ging. Wir empfanden es nicht als negativ sondern eher als letzte Möglichkeit nochmals orientalische Luft zu schnuppern, bevor es für einen kurzen Aufenthalt zurück nach
Deutschland ging.
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Text : Tom Brendt / Yoli de Brendt Fotos : Tom Brendt
Quelle: SOULRIDER.COM

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